Path:
VII. Bauschwindel

Full text: Berliner Schwindel / Werthauer, Johannes

110 Großstadt-Dokumente Vd. 21. Berliner Schwindel.

er aber nur mit einem Drittel bei Rohbauabnahme, einem Drittel ein Jahr nach der definitiven Abnahme, und einem weiteren Drittel nach einem zweiten Jahr bezahlt verlangen konnte.

Der Zimmermeister Alle übernahm zu ähnlichen Bedingungen die Zimmerarbeiten.

Eine große Steinfirma hatte gerade ihren alleinigen Lhes durch den Tod verloren. Der Prokurist war krank und der Geschäftsführer, auf dem die ganze Geschästs-arbeit lastete, war übermäßig in Anspruch genommen. Mit besonderem Lächeln meinte deshalb Herr Schmidt zu Herrn Goldau, daß er für die „Steinlieferung" einen ungewöhnlich „günstigen" Vertrag geschlossen habe. Kaution brauche nur durch Bürgschaft der Gesellschaft Goldaus gegeben zu werden. ' Die ersten 80000 Steine würden auf Dreimonatskredit geliefert, für die folgenden aber sei sogar Sechsmonatsakzept, beginnend vorn Quartals-ersten des auf die Lieferung folgenden Quartals, ausgemacht.

Herr Goldau schmunzelte, vergaß jedoch nicht zu bemerken, daß es dann allerdings praktischer sei, wenn die Gesellschaft mit beschränkter Haftung auch noch die Rest-kaufgeldhypothek an den Onkel des Herrn Goldau abtrete — „von wegen der Bürgschaft."

Nachdem so die Sache im besten Gange war, ein Polier und viele Maurer engagiert waren, auch die Materialien von allen Seiten angefahren waren, wurde das Fundament gelegt.

Übermäßig gut wurde nicht gebaut, denn Herr Weißling hatte sich bereits zu sehr in seine neue Bau-unternehmerrolle eingelebt, als daß er noch auf dem „schmutzigen Bau" so lange wie früher als Polier sich aufzuhalten für nötig oder verpflichtet hielt.

Als das Kellergeschoß fertig und die erste Balken-
        
Top of page

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.