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V. Arme Kinder

Full text: Großstadt-Sozialismus / Ebeling, Martin

44 Großstadt-Dokumente Bd. 44. Großstadt-Sozialismus.

Die ideale hygienische Milcherzeugung in der Großstadt wird vorläufig an den unzureichenden Stallungen scheitern. Gewiß gibt es Großbetriebe, welche mit ungeheurem Kapital auch in der Großstadt Musterställe errichten können; unsere Weltanschauung sieht aber im Großbetriebe nicht das einzige Ideal wirtschaftlichen Lebens, und so müssen wir auch aus dem für die Kinderwelt so wichtigen Gebiete der Milchproduktion sagen, daß dieselbe in der hygienisch geforderten Weise sich nicht durchsetzen läßt, weil die Mietspreise für Musterstallungen zu hohe sind.

Man mag noch so schöne Forderungen bezüglich der Milchgewinnung stellen, die rauhe Wirklichkeit wird dieselben unwirksam machen. Helfen könnte der genossenschaftliche Zusammenschluß der Milchproduzenten von Berlin und der gemeinsame Bau von großen Musterställen, in welchen jeder Genosse seine Tiere unterbringen kann.

Von seiten der Stadt Berlin wird an das Herangehen an solche soziale Arbeit innerhalb der Stadt fürs erste nicht zu denken sein. Der Bau von großen Muster-ställen aus dem Wege der Genossenschaft mit boden-resormerischer Grundlage würde eine soziale Großtat sein.

Erst in der Verbindung mit der Bodenreform erhalten die nachfolgenden Zeitsätze Fleisch und Blut, welche der Verein für Armenpflege und Wohltätigkeit behufs Bekämpfung der Säuglingssterblichkeit auf seiner Tagung in Mannheim ausgestellt hat.

„Es ist Pflicht des Staates wie der Gemeinden, der in Deutschland bestehenden übergroßen Säuglingssterblichkeit auf das nachdrücklichste entgegenzutreten. Insoweit an dem Absterben der Kinder im ersten Lebensjahre die ungünstige wirtschaftliche Lage des vorwiegend davon betroffenen Volksteils die Schuld trägt, ist auf deren Besserung nach Kräften hinzuwirken. Unbeschadet der hierauf gerichteten Bestrebungen müssen an posi--
        
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