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III. Kautionsschwindel

Full text: Berliner Schwindel / Werthauer, Johannes

III. Kautionsschwmdrl.

Da näherte sich ein Mann in braunem Ueb erzieh er, dessen Seitentaschen vom langjährigen Gebrauch tief herabhingen und sagte: „Na Freund, wat grienste de?"

August erzählte, wie es ihm gegangen, und daß er nun schon Angst habe, in das richtige Bureau von W. Schulze zu gehen.

Der Braune sah ihn lange und prüfend an. Dann fragte er ihn, ob er denn nicht von zu Hause sich etwas Geld schicken lassen könne, dann sei ja alles noch wieder gut zu machen, und er könne seinen Herzenswunsch, in Berlin Kutscher zu werden, doch noch durchsetzen.

August erwiderte, daß ihm seine Mutter allerdings wohl von der Sparkasse noch etwas schicken könne, aber er getraue sich nicht dies zu verlangen, denn er fürchte, daß doch alles verloren sei.

Der Braune erwiderte, das sei Ansinn, er wolle ihm helfen, er habe es ganz unrichtig angefangen, sich an das MietsKontor zu wenden; er hätte vorsichtiger sein müssen. Wo sollten denn die Mietskontore alle die Stellen her haben. Das sei in Berlin nicht so. Reelle Stellen gäbe es nur gegen Kaution, und wenn er die habe, brauche er kein MietsKontor. Er werde ihn schon an die richtige Schmiede bringen. Er solle mit ihm nach Hause kommen, er werde ihn beköstigen und beherbergen, bis die Kaution komme und dann sei alles in Ordnung.
        
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