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VII. Bauschwindel

Full text: Berliner Schwindel / Werthauer, Johannes

114 Großstadt-Dokumente Bd. 21. Berliner Schwindel.

Alle diese Maßregeln aber scheiterten im Ergebnis daran, daß sie zu spät kamen. Zessionen der Baugeld-raten brauchte die Bank nicht anzuerkennen, das stand im Vertrage, damit der Fortgang des Baues gesichert wäre. Es war auch an Goldau, Schmidt u. a. abgetreten. Eintragungen aus das Grundbuchblatt konnten zwar erfolgen, da das Papier geduldig war, aber ein realer Wert lag nicht mehr zugrunde, weil der auch nur möglicherweise entstehende Wert im voraus belastet war.

Inzwischen hatte, mit Rücksicht aus die großen Schwierigkeiten, welche beim Fortschreiten des Baues durch die Verhandlungen mit Wucherern, Wechselagenten, Gläubigern und dergleichen entstanden waren, Herr Schmidt sowohl als Herr Goldau sich eine weitere „Entschädigung" von je 2000 Mark vertraglich zusichern lassen.

Herrn Weißling wurde immer schwüler zu Mute. Er war zwar immer noch im Besitze von so viel Geld, wie es weit über seine früheren Begriffe hinausging. Trotzdem fühlte er, daß dieser, aus den einzelnen Raten für sich zurückgehaltene Besitz in keinerlei Verhältnis zu der lawinenartig anwachsenden Schuld, die er allen möglichen Leuten gegenüber aus sich genommen hatte, stand.

So kam die Zeit der letzten Baugeldrate heran. Es sollten etwa 15000 Mark fällig werden. Eine Reihe von Gläubigem hatte sich in einem Restaurant gegenüber der Bank versammelt. Schmidt und Goldau nahmen Weißling in die Mitte, jeder ausgerüstet mit einigen Wechseln, die sie für allerlei Forderungen hatten ausstellen lassen oder sich beschafft hatten. Sie verwarnten den Weißling, er möge keinen Menschen bezahlen, nur sie selbst. Einer der Gläubiger war als Abgesandter der anderen mit in das Bankgebäude gekommen. Goldau erklärte, er „könne sich nicht anders helfen", und stellte unbemerkt seinen Stock so vor das linke Bein
        
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