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XVI. Wie kann es besser werden?

Full text: Großstadt-Sozialismus / Ebeling, Martin

96 Großstadt-Dokumente Bd. 44. Großstadt-Sozialismus.

well die hohe Steuer späteren erwarteten Verdienst vorher auszehrt.

Wie ungerecht übrigens der bebaute Boden im Vergleich mit dem unbebauten fortkommt, zeigt, daß der Wert des bebauten Bodens im Vergleich zu dem des unbebauten sich verhält wie 8:1, daß die Steuern aber, welche aus bebautem Boden liegen, sich zu denen aus unbebautem verhalten wie 104:1.

3. Die Zuwachssteuer. Sie betrifft nur den reinen Wertzuwachs an einem Grundstück, welcher ohne Arbeit des Besitzers zustande gekommen ist.

Statt theoretischer Erörterungen wollen wir ein Beispiel aus der Praxis geben. In dem Flecken Isenburg kauften Frankfurter im Jahre 1900 ein Grundstück für 14 000 Mark und verkauften es 1903 für 31000 Mark. Nehmen wir an, in dieser Gemeinde wäre eine Zuwachssteuer von 10 Prozent eingeführt, dann hätte der Besitzer nachzuweisen, welcher Teil des Mehrwertes von (31 — 14 000) — 17 000 Mark ihm durch Verbesserung des Gartens, Neubauten, eventuell auch durch Verbesserungsabgaben, zu danken sei. Würde im vorliegenden Falle dieser Teil 2000 Mark betragen, so bliebe noch ein „reiner" Zuwachswert von 15000 Mark übrig. Von diesem würde die Gemeinde 10 Prozent — 1500 Mark einziehen. Der Spekulant hätte immer noch, ohne jede Arbeit, einen Gewinn von 13 500 Mark gemacht.

In Kiautschau beträgt unsere Steuer 33Vs Prozent. Dieser Prozentsatz ist vom Reichstage gebilligt. Schiebt man den Prozentsatz höher, so kann der unverdiente Wertzuwachs in die Hände der Gemeinde, welche denselben geschaffen hat, übergeführt werden.

Welche glänzende Steuerperspektive eröffnet sich für Berlin bei recht hoher Wertzuwachssteuer! Sie kann so viel bringen, daß die Stadt für ihre Kulturbedürfnisse
        
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