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VII. Bauschwindel

Full text: Berliner Schwindel / Werthauer, Johannes

VII. Bauschwindel.

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läge gelegt war, begab er sich in Assistenz des Herrn Schmidt zur Baubank und wollte die erste Baugeldrate in sehr hohem Betrage erheben. Er machte zwar ein etwas langes Gesicht, als ihm eröffnet wurde, daß, woran er gar nicht mehr gedacht hatte, von dieser Rate die erste auf den Terrains ruhende Hypothek bezüglich des auf jeder Parzelle ruhenden Anteils getilgt werden müsse, weil diese Hypotheken Priorität nicht eingeräumt hätten. Dagegen habe die Gesellschaft des Herrn Goldau mit den zweiten Posten dies getan, so daß diese hinter dem Vankdarlehn kamen, dadurch aber zugleich den wirklichen Wert des Grundstücks, den dieses über Grund- und Bauwert als fertiges Grundstück erzielen konnte, erschöpften, während die Bauhandwerker mit ihrer späteren Gesamt-hypothek da ansingen, wo der Wert des Grundstücks zu Ende war.

Trotzdem freute Weißling sich, daß er nach Abzug dieser Hypotheken und einer Reihe von Kosten und Zinsbeträgen doch zum erstenmal in seinem Leben eine Summe von vielen 1000 Mark in schönen braunen Scheinen in seine Hände bekommen hatte.

Die Freude dauerte aber nicht lange, denn im Kontor von Schmidt angelangt, nahm zunächst Schmidt 8000 Mark als Entgelt für seine „Bauleitung" laut „Kontrakt" in Anspruch. Goldau präsentierte einen Wechsel über den Teilbetrag, der auf Akzept für Stempelkosten usw. seinerzeit geborgt worden war. Ferner hatten beide zusammen mit dem Geometer Felsenmaaß sich noch eine besondere Rechnung für „Mühewaltung", Provision und Unkosten im Betrage von etwa 1200 Mark aufgesetzt.

Weißling wagte schüchtern darauf hinzuweisen, daß nach dem, was jene ihm über die Bezahlung der Materialien und dergleichen gesagt, doch die Lieferanten einen Teil ihrer Forderung aus der ersten Baugeldrate
        
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