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I. Ringnepper (Goldarbeiter-, Pfandleih-Falle)

Full text: Berliner Schwindel / Werthauer, Johannes

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Großstadt-Dokumente Bd. 21. Berliner Schwindel.

seines neuen Anzuges noch 70 Taler genau übrig geblieben, die er bei sich hatte. Diese 70 Taler waren nun der Gegenstand seiner Gedanken und zwar seiner Besorgnisse, die durch die Reden jener angeregt waren.

Es fiel ihm deshalb nicht auf, als Lehmann, in freundschaftlich väterlicher Weise sich zu ihm wendend, hinzufügte, er könne ihm auch nur den Rat geben, nicht etwa viel Geld bei sich zu tragen.

„Wo soll ich es denn aber hinbringen?" fragte August.

„Das müssen wir später in Ruhe überlegen", meinte jener, „Sie müssen vor allem dafür sorgen, daß es sicher angelegt wird und Ihnen auch etwas Zinsen bringt."

Da sie bei diesen Worten gerade vor dem Eingang eines Kellerlokals angekommen waren, in dessen seitlichen kleinen Schaufenstern unter zierlichen Glasglocken in ab-wechselungsvoller Eintracht Wurst- und Käsewaren blinkten, traten sie, ohne daß man hätte sagen können, wer den Anstoß gegeben, alle drei ein und stiegen die acht Stufen hinunter, wobei sich August sehr wunderte, als auf der drittuntersten Stufe plötzlich ein lautes Klingelzeichen ertönte, indem die Stufe unter seinem Fuß nachgab.

Nachdem ihn seine biederen Begleiter aufgeklärt hatten, daß auch dies nur eine Einrichtung gegen die überhand nehmenden Einbrecher und Diebe in Berlin fei, nahmen sie unten Platz.

Der Ring wurde noch einmal gemustert und aus die nochmalige Versicherung des Herrn Lehmann von dem großen Wert desselben hatte etwa drei Minuten später August den Ring als Pfand und Knutschke die 16,80 Mark in der Tasche.

„Am nächsten Ersten", erklärte Knutschke, „könne er
        
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