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II. Vermietungsschwindel

Full text: Berliner Schwindel / Werthauer, Johannes

22 Großstadt-Dokumente Bd. 21. Berliner Schwindel.

Nachdem im einzelnen alles auseinandergesetzt war und der Besteller der Frau Schulze eingeprägt hatte, daß sie mit besonderer Sorgfalt zuwege gehen möge, denn er selbst müsse abends noch abfahren und sich ganz auf sie verlassen, entfernten sich jene.

Alexander rief den Fritz und Fritz erwiderte: „Weeß schon, was denn, Männer oder Weiber?"

Frau Schulze versetzte: „Zwee so und eene so."

Fritz begab sich weg, und zu seinem größten Erstaunen bemerkte August, daß nach einer halben Stunde Fritz mit vier Personen zurückkam.

Alexander fragte, warum er so lange geblieben sei.

Fritz entgegnete, in der Herberge sei nichts rechtes gewesen, die Kerls am Nordhasen wären bereits so betrunken gewesen, daß sie nicht mehr Hütten gehen können, da ein Spritfaß ausgelaufen sei, das sie mit Wasser verdünnt Hütten; deshalb sei er direkt vor das Asyl für Obdachlose gegangen, dadurch sei es etwas später geworden; dafür habe er aber auch tüchtige Leute gefunden. Er präsentierte dieselben.

Der eine war ein langer, hagerer Schreiber im schwarzen Rock, der früher wohl einmal bessere Tage gesehen haben mochte, aber jetzt mit stierem Blick abwechselnd auf das große Tintenfaß und auf die Flasche des Herrn Alexander sah.

Der zweite hatte einen blonden Lockenkopf, der durch einen ziemlich geraden Scheitel in zwei Hälften geteilt war. Sein Gesicht hatte etwas Knabenhaftes, Weibliches.

Er behauptete, einmal Kellner gewesen zu sein, konnte allerdings das Lokal, in dem er gearbeitet hatte, nicht mehr angeben.

Der dritte war ein junger Mensch von vielleicht 17 Jahren, der fortgesetzt schen um sich sah. Als Frau Schulze ihn nach den Papieren fragte, wurde er über
        
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