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VIII. Die Gemeinde als Arbeitgeberin

Full text: Großstadt-Sozialismus / Ebeling, Martin

VIII. Die Gemeinde als Arbeitgeberin.	59

Streben in der Praxis Bahn bricht, jedem Familienvater ein Stückchen Land zur Verfügung zu stellen. Die Idee der Gartenstadt, der Errichtung von Arbeiterhäusern aus dem Wege der Genossenschaft in der Peripherie der Großstadt marschiert.

Auch der Frage der Gewinnbeteiligung ihrer Arbeiter wird die Kommune Berlin nahetreten müssen und dies um so mehr, als eine Kommune gesetzlich gezwungen ist, ihr Soll und Haben aller Welt klarzulegen; an eine Bilanzverschleierung ist daher nicht zu denken.

Sicher ist, daß bei Gewinnbeteiligung der Arbeiter diese das ihnen anvertraute Material im Unternehmer-geist verwenden werden; eine im anderen Falle eintretende in der menschlichen Natur liegende schlechtere Behandlung auf Generalunkosten liegt aus der Hand.

Die Arbeiterausschüsse müssen weiter ausgebaut werden, insbesonders dürfen dieselben nicht durch kleine bureau-kratische Kniffe unwirksam gemacht werden; das verbittert den Arbeitern die Lust in ihrem Ausschuß und sie versuchen die Vertretung ihrer Interessen durch große Verbände, die nicht immer eine glückliche Hand haben können, weil die kommunalen Verhältnisse immer spezieller Natur und nicht der Allgemeinheit einer ganzen Arbeiterklasse aus den Leib geschrieben sind. Bereits 1890 sind nach dieser Richtung hin kaiserliche Erlasse ergangen, denen man recht zögernd gefolgt ist. Privatbetriebe sind darin der Stadt lange vorausgegangen; so besteht in der Fabrik des Vorkämpfers für Bodenreform Heinrich Freese schon seit 17 Iahren ein Arbeiterausschuß. Seine Sitzungen müssen öffentlich sein, und jeden zu Worte kommen lassen.

Eine glückliche Hand hat die Kommune Berlin bei ihren Gewerbegerichten gezeigt. Als Einigungsamt bei Streitigkeiten zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern wird das Gewerbegericht noch eine große Zukunft haben.
        
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