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III. Kautionsschwindel

Full text: Berliner Schwindel / Werthauer, Johannes

III. Kautionsschwindel.

August schüttelte sogar bei sich den Kopf darüber, daß die Leute in Berlin, die doch so praktisch und aus das Geschäft bedacht seien, sich zu dieser Bestellung eines eigenen Hausdieners bedienten, obwohl doch die Post schließlich diese Sache auch hätte erledigen können. Da aber die Briefe sämtlich verschlossen waren und er nicht wissen konnte,'ob der Inhalt nicht zu wichtig sei, um der Post anvertraut werden zu können, trottete er seines Weges weiter.

Am Abend kam er müde in das Geschäft zurück und entschuldigte sich, daß er nur einen Teil der Briefe habe erledigen können. Den Braunen bekam er nicht zu sehen.

Als er das Geschäftslokal verlassen hatte, sagte ihm ein anderer Hausdiener, der, wie er, mich bei Nocke angestellt war, ihm scheine die Sache nicht richtig zu sein, sie seien womöglich einem Kautionsschwindler in die Hände gefallen.

Da August noch keine Wohnung hatte, so schloß er sich diesem Kollegen an und nahm Schlafstelle bei denselben Leuten, bei denen dieser wohnte.

Sie beschlossen beide, am folgenden Tage sich recht früh im Geschäfte einzusinden und die Augen offen zu behalten. Ihr Bestreben aber konnte von keinem Erfolge gekrönt sein, denn der Chef gab jedem wiederum noch hundert Briefe und schickte sie sofort wieder nach verschiedenen Stadtrichtungen weg. Es wurde ihnen gesagt, daß sie mittags nicht im Geschäft zu erscheinen brauchten, wenn sie weitab von: Geschäfte sich befänden.

Am vierten Tage erbat August einen kleinen Gehaltsvorschuß, weil sein letztes Geld verbraucht war. Er erhielt denselben, wenn auch unter dem Hinweis, daß dies nicht üblich sei und nicht einreißen dürfe. Er fragte ferner, ob die Pferde schon gekommen seien, was der

Großstadt-Dokumente Bd. 21.	3
        
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