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II. Vermietungsschwindel

Full text: Berliner Schwindel / Werthauer, Johannes

26 Großstadt-Dokumente Bd. 21. Berliner Schwindel.

„unziemliche" Wort in Schutz, bat Herrn Alexander, doch nicht so grob zu sein, wenn August sich anbiete, er sei vielleicht gerade eine geeignete Persönlichkeit, Alexander wisse doch, wie schwer solche zu finden und daß sich vielleicht zufällig die Sache gut treffe.

Alexanders Instinktgefühl, begann nun zu begreifen. Er überlegte eben, wie er seinen Gewinnanteil an diesem Geschäft der Frau Pichterlein am sichersten herausschlage, als zu seinem Leidwesen die Witwe Schulze hinzukam. Alexander nahm aus Arger einen gewaltigen Schluck aus der „Pulle", erklärte, daß er genug gearbeitet habe und ging hinaus.

Die beiden Frauen verständigten sich sehr rasch, Frau Schulze erhielt angeblich 25 Mark Abstand, weil August „für vierzehn Tage mit Einschreibegebühr" vorgemerkt sei und Frau Pichterlein nahm den August, dessen sie sich eben so warm angenommen, mit sich, setzte ihn in eine Droschke und führte ihn nach etwa halbstündiger Fahrt in ihr in der Nähe des Schlesischen Bahnhofes belegenes, wohlausgestattetes Mietskontor, wo er noch am selben Abend die schriftliche Bescheinigung erhielt, daß er sich morgen beim kommerzienrat Pelson als Kutscher melden könne. In der Hinterstube der Herberge legte er sich ruhig nieder, obwohl dieselbe schon fast besetzt war. Als er am folgenden Morgen erwachte, bemerkte er zu seinem furchtbaren Schrecken, daß trotz aller Vorsicht ihm nachts unter dem kopfkissen sein Schatz von noch etwa 62 Talern gestohlen war.

Sein Nachbar, der ihm gleich unsympathisch vorgekommen war, hatte sich wunderbarer Weise schon früher erhoben, obwohl August doch auch schon um fünf Uhr wach war.

Der Nachbar war als Wilhelm Nulpe eingetragen; es kannte ihn niemand, denn niemand hatte einen An-
        
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