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VII. Bauschwindel

Full text: Berliner Schwindel / Werthauer, Johannes

VII. Bsuschwindel.

Herr Gottlieb Friedrich Weißling wohnte allerdings nicht im Westen, sondern in einer Querstraße der Reinicken-dorferstraße, hoch oben im Norden am Wedding. Die Wohnung bestand aus zwei Stuben und Küche, in welcher Herr Weißling, seine Frau, zwei Kinder und eine Tante wohnten.

Als sie am folgenden Morgen die Klingel säuberte, fragte Mieze die Frau Weißling, warum denn an der Klingel „Maurerpolier" stände. Diese aber erklärte ihr: die neue Errungenschaft, zu der Herr Weißling gekommen sei, nämlich das Vauunternehmertum, sei noch jungen Datums, das Schild an der Tür habe noch nicht geändert werden können. Ihr Mann sei schon seit sechzehn Jahren bei der Maurerei, seit sechs Jahren sei er Polier und habe sich stets als ein tüchtiger Maurerpolier bewährt, also werde es doch wohl auch mit dem neuen Bauunternehmertum nicht fehlschlagen. Sein bisheriger Lhef, der Herr Schmidt, sei auch zu nett; für abends seien sie bei demselben eingeladen und sie habe sich schon ein neues Seidenes dazu machen lassen. Allerdings sei die Ausgabe etwas teuer und sie hätten nur die Hälfte darauf bezahlen können, aber das sei ja jetzt alles egal; wie ihr Gottlieb ihr mitgeteilt, komme es jetzt auf einige Märker mehr oder weniger nicht mehr an.
        
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