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II. Vermietungsschwindel

Full text: Berliner Schwindel / Werthauer, Johannes

II. Vermietungsschwindel.

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große Zigarrenkiste voll Schnupftabak, die vor ihm stand, und schüttelte sich auch nachher noch vor Lachen.

Frau W. Schulze Witwe aber wurde doch nachdenklich und sagte:

„Ist der Kerl etwa Amtsvorsteher oder so etwas?"

Alexander erwiderte: „I wo, dann würde er doch nicht so dämlich schreiben."

„Aber was machen wir", fragte Frau Schulze. Alexander aber erwiderte: „Werd' ich schon machen!"

Einige Minuten später las der Herr Sekretär Alexander folgenden Brief vor:

Herm Kurt Schnacke,

Gutsbesitzer aus Polchin bei Landsberg.

Hochzuverehrender Herr Baron!

Durch ein unleidliches Versehen unseres Hausdieners Fritz sind zwei Persönlichkeiten auf der Bahn zu Ihnen befördert worden, welche eigens von anderen Herrschaften bestellt waren.

Wir bitten, dieses Versehen zu entschuldigen. Senden Sie die beiden Leute auf unsere Kosten, die Sie natürlich zunächst verauslagen wollen, nach Berlin zurück und übermorgen erhalten Sie die für Sie bestimmten Persönlichkeiten, die in tadelloser Qualität vorhanden sind.

Wir halten vor allem aus die strenge Reellität unseres Unternehmens und darauf, daß unsere Leute aus Ostpreußen und Schlesien, brauchbar zu allen landwirtschaftlichen Arbeiten, unter unserer eigenen Garantie gesandt werden.

Sie brauchen sich deshalb keiner Sorge hinzugeben, da Sie gut bedient werden.

Die für Sie nunmehr bestimmten zwei Persönlichkeiten sind jedoch sehr weit direkt von der Grenze

Großstadt-Dokumente Bd. 21	2
        
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