Path:
VI. Kreditschwindel B. Wechselreiterei. - Einbruchsschwindel

Full text: Berliner Schwindel / Werthauer, Johannes

100 Grotzsiadt-Dokumente Bd. 21. Berliner Schwindel.

die Summe nicht ausgefüllt sei, hätten keine besondere Besorgnis wegen ihrer Akzeptverpflichtung, denn es seien teils Leute, die manifestiert hätten, teils solche, die über jeden Gerichtsvollzieher erhaben seien, indem sie die Fruchtlosigkeit jedes Psändungsversuches in jedem Augenblick dokumentarisch dartun könnten. Einige derselben seien auch in Irrenanstalten interniert, einer sei „eigentlich" sogar schon tot. Solche Wechsel liefen jedoch zu Millionen umher, indem jeder Akzeptant, der ebensowenig habe, wie der andere, immer den anderen stütze, nach dem mathematisch allerdings nicht haltbaren Prinzip, daß viele Nichts ein Etwas machen. Sr selber bekomme für die ausgefüllten Wechsel zwei Prozent, für die anderen ein Prozent der Summe und stelle dafür jeden Betrag zur Verfügung; nach drei Monaten würde prolongiert und zwar mit Akzepten anderer Personen.

Während dieser Unterhaltung hatte sich noch Herr Goldig Schubsack. zu ihnen gesellt, nachdem Herr Schaumer für 11000 Mark Akzepte gegen eine Vergütung von 150 Mark erworben hatte, die Herr Stiebelitz gegen ein Akzept von 300 Mark Kreditierte. Herr Schaumer trank, angeekelt durch die Umgebung, hitzig ein Glas nach dem anderen.

Angeregt durch die neue Kreditquelle, erzählte er sodann unter anderem von dem Einbruch, der heute bei ihm stattgefunden. Herr Schubsack horchte sorgfältig aus und meinte, er könne ihm vielleicht auch helfen, namentlich, nachdem er erfahren, daß eine Wohnungseinrichtung

vorhanden fei.

Er verabredete sich für den folgenden Tag mit Herrn Schaumer, traf ihn und setzte ihm folgendes auseinander: Er — Schaumer — möge doch seine Einrichtung gegen Einbruch versichern oder, was noch besser, irgend-
        
Top of page

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.