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Full text: Migration und Alter

Analyse der Angebotsstruktur in Einrichtungen der Altenhilfe für ältere Migrantinnen und Migranten in Frankfurt am Main
Svenja Barg • Jana Mauthner • Vivian Guerrero Meneses • Karin Stiehr
Institut für Soziale Infrastruktur

Migration und Alter

Analyse der Angebotsstruktur in Einrichtungen der Altenhilfe für ältere Migrantinnen und Migranten in Frankfurt am Main
Svenja Barg • Jana Mauthner • Vivian Guerrero Meneses • Karin Stiehr
Institut für Soziale Infrastruktur

Frankfurt am Main 2013

Impressum

Herausgeber Der	Magistrat	der	Stadt	Frankfurt	am	Main Amt	für	multikulturelle	Angelegenheiten ISIS	–	Institut	für	Soziale	Infrastruktur	 Kasseler	Str.	1a,	60486	Frankfurt	 Tel.:	069-264865-0 www.isis-sozialforschung.de info@isis-sozialforschung.de Layout Hardy	Krampertz,	Frankfurt	am	Main

Autorinnen: Svenja	Barg,	Jana	Mauthner,	Vivian	Guerrero	Meneses,	Dr.	Karin	Stiehr

Redaktion Patricia	Baumjohann,	Patrick	Schupp,	Dr.	Eva-Maria	Blum Druck Druck	Brühl	GmbH	&	Co.	KG,	Ranstadt

Kontakt Stadt	Frankfurt	am	Main Amt	für	multikulturelle	Angelegenheiten Lange	Str.	25-27 60311	Frankfurt	Am	Main Tel:		069	/	212-30150 Fax:	069	/	212-37946

Bestellungen Email:	publikation.amka@stadt-frankfurt.de	 www.amka.de Frankfurt	am	Main Januar	2013 ©	Amt	für	multikulturelle	Angelegenheiten

Vorwort

Vorwort 	 der	Dezernentin	zum	Bericht	„Analyse	der	Angebotsstruktur	 für	ältere	Migrantinnen	und	Migranten	in	Frankfurt	a.M.“

Liebe	Leserinnen,	liebe	Leser,

Eine	gute	Versorgung	im	Alter	und	ein	langes	selbst-	und	eigenständiges	Leben	sind	zentrale	Themen	 für	Seniorinnen	und	Senioren.	Dies	gilt	auch	für	die	zugewanderte	Bevölkerung	in	Frankfurt,	die	durch	 eine	große	Vielfalt	geprägt	ist.	Neben	den	Arbeitsmigrantinnen	und	-	migranten	der	ersten	Generation	 leben	auch	viele	andere	Bevölkerungsgruppen	in	Frankfurt	und	stehen	nun	vermehrt	vor	dem	Eintritt	 ins	Rentenalter	oder	sind	bereits	verrentet.	

Bereits	in	den	neunziger	Jahren	entwickelte	sich	die	Versorgung	älterer	Migrantinnen	und	Migranten	zu	 einem	wichtigen	Thema,	mit	dem	sich	das	Amt	für	multikulturelle	Angelegenheiten	intensiv	beschäftigt	 hat.	Mittlerweile	ist	das	Thema	in	Gesellschaft	und	Politik	angekommen.	In	den	letzten	Jahren	ist	die	 Anzahl	älterer	Migrantinnen	und	Migranten	in	Frankfurt	am	Main	deutlich	gestiegen	und	in	den	kommenden	Jahren	ist	mit	einem	weiteren	Zuwachs	zu	rechnen.	

Unsere	 Stadt	 verfügt	 mittlerweile	 über	 vielseitige	 Angebote,	 die	 sich	 speziell	 an	 ältere	 Migrantinnen	 und	Migranten	richten	und	bereits	positive	Wirkungen	hervorgebracht	haben.	Die	Einrichtungen	der	 Altenhilfe	in	Frankfurt	am	Main	müssen	sich	aber	auch	weiterhin	der	wachsenden	Nachfrage	stellen,	um	 über	punktuelle	Angebote	hinaus	zu	kommen.	Obwohl	ein	umfangreiches	Angebot	in	den	verschiedenen	 Bereichen		existiert,	ist	die	Zielgruppe	der	„älteren	Migrantinnen	und	Migranten“	immer	noch	in	vielen	 Einrichtungen	 unterrepräsentiert.	 Häu�ig	 fehlen	 Informationen	 über	 Versorgungsstrukturen	 oder	 es	 bestehen	(Sprach-)	Barrieren,	diese	zu	nutzen.	 Im	Fall	von	P�legebedürftigkeit	ist	eine	gute	und	adäquate	Versorgung	essentiell.	Diese	muss	auch	die	 Bedürfnisse	von	Seniorinnen	und	Senioren	mit	Migrationshintergrund	berücksichtigen.	Interkulturelle	 Öffnung	und	Kultursensibilität	werden	von	daher	zu	wichtigen	Parametern	in	der	Arbeit	der	Altenhilfeeinrichtungen.	Dabei	spielt	auch	die	Vernetzung	mit	anderen	Akteuren	und	Anbietern	aus	dem	Migrationsbereich	eine	wichtige	Rolle.

Mit	der	vorliegenden	Recherche	sollten	vor	diesem	Hintergrund	die	folgenden	Fragen	geklärt	werden: •	 Wie	sieht	die	Angebotsstruktur	in	den	verschiedenen	Bereichen	der	Altenhilfe	in	Frankfurt	am	Main	 aus	und	wie	werden	die	vielfältigen	Angebote	durch	ältere	Migrantinnen	und	Migranten	genutzt? •	 Gibt	es	Hinweise	darauf,	was	fehlt,	um	eine	adäquate	Versorgung	zu	sichern? 4

Vorwort

Die	Recherche	bietet	einen	tiefergehenden	Einblick	zum	Stand	der	Entwicklung	der	Altenhilfe.	Zusätzlich	 wurden	 Angebote	 für	 ältere	 Migrantinnen	 und	 Migranten	 von	 Migrationsdiensten	 und	 von	 Migrantenorganisationen	sowie	religiösen	Zuwanderergemeinden	erfasst.

Die	 durch	 die	 Recherche	 thematisierten	 und	 durch	 die	 Ergebnisse	 neu	 aufgeworfenen	 Fragen	 sind	 Grundlage	für	tiefergehende	Fachdiskussionen,	die	für	die	nächsten	Monate	geplant	sind. Ich	hoffe,	dass	die	vorliegende	Studie	nicht	nur	auf	ein	fachliches	Interesse	trifft,	sondern	allen	Akteuren	 in	der	Altenhilfe	neue	Wege	aufzeigt.	 Stadträtin	Dr.	Nargess	Eskandari-Grünberg, Dezernentin	für	Integration

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Inhaltsverzeichnis

Vorwort	

	

	

	

	
	

	
	

	
	

	
	

	
	

	
	

	
	

	
	

Redaktionelles	Vorwort	

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Teil	I:		 Ausgangslage	
1.	Hintergrund	und	Zielsetzung	 2.	Aktuelle	Situation		in	Frankfurt	am	Main			

	
	 	

	
	 	

10 11 14 14 14 16 16 17 18 19

2.1	Soziodemographische	Merkmale	älterer	Migrantinnen	und	Migranten	 	 	 2.1.1	Anteil	der	älteren	Migrantinnen	und	Migranten	an	der	Bevölkerung		 	 	 2.1.2	Herkunftsländer	 	 	 	 2.1.3	Einkommenssituation	 	 	 	 2.1.4	Familiäre	Netzwerke	 	 	 2.2	Angebotsstruktur	für	Seniorinnen	und	Senioren	 	 	 2.3	Nutzung	der	vorhandenen	Angebote	durch	ältere	Migrantinnen	und	Migranten	

3.	Interkulturelle	Öffnung	und	kultursensible	Altenhilfe	

4.	Zusammenfassung	der	Ergebnisse		

23 3.1	 Diskussionsstand	zur	interkulturellen	Öffnung	und	kultursensiblen	Altenhilfe	 23 	 3.1.1Interkulturelle	Öffnung	von	Einrichtung	der	Altenhilfe		 	 	 25 	 3.1.2	Kultursensibilität	in	der	Altenhilfe		 	 	 27 3.2	Handlungsansätze	zur	Realisierung	interkultureller	Öffnung	und	kultursensibler Altenhilfe		 	 	 	 28

	

	

	

	

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Teil	II:	 Erhebung	zu	Angeboten	der	Altenhilfe	in	Frankfurt	am	 Main	und	deren	Nutzung	durch	ältere	Migrantinnen	 und	Migranten	 	 	
5.	Erhebungsziele	und	Forschungsfragen	 6.		Methoden	und	Verfahren	
6.1	Fragebogendesign		 6.2	Identi�ikation	und	Auswahl	der	Adressaten	 6.3	Durchführung	der	Befragung		 6

	 	
	 	 	

	 	
	 	 	

32 34 34 35 38

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Inhaltsverzeichnis

7.	Ergebnisse	 	 7.1	Ambulante	und	stationäre	Einrichtungen	im	Bereich	der	P�lege	

	 	 	

8.	Resümee	und	Schlussfolgerungen		

	 	 7.1.1	Strukturmerkmale	der	Einrichtungen		 	 7.1.2	Personelle	Ausstattung		 	 7.1.3	Angebote	für	ältere	Migrantinnen	und	Migranten		 	 7.1.4	Ansprache	älterer	Migrantinnen	und	Migranten		 	 7.1.5	Interkulturelle	Öffnung	und	kultursensible	Altenhilfe		 	 7.1.6	Kooperation	mit	anderen	Organisationen		 	 7.1.7	Wünsche	und	Pläne			 	 7.2	Einrichtungen	der	offenen	Altenhilfe	und	Migrationsdienste		 	 7.2.1	Strukturmerkmale	der	Einrichtungen		 	 7.2.2	Personelle	Ausstattung		 	 7.2.3	Angebote	für	ältere	Migrantinnen	und	Migranten		 	 7.2.4	Ansprache	älterer	Migrantinnen	und	Migranten		 	 7.2.5	Interkulturelle	Öffnung	und	kultursensible	Altenhilfe		 	 7.2.6	Kooperation	mit	anderen	Organisationen		 	 7.2.7	Wünsche	und	Pläne		 	 7.3	Migrantenselbstorganisationen	und	religiöse	Zuwanderergemeinden		 	 7.3.1	Strukturmerkmale	der	Organisationen	 	 7.3.2	Angebotsstruktur	 	 7.3.3	Ansprache	älterer	Migrantinnen	und	Migranten		 	 7.3.4	Kooperation	mit	anderen	Organisationen		 	 7.3.5	Wünsche	und	Pläne		 	 7.4	Vergleichende	Zusammenfassung	der	Ergebnisse		 	 7.4.1	Interkulturelle	Öffnung	von	Einrichtungen	im	Bereich	der	P�lege	und 											offenen	Altenhilfe	sowie	Migrationsdiensten		 	 	 7.4.2	Kooperation	und	Vernetzung		 	 8.1	Prozess	der	interkulturellen	Öffnung	in	den	befragten	Organisationen	 8.2	Anregungen	und	Empfehlungen		 	

	

	 	 	 	 	 	 	 	 	 	 	 	 	 	 	 	 	 	 	 	 	 	 	 	 	

	

39 39 39 41 43 49 49 52 54 55 56 57 59 65 66 67 68 70 70 72 75 76 77 77 78 82 85 85 87 90

	

9.	Literaturverzeichnis		

	

	 	

	

	

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Redaktionelles	Vorwort

Redaktionelles	Vorwort

Das	Amt	für	multikulturelle	Angelegenheiten	beauftragte	im	Herbst	2011	das	Institut	für	Soziale	Infrastruktur	(ISIS)	mit	der	Erstellung	der	Recherche	„Analyse	der	Angebotsstruktur	für	ältere	Migrantinnen	 und	Migranten	in	Frankfurt	am	Main“.	Anliegen	dieses	Rechercheauftrags	war	es,	einen	aktuellen	Einblick	in	die	Entwicklung	der	in	Frankfurt	bestehenden	Angebote	für	ältere	Migrantinnen	und	Migranten	 zu	erhalten.	Die	vorliegende	Untersuchung	schließt	zugleich	eine	Lücke	zu	Berichten	aus	früheren	Jahren.	 Im	Rahmen	einer	quantitativen	Erhebung	wurden	im	Frühjahr	2012	zahlreiche	Einrichtungen	der	Altenhilfe,	 Migrationsdienste,	 Migrantenselbstorganisationen	 sowie	 religiöse	 Zuwanderergemeinden	 in	 Frankfurt	zu	ihren	Angeboten	befragt.	Die	Befragung	bezog	sich	auf	die	folgenden	Bereiche: 	 •	 Soziale	Beratungsangebote 	 •	 Freizeit-	und	Bildungsangebote 	 •	 Ambulante	P�legedienste 	 •	 Stationäre	P�legeeinrichtungen	

Sie	hatte	zum	Ziel,	die	Angebotsstruktur	in	verschiedenen	Bereichen	der	Altenhilfe	und	-p�lege	und	die	 Nutzung	 der	 Angebote	 durch	 ältere	 Migrantinnen	 und	 Migranten	 möglichst	 breit	 zu	 erfassen.	 Daher	 wurden	die	Einrichtungen	zu	ihrem	generellen	Angebot	sowie	zu	ihrer	Nutzungsfrequenz	durch	diese	 Zielgruppe	abgefragt.	Zusätzlich	wurden	Angebote	erfasst,	die	sich	speziell	an	ältere	Migrantinnen	und	 Migranten	richten.	Um	einen	umfassenden	Einblick	zu	erhalten,	wurden	neben	dem	Altenhilfebereich	 auch	Migrationsdienste	und	Migrantenselbstorganisationen	sowie	religiöse	Zuwanderergemeinden	zu	 diesen	Punkten	befragt.

Die	vorliegende	Recherche	wurde	im	Vorfeld	des	Fachforums	„Altenhilfe	für	ältere	Migrantinnen	und	 Migranten	in	Frankfurt	am	Main”	(Januar	2013)	erstellt,	einer	Kooperation	zwischen	dem	Amt	für	multikulturelle	Angelegenheiten	und	dem	Jugend-	und	Sozialamt	der	Stadt	Frankfurt	am	Main.	Sie	bietet	eine	 Vorlage	 für	 weiterführende	 Fachdiskussionen	 um	 das	 Thema	 „Altenhilfe	 für	 ältere	 Migrantinnen	 und	 Migranten	in	Frankfurt”	und	ist	als	Arbeitspapier	zu	verstehen.	 Die	Recherche	richtet	sich	an	Fachleute	aus	den	Bereichen	der	Altenhilfe	und	Migrationsarbeit	in	Frankfurt	und	ist	eine	Handreichung	für	alle	am	Themenfeld	„Alter	und	Migration”	Interessierte.	 8

Redaktionelles	Vorwort

Im	ersten	Teil	des	Berichts	wird	zunächst	die	Ausgangslage	beschrieben.	Dazu	werden	aktuelle	statistische	Daten	in	Frankfurt	zusammengefasst	sowie	der	Stand	der	Fachdiskussion	zur	Interkulturellen	Öffnung	und	kultursensiblen	Altenhilfe	wiedergegeben.	Der	Au�bau	und	die	Ergebnisse	der	quantitativen	 Befragung	sind	im	zweiten	Teil	dargelegt.	Der	Schlussteil	fasst	die	Ergebnisse	der	Befragung	zusammen	 und	 stellt	 die	 sich	 ergebenen	 Anregungen	 und	 Empfehlungen	 für	 die	 weiterführende	 Fachdiskussion	 dar.	 Die	Fragebögen	der	empirischen	Untersuchung	dieser	Recherche	sind	auf	Anfrage	beim	Amt	für	multikulturelle	Angelegenheiten	unter	der	Emailadresse	information.amka@stadt-frankfurt.de	erhältlich.	 	 	 	 	 	 	 	 	

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Teil	I:		 Ausgangslage

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I.	Ausgangslage:	1.	Hintergrund	und	Zieletzung

1.	Hintergrund	und	Zielsetzung

Das	 Thema	 Alter	 und	 Migration	 gewinnt	 aus	 gesellschafts-	 und	 sozialpolitischer	 Perspektive	 zunehmend	an	Relevanz.	Hinzu	kommt,	dass	durch	den	Alterungsprozess	der	ersten	Generation	der	(Arbeits-)	 Migrantinnen	und	Migranten	die	Zahl	der	älteren	Menschen	mit	Migrationserfahrung	absolut	und	relativ	wächst,	auch	wenn	Personen	mit	Migrationserfahrung	heute	noch	durchschnittlich	jünger	sind	als	 jene	ohne	Migrationserfahrung.	

Frankfurt	am	Main	als	„Global	City“	ist	u.a.	durch	ökonomische	Prosperität,	sozialen	Wandel	und	Mobilität,	Migration	sowie	heterogene	Lebensstile	und	Entwicklungen	geprägt.	Ein	Phänomen	in	diesem	 Zusammenhang	ist	die	Existenz	sowohl	von	Communities	von	Migrantinnen	und	Migranten	eines	Herkunftslandes	als	auch	heterogener	Gruppen.	Der	sich	vollziehende	demographische	Prozess	der	Alterung	sowohl	in	der	deutschen	als	auch	in	der	ausländischen	Bevölkerung	führt	dazu,	dass	gesellschaftlicher	und	sozialpolitischer	Handlungsbedarf	offen	gelegt	wird.	

Im	 Hinblick	 auf	das	Altern	der	Menschen	 mit	 Migrationserfahrung	 können	 neben	 positiven,	 die	 Integration	fördernden	Ein�lüssen,	auch	vielfache	Benachteiligungsstrukturen	beobachtet	werden.	So	hebt	 beispielsweise	Olbermann	hervor,	dass	für	ältere	Migrantinnen	und	Migranten	zum	Risiko	ethnischer	 Diskriminierungen	 auch	 das	 der	 Altersdiskriminierung	 hinzu	 kommt	 („double	 jeopardy“)	 und	 weist	 darauf	 hin,	 dass	 sich	 die	 Diskriminierungseffekte	 Alter	 und	 Ethnizität	 wechselseitig	 verstärken	 (vgl.	 Olbermann	2003:	118).

Ein	anderes	Strukturmerkmal,	das	in	der	Diskussion	von	Alter	und	Migration	eine	Rolle	spielt,	ist	die	 sogenannte	„Ausländermorbidität“.	Der	hohe	Bedarf	an	medizinischer	und	p�legerischer	Betreuung,	den	 Menschen	mit	Migrationserfahrung	–	zumindest	der	ersten	Generation	–	aufweisen	können,	liegt	dieser	 Annahme	zufolge	nicht	nur	an	der	steigenden	Zahl	älterer	Zuwanderinnen	und	Zuwanderer,	sondern	 auch	an	der	prozentual	erhöhten	Krankheitshäu�igkeit,	die	aus	der	oftmals	körperlich	belastenden	und	 gesundheitsschädigenden	 Tätigkeit	 der	 Arbeitsmigrantinnen	 und	 -migranten	 resultiert.	 Im	 Vergleich	 zur	deutschen	Bevölkerung	können	Menschen	 mit	 Migrationserfahrung	 häu�iger	 von	 physischen	und	 psychischen	Gesundheitseinschränkungen	betroffen	sein.1	Dies	kann	das	Resultat	multipler	Ein�lussfaktoren,	wie	physisch	belastender	Erwerbsarbeit,	Einkommensschwäche	sowie	psychischer	Traumatisierungs-	und	Diskriminierungserfahrungen,	sein	(vgl.	Stadt	Frankfurt	am	Main	2006:	71).	Menschen	mit	 Migrationserfahrung	sind	im	Durchschnitt	rund	zehn	Jahre	früher	als	Personen	ohne	Migrationshistorie	 auf	P�lege-	und	Betreuungsmaßnahmen	angewiesen	(vgl.	Stadt	Frankfurt	am	Main	2006:	72). Dass	Angebote	der	Altenhilfe	trotz	dieser	Bedarfe	nicht	genutzt	werden,	steht	neben	Informationsde�iziten,	gesellschaftlichen	Benachteiligungen	 und	Vorurteilen	gegenüber	deutschen	Institutionen	 (vgl.	 Stadt	Frankfurt	am	Main	2006:	126)	oft	in	enger	Relation	zu	der	Vorstellung	älterer	Migrantinnen	und	 Migranten	 hinsichtlich	 einer	 intergenerativen	 (Betreuungs-)Verp�lichtung	 der	 Kinder.	 So	 kann	 davon	 ausgegangen	 werden,	 dass,	 solange	 gefestigte	 informelle	 Familiennetzwerke	 bestehen,	 weniger	 auf	 formale	Hilfeleistungen	und	Angebote	zurückgegriffen	wird	und	P�lege-	und	Betreuungseinrichtungen	
	Dieser	Befund	gilt	in	der	Tendenz	auch	für	ältere	Flüchtlinge,	denen	sehr	häu�ig	die	Informationen	über	vorhandene	medizinische,	 p�legerische	 und	 ambulante	 Versorgungsleistungen	 fehlen,	 was	 zu	 einer	 Verschlechterung	 ihres	 gesundheitlichen	 Zustands	führen	kann	(vgl.	Zeman	/	Kalisch	2008:	3).
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I.	Ausgangslage:	1.	Hintergrund	und	Zieletzung

seltener	 als	 durch	 die	 gleichaltrige	 einheimische	 Bevölkerung	 frequentiert	 werden	 (vgl.	 Olbermann	 2003:	133f.).

Die	Stadt	Frankfurt	am	Main	hat	mit	der	Gründung	des	Amts	für	multikulturelle	Angelegenheiten	im	Jahr	 1989	eine	sehr	frühe	Auseinandersetzung	mit	den	Themen	Migration,	Integration	und	Vielfalt	begonnen.	 Seitdem	wurden	zahlreiche	Studien,	politische	und	praktische	Maßnahmen	initiiert	und	gemeinsam	mit	 den	Wohlfahrtsverbänden	umgesetzt.	Hierzu	zählen	im	Bereich	Alter	und	Migration	insbesondere: •	 Erste	öffentliche	Anhörung	zur	Lage	der	Migrant/innen	in	Frankfurt	(1989) •	 Etablierung	der	Einrichtung	HIWA	(kurdisch	„Hoffnung“),	einer	Beratungsstelle	für	ältere	Migrantinnen	und	Migranten,	die	ihren	Fokus	auf	die	soziale	Versorgung	älterer	Menschen	mit	Migrationserfahrung	legt	(1992) •	 Studie	„Alter	und	Migration	–	Eine	statistische	Erfassung	der	älteren	Arbeitsmigrantinnen	und	-migranten	in	Frankfurt	am	Main“	(1992)	 •	 Fachtagungen	zum	Thema	„Die	älteren	Arbeitsmigrant/innen	–	Berichte	aus	Forschung	und	Praxis“	 (seit	1993) •	 Gründung	des	Frankfurter	Arbeitskreises	„Ältere	Migrant/innen	HIWA“	(1995) •	 Konferenz	für	Führungskräfte	aus	Alten-	und	P�legeheimen	und	aus	der	Stadtverwaltung	(1996) •	 Informationsveranstaltung	für	P�legepersonal	im	ambulanten	Dienst	mit	dem	Thema	„Orientierung	 der	Aus-	und	Fortbildung	der	P�legekräfte	im	Umgang	mit	Menschen	aus	verschiedenen	Ländern“	 (1996) •	 Projekt	„Älter	werden	in	Frankfurt	–	Lebensweisen	in	der	multikulturellen	Stadt“	in	Zusammenarbeit	mit	der	Universität	des	3.	Lebensalters	an	der	Johann	Wolfgang	Goethe	Universität	(1997) •	 Informationsveranstaltung	zum	Thema	„Angebote	der	Altenhilfe	für	Alte	und	P�legebedürftige“	(1997) •	 Projekt:	„Mit	einem	Koffer	voller	Träume	-	„Ältere	Zuwanderer	erzählen“	(2001) •	 Interkulturelle	Hilfestellung	in	Rentenfragen	(seit	2002) •	 Unterzeichnung	des	Memorandum	für	eine	kultursensible	Altenhilfe	(2002) •	 Fachtagung	 zur	 Selbstorganisation	 zwischen	 Förderung	 und	 Überförderung	 –	 Perspektiven	 der	 interkulturellen	 Altenhilfe	 des	 Caritasverbandes	 Frankfurt	 e.V.	 und	 dem	 Amt	 für	 multikulturelle	 Angelegenheiten	der	Stadt	Frankfurt	(2005) Studien	des	Sozialdezernats	der	Stadt	Frankfurt	am	Main: •	 Studie	 zur	 gesellschaftlichen	 Teilhabe	 älterer	 Migrantinnen	 und	 Migranten	 in	 Frankfurt	 am	 Main	 (2005)	 •	 Berichte	zur	Partizipativen	Altersplanung	für	eine	bedürfnisgerechte	Ausrichtung	von	Angeboten	 an	ältere	Migrantinnen	und	Migranten	(2006)	

Vor	diesem	Hintergrund	ist	es	Ziel	der	vorliegenden	Studie,	den	Grad	der	Partizipation	von	Menschen	 mit	Migrationserfahrung	an	Angeboten	der	Altenhilfe	in	Frankfurt	am	Main	zu	ermitteln.	In	Anlehnung	 an	die	De�inition	des	Amts	für	multikulturelle	Angelegenheiten	in	Frankfurt	am	Main	werden	als	„ältere	 Migrantinnen	und	Migranten“	Personen	bezeichnet,	die	nicht	die	deutsche	Staatsbürgerschaft	besitzen,	 im	Ausland	geboren	und	nach	Deutschland	gezogen	sind	oder	mittlerweile	eingebürgert	wurden.	In	der	 Regel	zählen	hierzu	Arbeitsmigrantinnen	und	-migranten,	Flüchtlinge,	jüdische	Kontingent�lüchtlinge,	 Aussiedlerinnen	und	Aussiedler,	Vertriebene	sowie	deren	Kinder,	die	das	55.	Lebensjahr	überschritten	 haben. 12

I.	Ausgangslage:	1.	Hintergrund	und	Zieletzung

Um	 einen	 Einblick	 zu	 erhalten,	 inwiefern	 ältere	 Menschen	 mit	 Migrationserfahrung	 	 Angebote	 der	 Altenhilfe	 nutzen,	 werden	 im	 Rahmen	 der	 Darstellung	 der	 Ausgangslage	 bereits	 vorliegende	 jüngere	 Ergebnisse	 zur	 Partizipation	 an	 Angeboten	 in	 ambulanten	 und	 stationären	 P�lege-,	 Beratungs-,	 Begegnungsstätten,	 religiösen	 Zuwanderergemeinden	 und	 Migrantenselbstorganisationen	 erfasst.	 Als	 Datengrundlage	dienen	insbesondere	der	„Bericht	zur	gesellschaftlichen	Teilhabe	älterer	Migrantinnen	 und	Migranten	in	Frankfurt	am	Main“	(Stadt	Frankfurt	am	Main,	Der	Dezernent	für	Soziales	und	Jugend	 2005)	und	die	„Berichte	zur	Partizipativen	Altersplanung“	(Stadt	Frankfurt	am	Main,	Der	Dezernent	für	 Soziales	und	Jugend	2006).	 	 Die	Darstellung	der	Ausgangslage	gliedert	sich	in	die	folgenden	inhaltlichen	Schwerpunkte: •	 Aktuelle	 Situation:	 Dieses	 Kapitel	 nimmt	 Bezug	 auf	 die	 verfügbaren	 soziodemogra�ischen	 Daten	 des	Melderegisters	der	Stadt	Frankfurt	am	Main.	Diese	werden	im	Hinblick	auf	die	Variablen	Alter,	 Herkunftsland,	Einkommenssituation	und	Familienstand	betrachtet.	Zudem	werden	hier	die	Strukturen	 von	 Einrichtungen	 der	 Altenhilfe	 und	 deren	 Angebotsformen	 dargestellt	 und	 bisherige	 Erkenntnisse	zur	Nutzung	von	Angeboten	durch	ältere	Menschen	mit	Migrationserfahrung	referiert. •	 Interkulturelle	Kompetenz	und	kultursensible	Altenhilfe:	In	diesem	Abschnitt	werden	neben	möglichen	Zugangsbarrieren	zu	Einrichtungen	der	Altenhilfe	die	Konzepte	der	interkulturellen	Öffnung	 und	kultursensiblen	Altenhilfe	behandelt. •	 Resümee	und	Ausblick:	Die	gesammelten	Befunde	werden	in	einem	Schlusskapitel	zusammengeführt	und	bilden	die	Grundlage	für	die	durchgeführte	Analyse	der	Angebotsstruktur	und	Wahrnehmung	von	Angeboten	der	Altenhilfe	von	älteren	Menschen	mit	Migrationserfahrung	in	Frankfurt	am	 Main.

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I.	Ausgangslage:	2.	Aktuelle	Situation	in	Frankfurt

2.	Aktuelle	Situation	in	Frankfurt	am	Main

Die	 aktuelle	 Situation	 von	 älteren	 Menschen	 mit	 Migrationserfahrung	 in	 Frankfurt	 am	 Main	 soll	 im	 Folgenden	anhand	soziodemographischer	Strukturmerkmale	dargestellt	werden.	Um	einen	Zusammenhang	zwischen	soziodemographischen	Merkmalen	und	der	Nutzung	von	Angeboten	der	Altenhilfe	durch	 ältere	Menschen	mit	Migrationserfahrung	herstellen	 zu	können,	werden	zunächst	die	Strukturen	der	 Altenhilfe	dargestellt,	um	anschließend	die	Partizipation	von	Menschen	mit	Migrationshintergrund	an	 bereitgestellten	Angeboten	zu	erörtern. 2.1	Soziodemographische	Merkmale	älterer	Migrantinnen	und	Migranten Die	im	vorigen	Kapitel	angerissenen	besonderen	Lebenslagen	älterer	Migrantinnen	und	Migranten	lassen	sich	zum	Teil	anhand	des	Statistischen	Jahrbuchs	der	Stadt	Frankfurt	am	Main	im	Hinblick	auf	die	 Variablen	Alter,	Herkunftsland,	Einkommenssituation	und	Familienstand	genauer	betrachten.	

Die	amtliche	Statistik	der	Stadt	Frankfurt	am	Main,	die	auf	dem	Melderegister	beruht,	weist	vorrangig	 Daten	zu	den	in	Frankfurt	lebenden	Ausländerinnen	und	Ausländern2	und	vereinzelt	zu	Deutschen	„mit	 Migrationshinweis“	3	aus.	Meist	beziehen	sich	daher	die	im	Folgenden	referierten	Daten	ausschließlich	 auf	die	Wohnbevölkerung	mit	ausländischer	Staatsangehörigkeit	in	Frankfurt	am	Main. 2.1.1	Anteil	der	älteren	Migrantinnen	und	Migranten	an	der	Bevölkerung Im	Jahr	2010	waren	insgesamt	656.427	Menschen	mit	einer	Hauptwohnung	in	Frankfurt	am	Main	gemeldet.	17,6%	von	ihnen	waren	im	Alter	von	50	bis	64	Jahren,	12,2%	im	Alter	von	65	bis	79	Jahren	und	 4,4%	im	Alter	von	80	Jahren	und	mehr.	Hinsichtlich	ihrer	Staatsangehörigkeit	setzte	sich	die	Frankfurter	 Bevölkerung	im	Jahr	2010	wie	folgt	zusammen	(vgl.	Tabelle	2.8,	Statistisches	Jahrbuch	der	Stadt	Frankfurt	am	Main	2011): •	 403.115	Personen	hatten	die	deutsche	Staatsbürgerschaft	ohne	Migrationshinweis.	40,5%	von	ihnen	waren	50	Jahre	und	älter,	darunter	18,1%	im	Alter	von	50	bis	64	Jahren,	15,8%	im	Alter	von	65	 bis	79	Jahren	und	6,6%	im	Alter	von	80	Jahren	und	mehr. •	 88.430	Personen	hatten	die	deutsche	Staatsbürgerschaft	mit	Migrationshinweis.	19,8%	waren	50	 Jahre	und	älter,	darunter	15,3%	im	Alter	von	50	bis	64	Jahren,	3,8%	im	Alter	von	65	bis	79	Jahren	 	 und	0,7%	im	Alter	von	80	Jahren	und	mehr. •	 164.882	 Ausländerinnen	 und	 Ausländer	 hatten	 weiterhin	 ihre	 Hauptwohnung	 in	 Frankfurt	 am	 Main.	Von	ihnen	waren	26,4%	50	Jahre	und	älter,	darunter	17,6%		im	Alter	von	50	bis	64	Jahren,	 7,8%	im	Alter	von	65	bis	79	Jahren	und	1%	im	Alter	von	80	Jahren	und	mehr. 25,1%	der	Frankfurter	Wohnbevölkerung	setzte	sich	somit	aus	Ausländerinnen	und	Ausländern	zusammen;	weiterhin	machten	Personen,	die	zwar	die	deutsche	Staatsbürgerschaft,	aber	auch	einen	Migrati2 3

	Dies	sind	Personen	mit	einer	fremden	oder	ungeklärten	Staatszugehörigkeit	sowie	Staatenlose.	 	Einen	Migrationshinweis	haben	„	(...)	Kinder,	die	durch	Geburt	(...)	die	deutsche	Staatsangehörigkeit	nach	dem	Optionsmodell	 erhalten	haben,	Personen	mit	einer	weiteren	Staatsangehörigkeit	sowie	Eingebürgerte	und	Spätaussiedlerinnen	und	Spätaussiedler“	(Statistisches	Jahrbuch	2011:	9).	Bei	der	Gruppe	der	Spätaussiedler	werden	allerdings	nur	die	nach	1945	in	einem	Aussiedlerstaat	Geborenen	gezählt.	Der	„Migrationshintergrund“	wird	bei	statistischen	Erhebungen	des	Statistischen	Bundesamts	 verwendet.	Dieser	erfasst,	anders	als	der	„Migrationshinweis“	auch	den	familiären	Migrationshintergrund,	also	z.	B.	Kinder	mit	 einem	ausländischen	Elternteil.		

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I.	Ausgangslage:	2.	Aktuelle	Situation	in	Frankfurt

onshinweis	hatten,	einen	Anteil	von	13,5%	aus.	Weit	über	ein	Drittel	mit	Hauptwohnsitz	in	Frankfurt	 hatte	folglich	einen	Migrationshintergrund.	

Hervorzuheben	ist,	dass	rund	ein	Viertel	der	Ausländerinnen	und	Ausländer	und	ein	Fünftel	der	Deutschen	mit	Migrationshinweis	zur	Gruppe	der	über	50-Jährigen	gehören.	 Eine	 Beurteilung	 der	 Entwicklungen	 der	 letzten	 10	 Jahre	 kann	 nur	 auf	 Basis	 von	 Daten	 erfolgen,	 die	 zwischen	deutscher	und	ausländischer	Bevölkerung	unterscheiden.	 Tabelle	1:	Einwohnerinnen	und	Einwohner	nach	Alter	in	Jahren	und	Staatsangehörigkeit 55	–	59 65	–	69 60	–	64	 70	–	74	 75	–	79	 80	–	84	 85	und	älter 2000 Deutsche 29.479 31.513 23.315 22.709 20.616 11.694 13.286 Ausländer/innen 9.377 7.802 4.740 2.668 1.359 613 555 2010 Deutsche 28.364 25.781 24.504 25.376 17.258 13.928 13.407 9.339 9.070 5.903 4.565 2.438 1.172 664 Ausländer/innen

152.612 27.144 148.618 33.151 Quelle:	Statistisches	Jahrbuch	der	Stadt	Frankfurt	am	Main	2011,	Tab.	2.12	und	2.16

Die	obige	Tabelle	zeigt,	dass	die	Gruppe	der	55-Jährigen	und	Älteren	unter	den	Einwohnerinnen	und	Einwohnern	deutscher	Staatsangehörigkeit	seit	dem	Jahr	2000	leicht	gesunken	ist,	während	sie	bei	den	Ausländerinnen	und	Ausländern	anstieg.	Dies	steht	im	Einklang	mit	der	Zunahme	ihres	Durchschnittsalters	von	 35,1	auf	39,3	Jahre.	Eine	umgekehrte	Entwicklung	lässt	sich	bei	den	deutschen	Einwohnerinnen	und	Einwohnern	erkennen.	Bei	ihnen	lag	das	Durchschnittsalter	im	Jahr	2000	noch	bei	44,38	Jahren,	wohingegen	 es	im	Jahr	2010	auf	42,13	Jahre	sank	(vgl.	Tabelle	2.22,	Statistisches	Jahrbuch	der	Stadt	Frankfurt	2011). Tabelle	2:	Einwohnerinnen	und	Einwohner	im	Alter	über	64		nach	Geschlecht	und	Staatsangehörigkeit 91.620 9.935 94.718 14,739 Quelle:	Statistisches	Jahrbuch	der	Stadt	Frankfurt	am	Main	2011,	Tab.	2.12	und	2.13 Frauen Männer	 Deutsche 58.922 32.698 2000 Ausländer/innen 4.676 5.259 Deutsche 56.317 38.401 2010 Ausländer/innen 6.973 7.766

Anders	als	bei	der	deutschen	Bevölkerung	ist	bei	der	Alterskohorte	von	65	und	mehr	Jahren	bei	Ausländerinnen	und	Ausländer	noch	kein	Frauenüberschuss	erkennbar,	der	aufgrund	ihrer	längeren	Lebenserwartung	für	sie	charakteristisch	ist.	Während	der	Anteil	deutscher	Frauen	im	Jahr	2000	bei	64,3%	lag	 und	bis	2010	auf	59,5%	sank,	lag	der	Anteil	ausländischer	Frauen	in	beiden	Jahren	stabil	bei	47,1%	bzw.	 47,3%.	Dies	zeigt,	dass	die	ältere	ausländische	Bevölkerung	noch	nicht	die	Altersklassen	prägt,	in	denen	 der	 Frauenüberschuss	 statistisch	 relevant	 wird;	 aufgrund	 des	 beschleunigten	 Alterungsprozesses	 ist	 jedoch	davon	auszugehen,	dass	dies	in	absehbarer	Zeit	der	Fall	sein	wird. 15

I.	Ausgangslage:	2.	Aktuelle	Situation	in	Frankfurt

2.1.2	Herkunftsländer

Neben	der	Altersstruktur	der	Ausländerinnen	und	Ausländer	sind	die	unterschiedlichen	Herkunftsländer	bedeutsam,	da	sie	eine	große	Heterogenität	aufweisen	(vgl.	Tabelle	2.29,	Statistisches	Jahrbuch	der	 Stadt	Frankfurt	am	Main	2011).	Die	neun	häu�igsten	Herkunftsländer	im	Jahr	2010	waren: •	 Türkei	(29.368	Personen)	 •	 Italien	(13.261	Personen) •	 Kroatien	(11.413	Personen) •	 Polen	(10.188	Personen)	 •	 Serbien	(9.496	Personen) •	 Griechenland	(5.895	Personen)	 •	 Marokko	(5.687	Personen) •	 Bosnien	und	Herzegowina	(4.929	Personen) •	 Spanien	(4.518	Personen) Personen	aus	den	genannten	Ländern	stellen	aber	nur	57,4%	der	rund	167.000	im	Jahr	2010	in	Frankfurt	lebenden	Ausländerinnen	und	Ausländer;	42,6%	stammten	aus	anderen	Herkunftsländern.	Diese	 Daten	verdeutlichen	eine	außerordentlich	große	Diversität	der	ausländischen	Bevölkerung,	die	im	Zusammenhang	mit	migrationspolitischen	Maßnahmen	zu	berücksichtigen	ist. 2.1.3		 Einkommenssituation Die	verfügbaren	wirtschaftlichen	Mittel	in	Form	von	Einkommen	und	Vermögen	bestimmen	als	individuelle	Ressourcen	den	Spielraum	für	die	aktuelle	Lebensgestaltung	und	haben	bedeutenden	Ein�luss	auf	 die	Lebenssituation	im	Alter.	Eine	gesicherte	Existenzgrundlage	ist	Voraussetzung	für	ein	aktives	und	 selbstständiges	Leben.	Das	Einkommen	ist	jedoch	auch	ein	Faktor,	der	die	Einbindung	in	verschiedene	 gesellschaftliche	Institutionen	beein�lusst.	Beim	Rentenbezug	spielt	die	Erwerbsbiogra�ie	eine	entscheidende	Rolle,	da	er	von	der	Beitragsdauer	und	Beitragshöhe	im	Verlauf	der	Erwerbstätigkeit	abhängt.	 Durch	die	Anwendung	des	Standardrentensystems	sind	Menschen	mit	wenigen	Arbeitsjahren	oder	in	 geringfügiger	Beschäftigung	strukturell	benachteiligt	(vgl.	Olbermann	2003:	124f.).	Den	vollen	Rentenanspruch	können	nur	Berufstätige	erreichen,	die	45	Jahre	in	Vollzeit	in	einem	durchschnittlich	vergüteten	Beruf	gearbeitet	haben.	Diese	Anforderung	erfüllen	jedoch	nur	wenige	Menschen	mit	Migrationserfahrung.	So	sind	Menschen	mit	Migrationshintergrund	im	Alter	häu�ig	von	Armut	betroffen,	die	zudem	 einen	der	Hauptfaktoren	für	Risiken	der	sozialen	Ausgrenzung	darstellt	(vgl.	Habermann	2002:	23).

In	Frankfurt	am	Main	gingen	im	Jahr	2010	490.813	Personen	einer	sozialversicherungsp�lichtigen	Arbeit	nach,	darunter	74.395	Ausländerinnen	und	Ausländer	(vgl.	Tabelle	4.10,	Statistisches	Jahrbuch	der	 Stadt	Frankfurt	am	Main	2011).	Weiterhin	arbeiteten	im	Jahr	2010	in	Frankfurt	am	Main	46.658	Arbeitnehmer	in	geringfügiger	Beschäftigung.	Unter	den	geringfügig	Beschäftigten	�inden	sich	12.517	Ausländerinnen	und	Ausländer	(vgl.	Tabelle	4.16,	Statistisches	Jahrbuch	der	Stadt	Frankfurt	am	Main	2011).

Unter	den	insgesamt	26.833	registrierten	Arbeitslosen	in	Frankfurt	am	Main	Ende	2010	waren	10.330	 Ausländerinnen	und	Ausländer,	während	die	Anzahl	der	deutschen	Erwerbsarbeitslosen	bei	17.371	lag	 (vgl.	Tabelle	4.18,	Statistisches	Jahrbuch	der	Stadt	Frankfurt	am	Main	2011).	Zwischen	den	Jahren	2000	 16

I.	Ausgangslage:	2.	Aktuelle	Situation	in	Frankfurt

und	2010	stieg	die	Zahl	der	ausländischen	Arbeitslosen	kontinuierlich	von	8.962	auf	10.330	(vgl.	Tabelle	 4.18,	Statistisches	Jahrbuch	der	Stadt	Frankfurt	am	Main	2011).	 Zugewanderten	 Personen	 fällt	 es	 insgesamt	 weiterhin	 schwerer	 als	 der	 einheimischen	 Bevölkerung,	 sich	 erfolgreich	 in	 Bildungsprozesse,	in	 den	 Arbeitsmarkt	 und	 in	 ökonomisch	 relevante	 Bereiche	 des	 gesellschaftlichen	Lebens	zu	integrieren.	Wie	im	3.	Armutsbericht	und	im	7.	Bericht	über	die	Lage	der	 Ausländerinnen	und	Ausländer	in	Deutschland	festgestellt	wurde,	ist	bei	Personen	mit	Migrationshintergrund	ab	dem	Alter	von	65	Jahren	das	Armutsrisiko	mit	27,1	Prozent	im	Vergleich	zu	9,7	Prozent	der	 Personen	ohne	Migrationshintergrund	dieser	Altersgruppe	deutlich	höher.4	Wesentliche	Faktoren	hierfür	sind	kürzere	Erwerbsbiogra�ien,	das	niedrigere	Erwerbseinkommen	der	oftmals	un-	oder	angelernten	Arbeitskräfte	und	die	häu�igere	Betroffenheit	von	Arbeitslosigkeit	während	des	Erwerbslebens	(vgl.	 BMAS	2008:	104).	Alle	diese	Risikofaktoren	treffen	im	besonderen	Maße	auf	Frauen	zu,	vor	allem	dann,	 wenn	Ehescheidungen	auftreten	und	das	klassische	Modell	der	männlichen	Versorgerehe	gescheitert	 ist.	Ältere	Witwen,	die	im	Idealfall,	bei	eigener	Erwerbstätigkeit,	nicht	nur	mit	einer	Witwen-,	sondern	 auch	mit	einer	eigenen	Altersrente	rechnen	können,	sind	dagegen	materiell	relativ	gut	abgesichert	(vgl.	 BMFSFJ	2004:	12). 2.1.4	Familiäre	Netzwerke Im	Alter	verstärkt	sich	die	Bedeutung	der	familiären	Unterstützung.	Diese	ist	nicht	an	das	Zusammenleben	innerhalb	eines	Haushalts	gebunden,	wird	aber	positiv	beein�lusst,	wenn	potenzielle	Unterstützungspersonen	im	nahräumigen	Umfeld	verfügbar	sind.

Die	 Wohnsituation	 von	 Menschen	 mit	 Migrationserfahrung	 lässt	 genau	 wie	 die	 von	 Deutschen	 eine	 ausgeprägte	Vielfalt	erkennen.	Eine	räumliche	Trennung	von	der	Familie	tritt	auch	bei	ihnen	auf,	beispielsweise	durch	weiter	entfernte	Arbeitsplätze,	die	Umzüge	erfordern	oder	in	Form	von	Wochenendheimfahrten	 organisiert	 werden	 müssen.	 Als	 Ursachen	 für	 die	 Zunahme	 von	 Einpersonenhaushalten	 können	 die	sich	verändernden	traditionellen	 Wertvorstellungen	 und	 die	 Mobilität	 von	 Menschen	 mit	 Migrationserfahrung,	 die	 zwischen	 dem	 Aufnahme-	 und	 ihrem	 Herkunftsland	 pendeln,	 angenommen	 werden	(vgl.	Zeman	2005:	45).

So	 wirken	 auch	 auf	 das	 familiäre	 Netzwerk	 älterer	 Migrantinnen	 und	 Migranten	 Faktoren	 ein,	 die	 zu	 dessen	Abschwächung	führen.	Erwartungen	älterer	Menschen	mit	Migrationserfahrung,	dass	die	Kinder	 ihre	P�lege	im	Bedarfsfall	übernehmen,	entsprechen	oftmals	nicht	mehr	der	familiären	Realität.	Da	die	 Kinder	mittlerweile	selbst	in	beru�liche	und	soziale	Netzwerke	und	Verp�lichtungen	eingebunden	sind,	 lehnen	sie	eine	eigenständige	P�lege	der	Eltern	immer	häu�iger	ab	(vgl.	Zeman	2005:	27f.)	oder	können	 ihr	nicht	mehr	nachkommen.

	Die	Armutsgefährdungsquoten	werden	errechnet	als	Anteil	der	Personen	mit	einem	Äquivalenzeinkommen	von	weniger	als	 60%	 des	 Bundesmedians	 der	 Äquivalenzeinkommen	 der	 Bevölkerung	 in	 Privathaushalten	 am	 Ort	 der	 Hauptwohnung.	 Das	 Äquivalenzeinkommen	wird	auf	Basis	der	neuen	OECD-Skala	berechnet.	
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I.	Ausgangslage:	2.	Aktuelle	Situation	in	Frankfurt

2.2	Angebotsstruktur	für	Seniorinnen	und	Senioren	

Zu	den	Angeboten	im	Bereich	der	offenen	bzw.	ambulanten	Altenhilfe	gehören	zunächst	die	Beratung	 von	Seniorinnen	und	Senioren	und	die	Koordination	von	P�lege	und	Wohnen.	Leistungen	der	ambulanten	Alten-	und	Krankenp�lege	variieren	je	nach	Anbieter	und	umfassen	Grund-	und	Behandlungsp�lege,	 mobile	soziale	Dienste,	Mahlzeitendienste,	Hausnotrufsysteme	und	Fahrdienste.	Darüber	hinaus	existieren	niedrigschwellige	Angebote	zur	Betreuung	und	Tagesstrukturierung	von	älteren,	hilfebedürftigen	 und	dementiell	erkrankten	Menschen.	Diese	Betreuungsangebote	können	p�legende	Angehörige	entlasten	und	einen	zumindest	teilweisen	Ausgleich	für	schwache	familiäre	Netzwerke	schaffen.	 Die	teil-	und	vollstationäre	Altenhilfe	umfasst	teilstationäre	Einrichtungen	wie	Tagesp�legeeinrichtungen	und	 Tageskliniken,	und	stationäre	Einrichtungen,	zumeist	Alten-	und	P�legeheime	mit	umfassender	24-Stunden– Betreuung,	darunter	auch	für	spezi�ische	Zielgruppen	wie	Menschen	mit	Migrationserfahrung.	Eine	Alternative	zur	P�lege	und	Betreuung	in	einem	Alten-	und	P�legeheim	sind	Wohnformen	wie	Seniorenwohnungen,	 ambulant	betreute	Wohngemeinschaften5	für	Senioren	und	Seniorinnen	sowie	heimverbundenes	betreutes	 Wohnen,6	das	an	ein	Alten-	und	P�legeheim	angegliedert	ist.	Betreute	Wohnformen	können	mit	Angeboten	 der	offenen	Altenhilfe	kombiniert	werden	und	befriedigen	auf	diese	Weise	unterschiedliche	Hilfebedarfe.	 Auch	in	Frankfurt	tragen	die	Angebote	der	Altenhilfe	und	deren	Versorgungsstrukturen	unterschiedlichen	Bedürfnissen	älterer	Menschen	Rechnung;	die	folgende	Tabelle	zeigt	im	Jahresvergleich	die	Zunahme	von	Einrichtungen	der	Altenhilfe	in	Frankfurt	am	Main.	 Tabelle	3:	Stationäre	und	ambulante	P�legeeinrichtungen	in	Frankfurt	am	Main P�legeheime	für	 Ambulante	 Jahr Ältere	Menschen P�legedienste 2003 35 116 Quelle:	Statistisches	Jahrbuch	der	Stadt	Frankfurt	am	Main	2010,	S.	168f.	und	 Statistisches	Jahrbuch	der	Stadt	Frankfurt	am	Main	2011,	S.	172f.		 2005 2007 2009	 35 40 43 117 137 142

Die	Bedarfsstruktur	älterer	Menschen	in	Frankfurt	am	Main	geht	aus	den	Daten	des	statistischen	Jahrbuchs	 der	 Stadt	 Frankfurt	 am	 Main	 hervor.	 Zwischen	 den	 Jahren	 2003	 und	 2009	 ist	 ein	 Anstieg	 der	 P�legebedürftigen	von	14.255	auf	16.772	zu	beobachten.	Die	folgende	Tabelle	zeigt	die	Veränderung	der	 Zahl	 der	 P�legebedürftigen,	 differenziert	 nach	 den	 Bereichen	 der	 ambulanten	 und	 stationären	 P�lege	 sowie	der	Zahl	derjenigen	Personen,	die	P�legegeld	beziehen.	
	Wohngemeinschaften	sind	keine	P�legeheime,	stattdessen	leben	die	Bewohner	als	Mieter	in	einer	eigenen,	gemeinsam	genutzten	Wohnung	zusammen	und	werden	bei	Bedarf	durch	einen	ambulanten	P�legedienst	betreut		und	gep�legt.	Eine	Alternative	 zu	P�legediensten	stellt	eine	P�legekraft	dar,	die	ganztägig	in	der	Wohnung	anwesend	ist.	Wohngemeinschaften	stellen	insbesondere	für	dementiell	erkrankte	Menschen	eine	geeignete	Wohnform	dar. 6	 Servicewohnanlagen	und	Seniorenwohnungen	(z.B.	„Betreutes	Wohnen“,	„Service-Wohnen“)	sind	begrif�lich	nicht	geschützt,	 zudem	gibt	es	keine	verbindlichen	Richtlinien	über	das	Mindestmaß	an	Betreuung,	über	Vertrags-	und	Preisgestaltung	etc.	Die	 Wohnungen	bieten	selbständiges	Wohnen	und	können	mit	einer	Grundleistung	(z.B.	Informationen,	Beratung	und	Vermittlung,	 Hausnotruf)	und,	wenn	gewünscht,	Wahlleistungen	(P�lege,	Mittagstisch,	Fahrdienst)	gemietet	werden.
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I.	Ausgangslage:	2.	Aktuelle	Situation	in	Frankfurt

Tabelle	4:	P�legebedarf	in	Frankfurt	am	Main P�lege-beP�lege-beP�lege-beJahr dürftige dürftige dürftige insgesamt Männer Frauen 2003 14.255 4.632 9.623 2007 2009 15.943 16.772 5.260 5.607 10.683 11.165

In	ambulan- In	stationäter	P�lege rer	P�lege 3.542 4.078 4.722 3.653 3.926 3.922

P�legegeldbezieher 7.060 7.930 8.128

Quelle:	Statistisches	Jahrbuch	der	Stadt	Frankfurt	am	Main	2010,	S.	167	und	Statistisches	Jahrbuch	der	 Stadt	Frankfurt	am	Main	2011,	S.171. Prognosen	zur	Entwicklung	der	P�legebedürftigkeit	der	Frankfurter	Bevölkerung	zeigen,	dass	dieser	Trend	 anhalten	wird.	Schätzungen	zufolge	wird	die	Zahl	der	P�legebedürftigen	in	Frankfurt	am	Main	auf	knapp	 20.000	im	Jahr	2030	und	somit	um	rund	20%		steigen.	Immer	mehr	Seniorinnen	und	Senioren	werden	Angebote	der	Altenhilfe	benötigen	und	auch	in	Anspruch	nehmen.	Strukturell	muss	sich	deshalb	auch	die	Stadt	 Frankfurt	auf	eine	stärkere	Frequentierung	dieser	Angebote	und	deren	Ausweitung	einstellen.	Bislang	gibt	 es	wenige	Daten	zum	P�legebedarf	und	zur	P�legesituation	älterer	Menschen	mit	Migrationserfahrung. Tabelle	5:	P�legebedürftigkeit	in	Frankfurt	am	Main	–	Vorausberechnung	bis	2030 16.722 17.753 Quelle:	Statistik	aktuell	Nr.	26	2011,	S.	2 P�legegeldbezieher In	ambulanter	P�leIn	stationärer	P�lege 3.922 2009 8.128 4.722 2013 8.542 4.985 4.226 2015 8.682 5.090 4.331 2020 18.103 8.917 5.252 4.490 18.659 2030 9.263 5.544 4.761

Die	oben	genannten	Entwicklungen	verdeutlichen,	dass	Angebote	für	ältere	Menschen	mit	und	ohne	Migrationshintergrund,	an	Bedeutung	gewinnen.	Eine	besondere	Herausforderung	stellt	die	Entwicklung	 von	Angeboten	für	ältere	Migrantinnen	und	Migranten	und	ihre	Integration	in	das	bestehende	Versorgungssystem	dar. 2.3	Nutzung	der	vorhandenen	Angebote	durch	ältere	Migrantinnen	und	Migranten	 Zur	Nutzung	der	Angebote	von	Einrichtungen	der	Altenhilfe	durch	ältere	Menschen	mit	Migrationserfahrung	 liegen	 Ergebnisse	 der	 Studie	 zur	 „Gesellschaftlichen	 Teilhabe	 älterer	 Migrantinnen	 und	 Migranten	in	Frankfurt	am	Main“	(Stadt	Frankfurt	am	Main,	Der	Dezernent	für	Soziales	und	Jugend:	2005)	 vor.	Die	Studie	sollte	dazu	beitragen,	die	Partizipationsmöglichkeiten	von	älteren	Menschen	mit	Migrationserfahrung	zu	vergrößern	und	neue,	an	den	Bedürfnissen	der	Menschen	mit	Migrationserfahrung	 ausgerichtete	Angebote	zu	entwickeln.		

19.568

Die	 Untersuchung	 zeigte,	 dass	 ältere	 Menschen	 mit	 Migrationserfahrung	 durchaus	 an	 Angeboten	 der	 Altenhilfe	partizipieren.	Knapp	die	Hälfte	der	171	befragten	Seniorenbegegnungsstätten	und	Seniorenclubs	 gab	 an,	 dass	 Menschen	 mit	 Migrationserfahrung	 ihre	 Angebote	 nutzen.	 Mehr	 als	 die	 Hälfte	 der	 Einrichtungen,	deren	Angebote	von	Migrantinnen	und	Migranten	wahrgenommen	werden,	legte	zudem	 dar,	dass	sich	Menschen	mit	Migrationserfahrung	auch	aktiv	beteiligen.	Trotz	relativ	hoher	Besucher19

I.	Ausgangslage:	2.	Aktuelle	Situation	in	Frankfurt

frequenz	und	Partizipation	von	Menschen	mit	Migrationserfahrung	hatten	drei	Viertel	der	insgesamt	 befragten	Einrichtungen	bisher	jedoch	nicht	versucht,	aktiv	auf	Menschen	mit	Migrationserfahrung	zuzugehen	und	diese	gezielt	anzusprechen,	sondern	nahmen	viel	mehr	eine	passive,	abwartende	Haltung	 ein	(vgl.	Stadt	Frankfurt	am	Main	2005:	14ff.). Von	Interesse	war	in	der	Befragung	neben	der	Partizipation	von	Menschen	mit	Migrationserfahrung	in	 Seniorenbegegnungsstätten	und	Seniorenclubs	auch	das	Engagement	in	Migrantenorganisationen	und	 deren	Reaktionen	auf	die	sich	wandelnde	Altersstruktur	ihrer	Mitglieder.	Drei	Fünftel	von	den	insgesamt	74	befragten	Migrantenorganisationen	gaben	an,	dass	zu	ihren	Mitgliedern	Personen	zählen,	die	 50	Jahre	und	älter	sind.	20	Organisationen	machten	Angebote	für	diese	Altersgruppe,		wie	beispielsweise	Seniorentreffs,	Lesungen,	Vorträge,	Beratungen,	Aus�lüge,	Gedächtnistraining,	Sprach-	und	Handarbeitskurse	und	Seelsorge.	In	mehr	als	der	Hälfte	der	Organisationen	engagierten	sich	ältere	Menschen	 beispielsweise	in	den	Bereichen	Büro-,	Verwaltungs-	und	Öffentlichkeitsarbeit	ehrenamtlich	(vgl.	Stadt	 Frankfurt	am	Main	2005:	43ff.).

Unter	dem	Titel	„Partizipative	Altersplanung	–	Entwicklung	von	Strukturen	und	Angeboten	für	heute	 und	morgen“	setzte	der	Magistrat	der	Stadt	Frankfurt	am	Main	im	Jahr	2006	einen	andauernden,	kommunikativen	und	vernetzenden,	aber	auch	vielschichtigen	und	offenen	Prozess	in	Gang,	dessen	Ziel	die	 Entwicklung	 bedarfs-	 und	 bedürfnisgerechter	 Strukturen,	 Angebote	 und	 Leistungen	 für	 Seniorinnen	 und	Senioren	in	Frankfurt	am	Main	ist.	Die	aus	dieser	Auseinandersetzung	resultierenden	Berichte	sollten	dazu	beitragen,	frühzeitig	mögliche	de�izitäre	Versorgungsbedingungen	zu	erkennen,	auszugleichen	 und	–	unter	Berücksichtigung	der	zu	erwartenden	gesellschaftlichen	Entwicklung	–	auch	eine	Verbesserung	der	aktuellen	Lage	anzustreben	(vgl.	Stadt	Frankfurt	am	Main	2006:	70ff).

Im	dritten	Bericht	zur	Partizipativen	Altersplanung	wird	darauf	hingewiesen,	dass	die	demogra�ische	 Entwicklung	sowie	die	gesundheitliche	und	familiäre	Situation	der	Menschen	mit	Migrationserfahrung	 einen	 steigenden	 Bedarf	 an	 p�legerischen	 Betreuungsmaßnahmen	 wahrscheinlich	 werden	 lässt.	 Ambulante	und	stationäre	Einrichtungen	stehen	vor	der	Anforderung,	sich	auf	die	neue	Bewohnergruppe	 der	Menschen	mit	Migrationserfahrung	einzustellen.	Der	zukünftige	Bedarf	an	Angeboten	der	offenen	 Altenhilfe	und	stationären	P�lege	für	Menschen	mit	Migrationserfahrung	ergibt	sich	aus	der	steigenden	 Anzahl	der	Menschen	mit	Migrationserfahrung	in	der	Altersgruppe	der	Personen,	die	60	Jahre	und	älter	sind,	und	die	aufgrund	einer	physisch	und/oder	psychisch	belastenden	Erwerbsarbeit	eine	erhöhte	 Krankheitswahrscheinlichkeit	 und	 relativ	 früh	 einsetzenden	 Hilfebedürftigkeit	 haben.	 Entgegen	 den	 Annahmen	einer	Rückkehr	der	Menschen	mit	Migrationserfahrung	in	ihr	Heimatland	und	der	P�legeverp�lichtung	innerhalb	des	familiären	Netzwerks	zeigte	sich,	dass	auch	der	institutionelle	Hilfebedarf	der	 Menschen	mit	Migrationserfahrung	ansteigt.	Die	dennoch	ausbleibende	Nutzung	von	Einrichtungen	der	 Altenhilfe	wird	im	Dritten	Bericht	zur	Partizipativen	Altersplanung	unter	anderem	auf	fehlende	Informationen	über	Angebote	in	Einrichtungen	der	Altenhilfe	und	einem	Mangel	an	bedürfnisausgerichteten	 Angeboten	zurückgeführt	(vgl.	Stadt	Frankfurt	am	Main	2006:	70ff.). Um	die	Nutzung	entsprechend	des	Bedarfs	steigern	zu	können,	wurden	folgende	Handlungsempfehlungen	als	Orientierungshilfen	für	Politik,	Behörden	und	Ämter	entwickelt	(vgl.	Stadt	Frankfurt	am	Main	 2006:	74ff.): •	 die	Schaffung	von	Lebensräumen,	in	denen	die	Menschen	die	Möglichkeit	haben,	entsprechend	ih20

I.	Ausgangslage:	2.	Aktuelle	Situation	in	Frankfurt

•	 •	 •	 •	 •	 •	 •	 •	 •	

Trotz	zeitlicher	und	methodischer	Differenzen	kommen	die	oben	genannten	Studien	überwiegend	zu	 übereinstimmenden	Ergebnissen	im	Hinblick	auf	die	Lebenssituation	und	die	Partizipation	von	älteren	 Menschen	mit	Migrationserfahrung	in	Einrichtungen	der	Altenhilfe	(vgl.	Stadt	Frankfurt	am	Main	2005:	 10ff,	2006:	70ff,	2010a:	9ff).

res	eigenen	Lebensentwurfs	und	ihrer	eigenen	Bedürfnisse	zu	leben,	 die	Beteiligung	von	Angehörigen	an	der	Entscheidungs�indung,	 das	 Anbieten	 von	 Gebetsräumen	 und	 Gottesdiensten,	 die	 es	 Menschen	 mit	 Migrationserfahrung	 ermöglichen,	ihren	Glauben	auszuüben,	 die	Erweiterung	des	Speise-	und	Getränkeangebots	entsprechend	der	individuellen	Wünsche	und	 Bedürfnisse	der	jeweiligen	Nutzergruppe,	 der	Zugang	zu	muttersprachlichen	Fernsehprogrammen,	 das	gemeinsame	Feiern	von	Festtagen,	um	Gelegenheiten	zum	interkulturellen	Austausch	zu	bieten,	 die	 Anpassung	 des	 Personalkonzepts,	 darunter	 die	 Einstellung	 von	 bilingualen	 Mitarbeiterinnen	 und	Mitarbeitern	oder	zumindest	die	Einbindung	von	Sprachmittlerinnen	und	Sprachmittlern,	 die	an	der	individuellen	Biographie	orientierte	Betreuung	von	Menschen	mit	Migrationserfahrung,	 die	Bereitstellung	von	Zeit-,	Finanz-	und	Personalressourcen	und die	Überwindung	von	Informationsde�iziten	durch	mehrsprachiges	Informationsmaterial.	

Hinsichtlich	der	sozioökonomischen	Situation	und	Zugangsbarrieren	zu	Angeboten	der	Altenhilfe	betrifft	dies	folgende	Ergebnisse: •	 Ältere	Migrantinnen	und	Migranten	kehren	häu�ig	aufgrund	familiärer	Bindungen	und	gesundheitlicher	sowie	p�legerischer	Versorgung	im	Aufnahmeland	nicht	mehr	in	ihr	Herkunftsland	zurück. •	 Sozioökonomische	Probleme	erschweren	den	Zugang	zu	Einrichtungen	der	Altenhilfe. •	 Es	entsteht	ein	neuer	Beratungs-	und	Informationsbedarf	bezüglich	der	Themen	Renten-	und	Sozialhilfebezug,	P�legeversicherung,	Einbürgerung,	Gesundheitsprävention,	Wohnen,	Aufenthaltsrecht	 beim	Alterspendeln,	Inanspruchnahme	der	Dienste	der	Altenhilfe. •	 Die	Nutzung	von	Angeboten	der	Altenhilfe	durch	ältere	Migrantinnen	und	Migranten	ist	immer	noch	 relativ	niedrig. Bei	folgenden	Handlungsmöglichkeiten	gibt	es	übereinstimmende	Aussagen: •	 Ein	vollständiger	Rückzug	in	die	eigene	Migranten-Community	im	Alter	kann	durch	herkunftsspezi�ische	Angebote	in	P�lege-,	Betreuungs-	oder	Beratungseinrichtungen	verringert	werden. •	 Interkulturelle	Angebote	können	dazu	beitragen,	Vorurteile	zu	erkennen,	abzubauen	und	einen	interkulturellen	Dialog	zu	initiieren.	 •	 Gegenseitiges	Verständnis	wird	durch	die	Anerkennung	von	Gemeinsamkeiten	und	Unterschieden	 ermöglicht.	 •	 Eine	 kultursensible	 Altenhilfe	 bedarf	 der	 Achtung	 individueller	 Lebensentwürfe	 und	 kultureller	 Diversität	von	Menschen	mit	Migrationshintergrund. •	 Ein	offener	Zugang	für	Menschen	mit	Migrationserfahrung	zur	häuslichen,	ambulanten	und	stationären	P�lege,	Senioren-Treffs	und	Beratungsstellen	muss	gewährleistet	werden. •	 Es	bedarf	einer	Migrationspolitik,	die	das	Thema	„Alter	und	Migration“	einbezieht. •	 Eine	Netzwerkbildung	jenseits	sozialer,	ökonomischer,	ethnischer	und	religiöser	Grenzen	ist	notwendig,	um	die	Teilhabe	in	Einrichtungen	der	Altenhilfe	zu	verbessern. 21

I.	Ausgangslage:	2.	Aktuelle	Situation	in	Frankfurt

Diese	Ergebnisse	zeigen,	dass	eine	umfassende	Migrationspolitik	für	das	Handlungsfeld	„Alter	und	Migration“	entwickelt	werden	muss.	Praxisnahe	Handlungsanweisungen	stellen	hierfür	beispielsweise	das	 bereits	entwickelte	Konzept	der	interkulturellen	Öffnung	und	das	Konzept	der	kultursensiblen	Altenhilfe	dar,	auf	die	im	Folgenden	näher	eingegangen	wird.

•	 Eine	Vernetzung	von	Migrantenorganisationen	und	Einrichtungen	der	Altenhilfe	kann	dazu	führen,	 dass	Angebote	letzterer	häu�iger	wahrgenommen	werden.

22

I.	Ausgangslage:	3.	Interkulturelle	Öffnung	und	kultursensible	Altenhilfe

3.	Interkulturelle	Öffnung	und	kultursensible	Altenhilfe

Die	 bisher	 dargestellten	 theoretischen	 und	 empirischen	 Ergebnisse	 verdeutlichen,	 dass	 Maßnahmen	 zur	 Überwindung	 der	 Benachteiligung	 aufgrund	 soziodemographischer	 Strukturmerkmale	 von	 Menschen	mit	Migrationserfahrung	initiiert	werden	müssen.	Dies	gewinnt	besondere	Relevanz,	da	die	Angebote	von	Einrichtungen	der	Altenhilfe	durch	Menschen	mit	Migrationserfahrung	bisher	nur	in	einem	 sehr	geringen	Maße	genutzt	werden	(vgl.	Stadt	Frankfurt	am	Main	2006:	73). Konzepte	zur	interkulturellen	Öffnung	und	zur	kultursensiblen	Altenhilfe	nehmen	sich	dieser	Fragen	an,	 indem	sie	Problemhintergründe	analysieren	und	Handlungsvorschläge	zur	Erhöhung	der	Partizipation	 von	Menschen	mit	Migrationserfahrung	machen.	Diese	werden	im	Folgenden	referiert. 3.1	Diskussionstand	zur	interkulturellen	Öffnung	und	kultursensiblen	Altenhilfe

In	den	neunziger	Jahren	entwickelte	sich	in	der	Diskussion	über	Kultursensibilität	in	der	Altenhilfe	sowie	 die	interkulturelle	Öffnung	der	dazugehörigen	Dienste	und	Einrichtungen	zunehmend	ein	Bewusstsein	 dafür,	dass	die	Alterung	von	Migrantinnen	und	Migranten	das	deutsche	P�legesystem	vor	neue	Herausforderungen	stellt.	Es	verdichtete	sich	die	Erkenntnis,	dass	ältere	Migrantinnen	und	Migranten	besondere	Bedürfnisse	haben,	die	in	der	aktuellen	Arbeit	der	Altenhilfe	und	Altenp�lege	noch	nicht	hinreichend	 berücksichtigt	sind.	Diese	Wahrnehmungsänderung	führte	zu	einer	bis	heute	anhaltenden	Diskussion,	 wie	 kultursensibel	 ausgerichtete	 Angebote	 für	 Migrantinnen	 und	 Migranten	 in	 Einrichtungen	 der	 Altenhilfe	 zu	 integrieren	 sind.	 So	 muss	 eine	 Vernetzung	 zwischen	 den	 Arbeitsbereichen	 Migration	 und	 Altenhilfe	geschaffen	werden,	um	die	kultursensiblen	Aspekte	aus	einer	interdisziplinären	Perspektive	 betrachten	zu	können.	Dadurch,	dass	die	Anzahl	der	betreuungs-	und	p�legebedürftigen	Migrantinnen	 und	Migranten	weiter	wachsen	wird,	steigt	der	Handlungsdruck,	erfolgversprechende	und	bedarfsgerechte	Angebote	zu	entwickeln. In	einem	Diskussionsprozess	auf	Bundesebene	entstand	im	Rahmen	des	Arbeitskreises	„Charta	für	eine	 kultursensible	Altenp�lege“	im	Jahr	2002	das	„Memorandum	für	eine	kultursensible	Altenhilfe“	(Forum	 für	eine	kultursensible	Altenhilfe	2009),	welches	darauf	zielt,	die	Öffentlichkeit	für	die	Situation	älterer	 Menschen	mit	Migrationshintergrund	zu	sensibilisieren;	zusammen	mit	der	„Handreichung	für	eine	kultursensible	 Altenhilfe“	 (Arbeitskreis	 Charta	 für	 eine	 kultursensible	 Altenp�lege	 2002)	 wurde	 damit	 ein	 Grundstein	für	die	praktische	Arbeit	angeboten.	Die	bundesweite	„Kampagne	für	eine	kultursensible	Altenhilfe“	im	Jahr	2004	unter	Beteiligung	von	mehr	als	60	Verbänden	und	Institutionen	und	unter	Schirmherrschaft	der	Ministerin	für	Familie,	Senioren,	Frauen	und	Jugend	beschäftigte	sich	mit	der	Feststellung	 der	notwendigen	praktischen	Veränderungen	und	Verbesserungen	der	politischen	und	organisatorischen	 Rahmenbedingungen.	Im	Laufe	von	15	Monaten	wurden	206	Veranstaltungen	durchgeführt,	die	Ausstellungen,	Konferenzen,	Trainings,	Workshops	und	Festivals	umfassten.	167	Leistungsanbieter	in	der	Altenhilfe,	Kommunen,	Senioren-	und	Ausländerbeiräte,	Verbände	und	Experten	unterzeichneten	eine	Selbstverp�lichtung	auf	die	Prinzipien	der	kultursensiblen	Altenhilfe	(vgl.	Kunkel	2006).	Das	2006	aus	der	Kampagne	hervorgegangene	„Forum	für	eine	kultursensible	Altenhilfe“	ist	ein	freiwilliger	Zusammenschluss	 von	Verbänden,	Organisationen,	Migrantenorganisationen,	und	Institutionen	aus	den	Arbeitsfeldern	der	 Altenhilfe	und	Migrationsarbeit	sowie	angrenzender	Tätigkeitsfeldern	(vgl.	Forum	für	eine	kultursensible	 Altenhilfe	2009).	Bis	heute	unterstützt	das	Forum	die	aktive	Umsetzung	der	2007	im	Rahmen	des	Nationa23

I.	Ausgangslage:	3.	Interkulturelle	Öffnung	und	kultursensible	Altenhilfe

len	Integrationsplans	festgehaltenen	Selbstverp�lichtungen	der	Altenhilfeträger	und	Wohlfahrtsverbände. Auf	Bundesebene	gewann	die	Beschäftigung	mit	der	Thematik	nicht	zuletzt	durch	die	Erwähnung	im	 Nationalen	Integrationsplan	der	Bundesregierung	von	2007	an	Gewicht.	Dieser	verfolgte	vornehmlich	 das	Ziel,	die	integrationspolitischen	Maßnahmen	aller	beteiligten	Akteure	auf	der	Grundlage	gemeinsamer	Nenner	zu	bündeln	und	somit	Synergieeffekte	für	eine	bessere	Integration	der	in	Deutschland	 lebenden	Migrantinnen	und	Migranten	zu	schaffen.	Bei	der	Thematik	kultursensible	Ausrichtung	der	 Gesundheitsangebote	nimmt	er	Bezug	auf	das	Memorandum	und	weist	auf	die	besondere	Bedeutung	im	 P�legekontext	hin	(vgl.	Nationaler	Integrationsplan	2007:	103).	Im	Handlungsfeld	„Ältere	Menschen	mit	 Zuwanderungsgeschichte“	wurde	festgehalten,	dass	diese	Gruppe	kaum	Zugang	zu	Angeboten	für	Seniorinnen	und	Senioren	und	anderen	Angeboten	der	Altenhilfe	�indet.	Auch	vor	dem	Hintergrund,	dass	die	 Anzahl	älterer	Menschen	mit	Migrationserfahrung	in	Zukunft	ansteigen	wird,	beschlossen	die	Länder	 den	Zugang	zu	diesen	Angeboten	durch	gezielte	Informationen	oder	durch	Förderung	kultursensibler	 Arbeitsweisen	in	der	Seniorenarbeit	und	der	P�lege	zu	verbessern	(Beauftragte	2007b:	29).	Darau�hin	 wurde	2008	im	Rahmen	des	P�legeversicherungsgesetzes	festgelegt,	dass	die	p�legerischen	Leistungsangebote	 auch	 auf	 die	 Bedürfnisse	 von	 Menschen	 unterschiedlicher	 soziokultureller	 Hintergründe	 auszurichten	sind.		Ambulante	P�legedienste	und	stationäre	P�legeeinrichtungen	sind	aufgefordert,	eine	 kultursensible	P�lege	anzubieten,	die	die	kulturellen	Besonderheiten	von	p�legebedürftigen	Menschen	 mit	Migrationshintergrund	berücksichtigt	(vgl.	SGB	XI:	§	1	Abs.	4a	und	§	2	Abs.	3).	Eine	Konkretisierung,	 in	welcher	Form	dies	umzusetzen	und	zu	�inanzieren	sei,	hat	es	bisher	nicht	gegeben.	Die	Notwendigkeit	 der	Umsetzung	kultursensibler	Altenhilfe	�indet	sich	dann	auch	2011	im	6.	Altenbericht	der	Bundesregierung	 wieder,	 dort	 wird	 ebenfalls	 auf	 den	 Bedarf	 einer	 kultursensiblen	 P�lege	 hingewiesen	 (vgl.	 BMFSFJ	2011:	9). Auch	auf	Landesebene	ist	in	mehreren	Bundesländern	die	Sensibilisierung	der	P�legeeinrichtungen	und	 des	 P�legepersonals	 für	 besondere	 Bedürfnisse	 älterer	 Menschen	 mit	 Migrationserfahrung	 zu	 einem	 Handlungsfeld	 der	 Integrationspolitik	 geworden.	 Zudem	 wird	 versucht,	 Menschen	 mit	 Migrationserfahrung	für	Ausbildung	und	Beschäftigung	im	Altenp�legebereich	zu	gewinnen	(vgl.	Bundesregierung	 2008:	175).	Hier	ist	exemplarisch	die	Erarbeitung	der	Handlungsempfehlungen	“Ältere	Menschen	mit	 Zuwanderungsgeschichte“	des	Ministeriums	für	Generationen,	Familien,	Frauen	und	Integration	Nordrhein-Westfalen	(MGFFI)	zu	nennen.	Zusammen	mit	42	Experten	hat	das	MGFFI	die	spezi�ischen	Bedürfnisse	der	wachsenden	Zahl	der	älteren	Menschen	mit	Zuwanderungsgeschichte	in	allen	wichtigen	 Lebensfeldern	erörtert	(darunter	auch	„Gesundheit“	und	„Sport	und	Bewegung“).	Auch	das	vom	MGFFI	 umgesetzte	Projekt	„Aktives	Altern	älterer	Menschen	mit	Zuwanderungsgeschichte	in	Europa“	ist	hier	 von	Bedeutung.7 Das	Integrations-	und	Diversitätskonzept	„Vielfalt	bewegt	Frankfurt“	stellt	einen	wichtigen	Schritt	auf	dem	 Weg	 zur	 Entwicklung	 eines	 Programms	 für	 eine	 Migrationspolitik	 auf	 kommunalpolitischer	 Ebene	 dar.	 Mit	dem	Integrations-	und	Diversitätskonzept,	das	die	Stadt	Frankfurt	am	Main	im	Jahr	2010	unterzeichnete,	wurde	unter	anderem	die	Notwendigkeit	betont,	älteren	Menschen	mit	Migrationserfahrung	einen	 gleichberechtigten	Zugang	zu	Altenhilfeeinrichtungen	zu	ermöglichen.	So	wird	die	Wichtigkeit	anerkannt,	 die	Angebote	an	den	individuellen	Bedürfnissen	von	Menschen,	insbesondere	auch	von	denjenigen	mit	Migrationserfahrung,	auszurichten.	Deshalb	wird	im	ersten	Ziel	des	Konzepts	festgelegt,	dass	verschiedene	 Anliegen	und	Interessen	gleichberechtigte	Beachtung	�inden	sollen	und	eine	größtmögliche	Mitgestaltung,	
7	

http://www.aamee.eu/deutsch/projektbeschreibung/index.php;	Zugriff:	09.02.11

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I.	Ausgangslage:	3.	Interkulturelle	Öffnung	und	kultursensible	Altenhilfe

beispielsweise	durch	die	Verbreitung	von	Informationsmaterial,	ermöglicht	werden	soll.	Die	Vernetzung	 und	der	Dialog	verschiedener	Akteure,	wie	beispielsweise	Migrantenorganisationen	und	Einrichtungen	 der	 Altenhilfe,	 werden	 als	 förderlich	 für	 ein	 gleichberechtigtes	 Zusammenleben	 angesehen.	 Das	 Integrations-	und	Diversitätskonzept	legt	somit	den	Grundstein	für	die	Umsetzung	einer	gleichberechtigten	 Behandlung	von	Mitgliedern	der	Mehrheitsgesellschaft	und	der	Minderheitsgesellschaft	auf	kommunalpolitischer	Ebene	(vgl.	Stadt	Frankfurt	am	Main	2010:	9).	In	Analogie	zur	Charta	der	Vielfalt	de�iniert	das	 Integrations-	und	Diversitätskonzept	der	Stadt	Frankfurt	am	Main	Vielfalt	als	Ressource	und	Chance	und	 nicht	als	Hindernis	für	eine	gesamtgesellschaftliche	Integration	(vgl.	Charta	der	Vielfalt	e.V.	2006). Diese	auf	politischer	Ebene	entwickelten	Strategien	und	Konzepte	sollen	die	praktische	Umsetzung	interkultureller	Öffnung	und	kultursensibler	Altenhilfe	fördern	und	zu	deren	Realisierung	beitragen.	 3.1.1	Interkulturelle	Öffnung	von	Einrichtungen	der	Altenhilfe

Unter	älteren	Migrantinnen	und	Migranten	besteht	ein	höherer	Bedarf	an	Unterstützungsleistungen	der	 Altenhilfe	als	aus	der	Inanspruchnahme	der	Angebote	hervorgeht	(vgl.	Scheib	1998:	5f.).	Daher	ist	es	 wichtig,	die	Zugangsbarrieren	zu	identi�izieren,	die	zu	der	geringen	Nutzung	des	öffentlichen	Hilfeangebotes	führen	und	Maßnahmen	zu	ihrer	Überwindung	zu	entwickeln	und	zu	realisieren.	 Die	Hindernisse,	die	Migrantinnen	und	Migranten	den	Zugang	zu	Einrichtungen	der	Altenhilfe	erschweren,	sind	beispielsweise	direkte	Barrieren	wie	mangelnde	Sprachkenntnisse,	aber	auch	indirekte	Barrieren,	wie	die	Unkenntnis	des	Altenhilfesystems	oder	die	normative	und	ethische	Erwartungshaltung	auf	 Seiten	der	älteren	Migrantinnen	und	Migranten,	dass	die	P�lege	in	der	Familie	gewährleistet	sein	sollte.	 Auch	die	Angst	vor	rechtlichen	Konsequenzen	bei	Annahme	von	Leistungen	des	Altenhilfesystems,	z.	 B.	bei	einer	befristeten	Aufenthaltsgenehmigung,	kann	bei	ihnen	zum	Verzicht	auf	Leistungsansprüche	 führen	(vgl.	Baric-Büdel	2002:	2).	 Zugangsbarrieren,	die	vom	Hilfesystem	selbst	ausgehen,	können	die	einseitig	auf	einheimische	Gewohnheiten	bezogene	P�lege,	eine	generalisierte	Gleichbehandlung	aller	Kunden	und	somit	die	Vernachlässigung	kultureller	Unterschiede	sowie	die	Angst	vor	einem	Kompetenzverlust	des	P�legepersonals	durch	 die	Konfrontation	mit	einem	weiteren	Aufgabenfeld,	sein	(vgl.	Czycholl	2009	in	Schaefer	112f.;	vgl.	Memorandum	2002).	

Zur	Überwindung	der	Barrieren	auf	allen	Ebenen	bedarf	es	einer	Veränderung	der	Organisationsstrukturen	 von	 Einrichtungen	 der	 Altenhilfe.	 Die	 AWO	 beschreibt	 diesen	 interkulturellen	 Öffnungsprozess	 beispielhaft	als	eine	bewusste	Organisationstrategie,	die	auf	der	Grundlage	der	Instrumente	der	Organisations-,	Personal-	und	Qualitätsentwicklung	umgesetzt	wird.	Die	Öffnung	wird	als		langfristiger	Prozess	begriffen,	der	alle	Ebenen	einer	Organisation	betrifft	(vgl.	Arbeiterwohlfahrt	Bundesverband	e.V.	2008:	10).	 In	Einrichtungen	der	Altenhilfe	soll	dieser	Prozess	organisationsinterne	Strukturen	verändern	oder	aufbauen,	die	einen	Rahmen	für	die	kultursensible	Arbeit	schaffen	(vgl.	Memorandum	2002:	4f).	Die	Arbeit	 an	der	eigenen	Organisationsstruktur	kann	verschiedene	Ausprägungen	haben;	wichtig	sind	neben	der	 Verankerung	der	interkulturellen	Öffnung	im	Leitbild	einer	Institution,	eine	an	der	interkulturellen	Öffnung	ausgerichtete	Personalpolitik,	das	Überdenken	des	Selbstverständnisses	der	Organisation	und	die	 damit	verbundene	Überprüfung	und	Anpassung	der	internen	Strukturen.	Zudem	wird	auch	verstärkt	 25

I.	Ausgangslage:	3.	Interkulturelle	Öffnung	und	kultursensible	Altenhilfe

auf	die	Relevanz	der	Netzwerkbildung	zwischen	Altenhilfeträgern	und	Migrantenorganisationen	sowie	 -communities	 hingewiesen	 (vgl.	 Baric-Büdel	 2002:	 2).	 Die	 Verankerung	 der	 interkulturellen	 Öffnung	 innerhalb	der	eigenen	Organisationsstrukturen	muss	zudem	als	Maßnahme	zur	Qualitätssicherung	angesehen	werden	(vgl.	Memorandum	2002:	5;	Schröer	in	Behrens	2011:	60).8

Neben	der	Erkennung	und	der	systematischen	Entfernung	von	Zugangsbarrieren	sowie	der	Beschäftigung	mit	den	eigenen	Organisationsstrukturen	de�iniert	sich	die	interkulturelle	Öffnung	auch	über	die	 Entwicklung	und	Förderung	der	fachlichen	Kompetenzen	des	Personals.	So	ist	es	notwendig,	die	interkulturelle	Kompetenz	der	Mitarbeiterinnen	und	Mitarbeiter	durch	Fortbildung	und	Supervision	fachlich	 zu	fördern	und	ihnen	damit	einen	regelmäßigen	Re�lexionsraum	anzubieten	(vgl.	Memorandum	2002:	 6f).	 Aber	 auch	 die	 persönliche	 Ebene	 des	 Personals	 im	 Hinblick	 auf	 das	 Überdenken	 von	 Haltungen,	 Wertungen	 und	 Bewertungen	 im	 Rahmen	 einer	 kritischen	 Re�lexion	 der	 eigenen	 Vorurteile	 sind	 mit	 einzubeziehen	und	als	Bestandteil	des	Prozesses	der	interkulturellen	Öffnung	zu	verstehen	(vgl.	Kriechhammer-Yağmur	2009:	3).	Auch	Olbermann	geht	davon	aus,	dass	interkulturelle	Öffnung	nur	dann	gelingen	kann,	wenn	„die	gesamte	Einrichtung	(…)	hinter	dem	Leitbild	der	interkulturellen	Öffnung	steht	 (Liederbach:	16).	 Als	 Ergebnis	 der	 Auseinandersetzung	 mit	 einer	 interkulturellen	 Öffnung	 von	 Einrichtungen	 der	 Altenhilfe	 sind	 verschiedene	 Konzepte	 in	 Bezug	 auf	 eine	 Öffnung	 von	 Trägern	 der	 Wohlfahrtsverbände	 entstanden.	Im	Hinblick	auf	einige	Träger	kann	davon	ausgegangen	werden,	dass	über	verschiedene	Absichtserklärung	zur	interkulturellen	Öffnung	hinaus	oftmals	keine	praktische	Umsetzung	realisiert	wurde	(vgl.	Filsinger	2002:	52).	Einzelne	Träger	haben	jedoch	bereits	die	interkulturelle	Öffnung	in	ihrem	 Leitbild	verankert,	und	sie	entwickeln	und	erproben	Qualitätsstandards.	In	der	Tendenz	fällt	jedoch	auf,	 dass	sich	eher	kleine	private	und	nicht	die	großen	nicht-konfessionellen	Träger	mit	konkreten	Umsetzungsmöglichkeiten	der	interkulturellen	Öffnung	befassen	(vgl.	Baric-Büdel/	Zanier/	Wagner	2009). Auch	wenn	keine	Einigkeit	in	den	exakten	Erfordernissen	zur	Umsetzung	von	interkultureller	Öffnung	 in	der	Altenhilfe	besteht,	können	abschließend	die	folgenden	Aspekte,	bei	denen	Übereinstimmungen	 bezüglich	 eines	 Handlungsbedarfs	 bestehen,	 zusammengefasst	 werden.	 Diese	 könnten	 die	 Grundlage	 einer	gemeinsamen	De�inition	bilden.	Der	interkulturelle	Öffnungsprozess	in	der	Altenhilfe	muss	demnach: •	 ein	Organisationsentwicklungsprozess	sein,	der	auf	allen	Ebenen	angestoßen	wird; •	 die	Förderung	der	Personalkompetenzen	durch	die	Auseinandersetzung	mit	der	Thematik	auf	fachlicher	als	auch	persönlicher	Ebene	beinhalten; •	 Zugangsbarrieren	für	die	Zielgruppe	identi�izieren	und	systematisch	an	deren	Abbau	arbeiten: •	 Netzwerke	 zwischen	 Altenhilfeträgern	 und	 Migrantenorganisationen	 bzw.	 Migrationsdiensten	 etablieren	und	allen	Menschen	gleichberechtigten	Zugang	zu	Einrichtungen	der	Altenhilfe	ermöglichen.
	So	ist	es	beispielsweise	dem	Victor-Gollancz-Haus	in	Frankfurt	bereits	vor	Eröffnung	gelungen,	sechs	Anmeldungen	für	muslimische	P�legebedürftige	durch	gute	Beratung	im	Vorfeld	zu	akquirieren.	Durch	intensive	Kooperation	mit	einem	Netzwerker,	 der	das	Angebot	auch	für	muslimische	Familien	zugänglich	machte	und	den	sozialen	Druck	der	Angehörigen	die	P�lege	zwingend	selbst	zu	übernehmen	abbauen	konnte,	hat	das	Haus	einen	wichtigen	Schritt	in	Richtung	kultursensible	Altenhilfe	getan	 (HCM	6/2011).	
8

26

I.	Ausgangslage:	3.	Interkulturelle	Öffnung	und	kultursensible	Altenhilfe

3.1.2	Kultursensibilität	in	der	Altenhilfe

Die	parallel	zum	Diskurs	über	eine	interkulturelle	Öffnung	geführte	Auseinandersetzung	mit	dem	kultursensiblen	Ansatz	in	der	Altenhilfe	stellt	eine	notwendige	und	praktische	Ergänzung	zu	den	strukturellen	 Veränderungen	auf	Organisationsebene	dar.	Die	unterschiedlichen	theoretischen	Herangehensweisen	 sowie	 Beispiele	 praktischer	 Umsetzung	 kultursensibler	 P�lege	 wurden	 bereits	 im	 „Memorandum	 für	 eine	kultursensible	Altenhilfe“	zu	konkreten	Handlungsschritten	verdichtet	(vgl.	Memorandum	2002:	 4f.).	Kultursensibilität	wird	in	diesem	Arbeitszusammenhang	als	Paradigma	der	Altenhilfe	de�iniert	und	 beschreibt	nach	den	Ausführungen	des	Arbeitskreises	Charta	2002	eine	Haltung,	die	auf	dem	Verständnis	anderer	Kulturen	und	Religionen	beruht.	Die	Sensibilität	liege	in	der	Aufmerksamkeit	für	die	kulturellen	Bedürfnisse	p�legebedürftiger	Menschen	und	ihrer	Berücksichtigung	in	der	P�lege. Eines	der	markantesten	Merkmale	der	kultursensiblen	Altenhilfe	ist	die	nahe	Orientierung	am	Kunden.	 Hierbei	 sollten	 persönliche,	 familiäre,	 religiöse,	 geospezi�ische,	 historische,	 wirtschaftliche	 aber	 auch	 gesellschaftliche	Aspekte	wie	Schicht-	und	Milieuzugehörigkeit	sowie	kulturelle	Aspekte	berücksichtigt	 werden	(vgl.	Leininger	1998:	12).	Älteren	Menschen	soll	ermöglicht	werden,	entsprechend	ihrer	individuellen	Bedürfnisse	und	Prägungen	zu	leben.	Der	Fokus	liegt	auf	der	individuellen	Ebene	und	dem	 Prinzip	der	personenzentrierten	P�lege.	 Die	eigene	Biogra�ie	in	Verbindung	mit	dem	kulturellen	Kontext	des	P�legebedürftigen	wird	zum	Ausgangspunkt	von	ressourcenorientierten	und	auf	die	Bedürfnisse	des	Patienten	abgestimmten	p�legerischen	Maßnahmen	(vgl.	Ullrich	2002:	24;	Oppermann	2010:	16).	Dasselbe	Herkunftsland	bedingt	nicht	 zwingend	gleiche	Bedürfnisse	(vgl.	Memorandum	2002:	5;	Oppermann	2010:	16).	Um	Abstand	von	kulturalistischen	Zuschreibungen	nehmen	zu	können,	ist	es	also	notwendig,	den	Menschen	als	Individuum	 zu	betrachten.	

Dennoch	kann	sich	die	Orientierung	an	bestimmten	soziokulturellen	Merkmalen	in	manchen	Situationen	 als	sinnvoll	erweisen.	Dies	zeigt	sich	unter	anderem	im	Umgang	mit	dementiell	erkrankten	Migrantinnen	 und	Migranten,	die	durch	die	Beeinträchtigung	ihres	Kurzzeitgedächtnisses	die	Fähigkeit	verlieren	können,	sich	in	der	deutschen	Sprache	zu	artikulieren	(vgl.	Kaiser	2009:	66).	Muttersprachliches	Personal	 wird	dann	unerlässlich.	Allgemeines	Wissen	über	biographische	Hintergründe	der	P�legebedürftigen,	 wie	z.B.	Migrationserfahrungen,	kann	sich	also	positiv	auf	die	P�legesituation	auswirken,	da	es	die	p�legende	Person	dazu	befähigt,	persönliche	Bedürfnisse	jenseits	des	eigenen	bekannten	Lebensentwurfs	 zu	erkennen	und	auf	sie	zu	reagieren	(vgl.	Hax-Schoppenhorst/	Jünger	2010:	124f).	

Wie	oben	am	Beispiel	sichtbar,	wird	in	der	Praxis	häu�ig	auf	die	Einbindung	von	Personal	mit	Migrationserfahrung	 zurückgegriffen.	 Es	 hat	 sich	 aber	 gezeigt,	 dass	 der	 Einsatz	 von	 Migrantinnen	 und	 Migranten	in	der	P�lege	alleine	nicht	ausreicht,	um	eine	bedürfnisausgerichtete	P�lege	gewährleisten	zu	 können.	Sie	können	zwar	von	Vorteil	für	eine	kultursensible	Arbeit	sein,	allerdings	kann	ihnen	weder	 per	se	interkulturelle	Kompetenz	unterstellt	werden,	noch	kann	diese	Aufgabe	an	sie	„delegiert“	werden.	 Akzeptanz	und	Offenheit	für	andere	Menschen	müssen	durch	das	gesamte	Team	gewährleistet	werden	 (vgl.	Ullrich	2002:	24).	 27

I.	Ausgangslage:	3.	Interkulturelle	Öffnung	und	kultursensible	Altenhilfe

Allerdings	stellt	sich	auch	das	an	den	individuellen	Bedürfnissen	ausgerichtete	Handeln	im	Arbeitsalltag	oft	als	schwierig	dar,	da	kultursensible	Kompetenz	dem	P�legepersonal	kaum	theoretisch	vermittelt	 werden	kann.	Sie	kann	nur	aus	der	Interaktion	mit	Menschen	resultieren,	liegt	nicht	als	„Rezeptwissen“	 vor	und	wird	durch	einen	Austausch	von	Werten,	Vorstellungen	und	Bedürfnisansprüchen	zwischen	den	 unterschiedlichen	Personen	initiiert	(Auernheimer	2003:	5ff.,	13f.).	Für	das	Personal	ist	deshalb	nicht	 nur	der	Kontakt	mit	anderen	Menschen	relevant,	um	über	die	eigenen	Lebensentwürfe	hinauszublicken,	 sondern	auch	der	selbstkritische	Umgang	und	die	aktive	Auseinandersetzung	mit	eigenen	Vorurteilen	 (vgl.	Uzarewicz/	Uzarewicz	2001:	170).	Das	Infrage	stellen	eigener	Vorstellungen	impliziert	also	auch	 eine	fragende,	wertschätzende	und	sich	um	Verständnis	für	den	anderen	bemühende	Haltung.	Kontextwissen,	 Wertschätzung	 und	 das	 Erlernen	 der	 Welt	 des	 Anderen	 sind	 ebenfalls	 Elemente,	 die	 bei	 der	 Kontaktaufnahme	wichtig	sein	können.	Die	Vermittlung	interkultureller	Kompetenz	gelingt	dann,	wenn	 Weiterbildungen	oder	erhöhte	Re�lexionszeit	aktiv	in	die	Arbeitsprozesse	eingebunden	sind	(vgl.	BaricBüdel/	Zanier/	Wagner	2009). Da	 bisher	 keine	 gemeinsamen	 Standards	 für	 bestimmte	 Begrif�lichkeiten	 allgemeingültig	 festgelegt	 wurden,	 kommt	 es	 immer	 wieder	 zu	 missverständlichen	 Interpretationen.	 Außerhalb	 wissenschaftlicher	Veröffentlichungen	existieren	in	der	Praxis	keine	klaren	De�initionen	oder	Merkmale	zur	kultursensiblen	Altenhilfe,	so	dass	mancher	Anbieter	mit	dem	Verweis	auf	mehrsprachiges	Personal	seinen	 kultursensiblen	Ansatz	bereits	als	erfüllt	sieht.	Auch	die	Doppelnutzung	bestimmter	Begrif�lichkeiten	 kann	 zur	 Verwirrung	 führen,	 da	 es	 kein	 allgemeingültiges	 Glossar	 oder	 sich	 daraus	 ergebende	 allgemeingültige	Kriterien	für	den	Bereich	gibt	(vgl.	Kämmerer-Rütten	2011:	37).	

Trotz	der	fehlenden	Verbindlichkeit	in	der	De�inition	besteht	jedoch	darin	Einigkeit,	dass	der	kultursensible	Ansatz	in	der	Altenhilfe	in	den	Rahmen	einer	interkulturellen	Öffnung	eingebettet	sein	sollte,	um	 effektiv	anzusetzen.	Eine	kultursensible	Altenhilfe	beinhaltet	zudem: •	 das	Recht	der	p�legebedürftigen	Personen	ungeachtet	ihres	Hintergrundes	auf	eine	nicht	nur		gleiche,	sondern	gleichwertige	Behandlung	gemäß	ihrer	individuellen	Werte,	kulturellen	und	religiösen	 Orientierungen	und	Bedürfnisse,	 •	 die	Orientierung	an	den	individuellen	Lebenserfahrungen	und	Verhältnissen	der	P�legebedürftigen, •	 die	Möglichkeit,	individuelle	Bedürfnisse	äußern	und	ihnen	gemäß	leben	zu	können, •	 die	Chancengleichheit	bei	der	Mitwirkung	und	Beteiligung	und •	 die	kritische	Re�lexion	eigener	kultureller	Prägungen.	 3.2	Handlungsansätze	zur	Realisierung	interkultureller	Öffnung	und	kultursensibler	Altenhilfe Die	Ansätze	der	interkulturellen	Öffnung	und	kultursensiblen	Altenhilfe	eröffnen	zahlreiche	Handlungsoptionen	für	die	Verbesserung	der	Angebote	und	ihrer	Wahrnehmung	durch	ältere	Migrantinnen	und	 Migranten,	wie	das	„Memorandum	für	eine	kultursensible	Altenhilfe“	und	andere	Autorinnen	und	Autoren	gezeigt	haben	(vgl.	Vaughn	1992:	26;	Baric-Büdel	2002;	Domenig	2007:	181;	Arbeiterwohlfahrt	 Bundesverband	 e.V.	 2008:	 6ff;	 Czycholl	 2009:	 115;	 Baric-Büdel/	 Zanier/	 Wagner	 2009;	 Oppermann	 2010:	23f.;	Paillon	2010:	32ff.;	Kämmerer-Rütten	2011:	39f.;	Liederbach:	17).

Barrieren	zwischen	Einrichtungen	der	Altenhilfe	und	älteren	Migrantinnen	können	abgebaut	werden,	 indem: 28

I.	Ausgangslage:	3.	Interkulturelle	Öffnung	und	kultursensible	Altenhilfe

Ein	respektvoller	Umgang	auf	individueller	Ebene	kann	realisiert	werden	durch: •	 die	Anerkennung	der	Unterschiede	zwischen	einzelnen	Migrantinnen	und	Migranten	durch	differenzierte,	aber	qualitativ	gleichwertige	Behandlung; •	 die	Ausrichtung	der	P�lege	an	den	individuellen	Bedürfnissen	und	biographischen	Erfahrungen	der	 P�legebedürftigen; •	 die	Wertschätzung	individueller	Wert-	und	Deutungsmustern	sowie	religiöser	Orientierungen; •	 den	aktiven	Einbezug	von	Migrantinnen	und	Migranten	in	die	Entwicklung	neuer	oder	Anpassung	 bestehender	Angebote.

•	 der	Zugang	zu	verständlichen	Informationen	über	Institutionen	der	Altenhilfe	durch	mehrsprachige	 Au�klärung,	piktographische	Hinweise	oder	durch	barrierefreies	Informationsmaterial	verbessert	 wird; •	 die	Landesmedien	der	jeweiligen	Migrantencommunities	genutzt	werden; •	 eine	aktive	Ansprache	der	Migrantinnen	und	Migranten	durch	Multiplikatoren	oder	Vertrauenspersonen,	die	unter	anderem	auch	innerhalb	der	Migrantennetzwerke,	in	muttersprachlichen	Ärztepraxen,	Lebensmittelläden	oder	Religionsgemeinschaften	statt�inden	kann; •	 die	 Gesundheitsau�klärung	 durch	 die	 Kommunen,	 P�legekassen,	 P�legeeinrichtungen,	 Migrationsdiensten	und	Migrantenorganisationen	vorangetrieben	wird.

Die	Organisationsentwicklung	kann	erleichtert	werden	durch: •	 eine	von	der	Leitungsebene	(Top-Down)	initiierte,	langfristige	Umsetzung	der	interkulturellen	Öffnung	auf	allen	Ebenen	einer	Einrichtung; •	 eine	parallele	Sensibilisierung	sowohl	des	Personals	als	auch	der	P�legebedürftigen,	um	potentielle	 Widerstände	abzubauen; •	 den	gemeinsamen	Wunsch	nach	interkultureller	Öffnung	auf	den	Ebenen	des	Trägers,	des	Managements	sowie	der	Mitarbeiterinnen	und	Mitarbeiter,	aus	dem	eine	breite	Akzeptanz	für	den	Prozess	 resultiert; •	 die	Überprüfung	der	Konzepte	und	Arbeitsansätze	und	deren	Erweiterung	auf	die	Kultursensibilität	 und	Interkulturalität •	 die	Integration	der	interkulturellen	Öffnung	und	Kultursensibilität	in	das	Leitbild	der	Organisation; •	 die	Einplanung	von	Zeitressourcen	oder	zusätzlichem	Personal	sowie	die	Anpassung	der	einrichtungsinternen	Organisationsabläufe; •	 interne	und	externe	Öffentlichkeitsarbeit; •	 Kooperationen	zwischen	Einrichtungen	der	Altenhilfe,	Migrationsdiensten	und	anderen	Akteuren	 im	Nahraum,	auch	mit	formellen	sowie	informellen	Migrantenorganisationen; Die	langfristige	Personal-	und	Teamentwicklung	beinhaltet	idealerweise,	dass: •	 Mitarbeiterinnen	und	Mitarbeiter	aus	verschiedenen	Herkunftsländern	eingesetzt	werden,	die	für	 alle	zu	p�legenden	Menschen	zuständig	sind	und	die	sich	die	zu	P�legenden	auswählen	können; •	 die	mehrsprachige	Kompetenz	der	Mitarbeiterinnen	und	Mitarbeiter	gefördert	wird; •	 die	interkulturellen	Kompetenzen	des	Personals	langfristig	durch	au�bauende	Fortbildungen	und	 Supervision	gefördert	werden; •	 regelmäßige	 Re�lexionsräume,	 in	 denen	 sowohl	 Personal	 als	 auch	 Leitungskräfte	 die	 Möglichkeit	 haben,	Erfahrungen	im	Umgang	mit	Migrantinnen	und	Migranten	zu	re�lektieren,	Erkenntnisse	zu	 29

I.	Ausgangslage:	3.	Interkulturelle	Öffnung	und	kultursensible	Altenhilfe

Fort-	und	Weiterbildungsangebote	sollten	dabei:	 •	 den	 Erwerb	 der	 interkulturellen	 Kompetenz	 des	 P�legepersonals	 sowie	 der	 Leitungskräfte	 als	 Schlüsselfunktion	für	eine	gelingende	Kommunikation	gewährleisten; •	 eine	Annäherung	an	die	Themen	Migration	und	interkulturelle	Öffnung	durch	die	Überprüfung	eigener	Vorurteile	sowie	Sicht-	und	Verhaltensweisen	enthalten; •	 die	Re�lexion	interkultureller	Handlungskompetenzen	anhand	von	Beziehungserfahrungen	mit	Migrantinnen	und	Migranten	im	In-	und	Ausland	ermöglichen.

gewinnen	und	sie	gezielt	in	ihre	Handlungsabläufe	einzubauen; •	 die	interkulturelle	Teamentwicklung	nicht	als	individuelles	Projekt	wahrgenommen	wird.

Politische,	fachliche	und	�inanzielle	Unterstützung	kann	geleistet	werden	durch: •	 eine	 Regel�inanzierung	 von	 Angeboten,	 Strukturen	 und	 Personal,	 die	 für	 eine	 interkulturelle	 Öffnung	notwendig	sind; •	 die	Berücksichtigung	interkultureller	Standards	in	lokalen,	regionalen	und	nationalen	Integrations-	 und	Diversitätskonzepten; •	 eine	Neude�inition	von	gesetzlichen	Rahmenbedingungen	für	ältere	Migrantinnen	und	Migranten,	 beispielsweise	durch	die	Verankerung	einer	adäquaten	Versorgung	in	Aufenthalts-	und	Antidiskriminierungsgesetzen; •	 die	Aufnahme	und	Verankerung	der	kultursensiblen	Ansätze	in	die	Qualitätsstandards	der	Altenhilfe. Diese	Handlungsmöglichkeiten	bieten	Einrichtungen	jeder	Größe	die	Chance,	sich	interkulturell	zu	öffnen	und	im	Rahmen	ihres	Kontexts	und	Möglichkeiten	Maßnahmen	in	ihren	Regelbetrieb	ein�ließen	zu	 lassen.

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I.	Ausgangslage:	4.	Zusammenfassung	der	Ergebnisse

4.	Zusammenfassung	der	Ergebnisse

In	Studien	zur	Situation	von	älteren	Menschen	mit	Migrationserfahrung	konnte	gezeigt	werden,	dass	die	 Partizipation	von	älteren	Menschen	mit	Migrationserfahrung	in	Einrichtungen	der	Altenhilfe	in	einer	 engen	Relation	zu	deren	sozioökonomischen	Situation	und	vorhandenen	Zugangsbarrieren	steht.	Ein	 geringes	Einkommen,	eine	starke	Zentrierung	auf	das	soziale	Netzwerk	der	Familie	und	der	schwierige	 Zugang	zu	Informationen	über	Einrichtungen	der	Altenhilfe	können	dazu	führen,	dass	diese	nicht	genutzt	werden.	Um	die	Partizipation	an	Angeboten	steigern	zu	können,	wird	in	den	Studien	die	Notwendigkeit	einer	Migrationspolitik,	die	den	Bereich	Alter	und	Migration	umfasst,	hervorgehoben.	

Studien	und	Statistiken	zu	älteren	Menschen	mit	Migrationserfahrung	sowie	deren	soziökonomischen	 Merkmale	in	Frankfurt	am	Main	zeigen	ihr	wie	auch	andernorts	steigendendes	Durchschnittsalter,	ein	 signi�ikant	höheres	Armutsrisiko	bei	Personen	ab	65	Jahren,	das	vermehrte	Ausbleiben	der	P�lege	im	 familiären	Netzwerk	und	andere	Faktoren	wie	eine	physisch	belastende	Erwerbstätigkeit.	Mit	der	steigenden	Zahl	älterer	Menschen	mit	Migrationserfahrung	wird	es	zu	einem	ebenfalls	erhöhten	Bedarf	an	 Angeboten	 ambulanter	 und	 stationärer	 P�legeeinrichtungen,	 aber	 auch	 der	 offenen	 Altenhilfe	 für	 sie	 kommen.	Auf	der	Seite	dieser	Anbieter	herrscht	aber	noch	eine	gewisse	Zurückhaltung	vor:	Drei	Viertel	 der	2005	befragten	Einrichtungen	gingen	damals	nicht	aktiv	auf	Menschen	mit	Migrationserfahrung	zu,	 sondern	nahmen	eine	abwartende	Haltung	ein.	 Handlungsmöglichkeiten	zur	Steigerung	der	Angebotsnutzung	werden	in	den	Konzepten	zur	interkulturellen	Öffnung	und	kultursensiblen	Altenhilfe	thematisiert.	Sie	beschäftigen	sich	mit	der	Überwindung	 der	Zugangsbarrieren	und	der	Schaffung	angemessener	Angebote	für	Menschen	mit	Migrationserfahrung.	Die	interkulturelle	Öffnung	zielt	als	Prozess	der	Organisationsentwicklung	darauf,	dass	allen	Menschen	ein	gleichberechtigter	Zugang	zu	Institutionen	ermöglicht	wird.	Die	kultursensible	Altenhilfe,	die	 an	das	Konzept	der	interkulturellen	Öffnung	anschließt,	strebt	die	Behandlung	einer	p�legebedürftigen	 Person	entsprechend	individuellen	Werten,	kulturellen	und	religiösen	Prägungen	und	Bedürfnisse	an.	 So	soll	ihnen	ermöglicht	werden,	ihr	Leben	entsprechend	zu	führen.	Interkulturelle	Öffnung	und	eine	 kultursensible	Altenhilfe	tragen	somit	dazu	bei,	dass	die	Qualität	von	Beratung,	Begleitung,	Betreuung	 und	P�lege	näher	an	der	Lebenswelt	des	Nutzers	liegt.	 Einrichtungen	 der	 Altenhilfe	 müssen	 sich	 einem	 Modernisierungsprozess	 stellen,	 der	 durch	 Globalisierung,	 Mobilität	 und	 Neuzuwanderung,	 aber	 auch	 durch	 zunehmende	 Diversität	 von	 Lebensläufen	 und	 kulturellen	 (auch	 Mehrfach-)Bindungen	 gekennzeichnet	 ist.	 Für	 die	 interkulturelle	 Öffnung	 und	 Kultursensibilität	von	Einrichtungen	und	die	Partizipation	älterer	Menschen	mit	Migrationserfahrung	 an	ihren	Angeboten	liegen	bis	jetzt	nur	punktuell	Daten	vor.	Es	ist	daher	fraglich,	ob	die	Probleme	in	der	 Praxis	erkannt	werden	und	ausreichend	Beachtung	�inden.	Mit	der	Erhebung	empirischer	Daten,	deren	 Ergebnisse	in	Teil	II	dieses	Berichts	vorgestellt	werden,	wird	untersucht,	inwieweit	ein	Umdenken	in	 Frankfurter	Einrichtungen	der	Altenhilfe	bereits	stattgefunden	hat.	

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Teil	II:		 Erhebung	zu	Angeboten	der	 Altenhilfe	in	Frankfurt	am	Main	 und	deren	Nutzung	durch	ältere	 Migrantinnen	und	Migranten

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2	Erhebung:	5.	Erhebungszile	und	Forschungsfragen

5.	Erhebungsziele	und	Forschungsfragen	

Die	vorliegende	Untersuchung	zielt	auf	eine	Erhebung	der	Angebotsstruktur,	die	Darstellung	interkultureller	und	kultursensibler	Angebote	in	Einrichtungen	der	Altenhilfe	und	die	Gewinnung	von	Informationen	zu	ihrer	bedürfnisgerechten	Gestaltung	für	ältere	Menschen	mit	Migrationshintergrund9.	Auch	 Migrantenselbstorganisationen	sollten	in	diesem	Zusammenhang	eine	Stimme	haben.	

Auf	 diese	 Weise	 sollte	 ein	 Einblick	 in	 die	 organisatorischen	 Strukturen	 und	 Angebote	 sowie	 die	 unterschiedlichen	 Nutzergruppen	 gewonnen	 werden,	 der	 als	 Ausgangspunkt	 für	 die	 Bestimmung	 von	 fördernden	oder	hemmenden	Faktoren	für	die	Partizipation	älterer	Migrantinnen	und	Migranten	an	Angeboten	der	Altenhilfe	sowie	die	Umsetzung	von	interkultureller	Öffnung	und	Kultursensibilität	genutzt	 werden	kann. 	 Leitfragen	der	Untersuchung	waren: •	 Welche	Leistungen	des	allgemeinen	Angebots	von	stationären	P�legeeinrichtungen	und	ambulanten	 P�legediensten,	Einrichtungen	der	offenen	Altenhilfe	und	Migrationsdiensten	werden	von	älteren	 Migrantinnen	und	Migranten	genutzt?	 •	 Welche	speziellen	Angebote	gibt	es	bei	diesen	Einrichtungen	für	ältere	Migrantinnen	und	Migranten? •	 Welche	 Angebote	 machen	 Migrantenselbstorganisationen	 und	 religiöse	 Zuwanderergemeinden	 älteren	Migrantinnen	und	Migranten? •	 Welche	Maßnahmen	zur	interkulturellen	Öffnung	werden	von	ambulanten	und	stationären	P�legeeinrichtungen,	Einrichtungen	der	offenen	Altenhilfe	und	Migrationsdiensten	getroffen?	 •	 Welche	Vernetzungsstrukturen	bestehen	zwischen	P�legeeinrichtungen,	Einrichtungen	der	offenen	 Altenhilfe	und	Migrationsdiensten	sowie	Migrantenselbstorganisationen	bzw.	religiösen	Zuwanderergemeinden? •	 Besteht	ein	Zusammenhang	zwischen	Maßnahmen	zur	interkulturellen	Öffnung	und	der	Nutzung	 der	Angebote	durch	ältere	Migrantinnen	und	Migranten? •	 Wie	bewerten	Einrichtungen	die	Lage	älterer	Menschen	mit	Migrationshintergrund	in	Frankfurt	am	 Main?

In	Kapitel	2	werden	zunächst	die	Untersuchungsmethoden	erläutert,	Kapitel	3	beschreibt	die	Untersuchungsergebnisse	zunächst	differenziert	nach	Einrichtungstypen;	dann	wird	ein	zusammenfassender	 Vergleich	im	Hinblick	auf	einrichtungsübergreifende	Zusammenhänge	vorgenommen.	In	Kapitel	4	werden	Schlussfolgerungen	aus	den	Ergebnissen	formuliert.

	Unter	Menschen	mit	Migrationshintergrund	werden	Personen	verstanden,	die	nicht	die	deutsche	Staatsbürgerschaft	besitzen	 und/oder	im	Ausland	geboren	und	nach	Deutschland	zugezogen	sind	und/oder	eingebürgert	wurden.
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2	Erhebung:	6.	Methoden,	Verfahren	und	Forschungsfragen

6.	Methoden	und	Verfahren	

Ausgehend	von	den	zuvor	genannten	Leitfragen,	wurden	die	Zielgruppen	der	Erhebung	festgelegt	und	 unterschiedliche	 Fragebögen	 entwickelt.	 Als	 Erhebungsmethode	 wurde	 ein	 teilstandardisierter	 Online-Fragebogen	 gewählt.	 Jedoch	 hatten	 die	 angeschriebenen	 Einrichtungen	 auch	 die	 Möglichkeit,	 den	 Fragebogen	ausgedruckt	auszufüllen	und	dem	Institut	zuzusenden.	Es	handelte	sich	um	eine	anonyme	 Befragung.	 Den	Befragten	 war	 es	freigestellt,	 auf	 jede	 Frage	 zu	 antworten,	 um	 den	 Fragebogen	 fertig	 auszufüllen.10 6.1	Fragebogendesign Der	Fragebogen	für	Einrichtungen	der	Altenhilfe	unterteilte	sich	in	acht	inhaltliche	Blöcke	und	einen	 zusätzlichen	Block	mit	freiwilligen	Angaben	zur	Organisation:	 •	 Kontaktinformationen	und	einleitende	Fragen:	Dieser	Abschnitt	enthielt	u.a.	eine	Reihe	von	Filterfragen,	um	die	Einrichtungen	hinsichtlich	ihrer	Arbeitsschwerpunkte	und	geogra�ischen	Verteilung	 zuzuordnen. •	 Interkulturelle	Öffnung:	Dieser	Abschnitt	beinhaltete	Fragen	zur	interkulturellen	Öffnung	der	Einrichtung	bzw.	deren	Planung.	 •	 Personal	und	Fortbildung:	Dieser	Abschnitt	wurde	genutzt,	um	die	Personalstruktur,	z.	B.	das	Verhältnis	von	ehrenamtlichen	zu	festangestellten	Mitarbeiterinnen	und	Mitarbeitern,	ihre	Herkunft,	 Fortbildungsmöglichkeiten	usw.	zu	erfassen.	 •	 Angebotsstruktur	der	Einrichtungen:	Dieser	Abschnitt	stellte	den	umfangreichsten	Teil	des	Fragebogens	dar	und	erfasste	neben	der	Bereitstellung	von	Angeboten	auch	Fragen	zur	Zusammensetzung	der	Zielgruppe	der	älteren	Migrantinnen	und	Migranten.	 •	 Zugang	und	Kooperationspartner:	Hier	wurde	hauptsächlich	erfasst,	auf	welche	Art	die	Angebote	 der	Einrichtung	die	Nutzerinnen	und	Nutzer	erreichen,	mit	welchen	weiteren	Einrichtungen	zusammengearbeitet	wird	und	wozu	die	Kooperation	dient.	 •	 Nutzungsfrequenz:	Hier	wurde	die	Häu�igkeit	der	Nutzung	von	Angeboten	durch	ältere	Migrantinnen	und	Migranten	erfasst	und	Fragen	zur	Einbindung	der	Zielgruppe	gestellt. •	 Wünsche	und	Anmerkungen:	Hier	wurde	gefragt,	welche	Angebote	die	Einrichtungen	in	naher	Zukunft	tatsächlich	oder	potenziell	anbieten	und	welcher	Unterstützungsbedarf	dabei	besteht. •	 Situation	 älterer	 Migrantinnen	 und	 Migranten	 in	 Frankfurt:	 Hier	 wurde	 erfasst,	 wie	 Leiterinnen	 bzw.	Leiter	der	Einrichtung	die	Versorgungslage	älterer	Migrantinnen	und	Migranten	einschätzen	 und	wie	sie	Rückmeldungen	der	Zielgruppe	in	die	Konzeption	ihrer	Angebote	ein�ließen	lassen.	 •	 Kontaktdaten	der	Organisation:	Der	letzte	Teil	des	Fragebogens	war	freiwillig	und	diente	der	Rücklau�kontrolle;	 Einrichtungen,	 deren	 Fragebögen	 bereits	 eingegangen	 waren,	 wurden	 im	 weiteren	 Verfahren	nicht	mehr	berücksichtigt. Der	Adressatenkreis	der	Erhebung	wurde	unterschieden	in	P�legeeinrichtungen,	Einrichtungen	der	offenen	Altenhilfe,	darunter	Begegnungsstätten,	Seniorenclubs	und	Migrationsdienste	sowie	Migrantenselbstorganisationen	und	religiösen	Zuwanderergemeinden.	Es	wurden	zwei	Fragebögen	angelegt,	ein	 allgemeiner	Fragebogen	für	Einrichtungen	und	Angebote	im	Bereich	der	P�lege	und	offenen	Altenhilfe	
10

			Dies	wurde	mit	der	Antwortkategorie	„keine	Angabe“	sichergestellt.

34

2	Erhebung:	6.	Methoden,	Verfahren	und	Forschungsfragen

sowie	Migrationsdiensten	und	ein	Fragebogen	für	Migrantenselbstorganisationen	und	religiöse	Zuwanderergemeinden;	Einrichtungen	aus	dem	P�legebereich	erhielten	einen	Zusatzfragebogen.	

Die	Fragebögen	unterschieden	sich	sowohl	in	sprachlichen	Aspekten,	als	auch	in	ihrem	Umfang.	In	den	 Fragebögen	für	P�legeeinrichtungen	wurde	beispielsweise	von	Patientinnen	und	Patienten	und	Personal	gesprochen,	während	in	Begegnungsstätten,	Migrationsdienste	und	Migrantenselbstorganisationen,	 die	nicht	selten	ehrenamtlich	geführt	werden,	von	Nutzerinnen	und	Nutzer	sowie	Mitgliedern	die	Rede	 war.	 Um	einen	besseren	Zugang	zu	gewährleisten,	hob	sich	der	Fragebogen	für	Migrantenselbstorganisationen	in	folgenden	Punkten	ab:	Der	Bogen	wurde	stark	verkürzt,	die	inhaltlichen	Frageblöcke	wurden	 zusammengefasst	und	auf	das	Wesentliche	konzentriert,	und	die	Sprache	wurde	einfach	gehalten.	Ziel	 war	es,	wichtige	Ergebnisse	mit	wenigen	Fragen	zu	erzielen.	

Alle	 Fragebögen	 waren	 teilstandardisiert.	 Sie	 enthielten	 geschlossene	 Fragen	 mit	 Antwortvorgaben	 zum	Ankreuzen	und	offene	Fragen,	bei	denen	die	Antwort	in	Stichworten	oder	kurzen	Sätzen	niederzuschreiben	war;	teilweise	wurde	eine	Kombination	von	beiden	Frageformen	vorgenommen.	Durch	regelmäßiges	Einfügen	einer	Residualkategorie11	konnten	auch	nicht	vorhergesehene	Antworten	gegeben	 werden;	ebenso	bestand	die	Möglichkeit,	keine	Angaben	zu	machen.	Die	Fragestellung	und	der	Umfang	 der	Fragen	wurden	an	die	Zielgruppen	angepasst.	Begriffsklärungen	wurden	in	den	Bogen	integriert,	 um	Fehlinterpretationen	zu	vermeiden;	diese	waren	vorher	mit	dem	Amt	für	multikulturelle	Angelegenheiten	(AMKA),	abgestimmt	worden.	Der	Begriff	„ältere	Migrantinnen	und	Migranten“	wurde	vom	 AMKA	de�iniert,	im	Fragebogen	durchgehend	verwendet	und	einführend	läutert12.	 Eine	 Online-Befragung13	 ermöglicht	 es,	 einen	 großen	 Stichprobenumfang	 in	 einem	 �inanziell	 vertretbaren	 Rahmen	 ef�izient	 zu	 erheben.	 Weiterhin	 ist	 auch	 für	 die	 Teilnehmenden	 an	 der	 Befragung	 der	 Zeitaufwand	geringer.	Im	Rahmen	dieses	Verfahrens	wurde	der	Link	per	E-Mail	zusätzlich	mit	dem	Fragebogen	in	Dokumentform	zum	Ausdrucken	an	die	Adressatinnen	und	Adressaten	verschickt,	um	ihnen	 die	Möglichkeit	zu	geben,	auf	die	von	ihnen	bevorzugte	Weise	zu	antworten. 6.2	Identi�ikation	und	Auswahl	der	Adressaten	

Die	 Anbieter	 der	 entsprechenden	 Betreuungs-,	 Unterstützungs-	 und	 P�legeleistungen	 wurden	 in	 drei	 Gruppen	unterteilt:	 1.	Stationäre	P�legeinrichtung	und	ambulante	P�legedienste	 2.	Einrichtungen	der	offenen	Altenhilfe	und	Migrationsdienste	mit	spezieller	Ausrichtung	auf	Menschen	mit	Migrationshintergrund	(im	Folgenden	Migrationsdienste	genannt) 3.	Migrantenselbstorganisationen	und	religiöse	Zuwanderergemeinden
	Hier	fragten	wir	die	Einrichtungen	nach	möglichen	anderen	Antworten. Vgl.	Teil	I	Kapitel	1	dieses	Berichts. 13 	Hier	unter	Nutzung	des	Programms	Survey	Monkey.
11 12		

Bereits	 im	 Vorfeld	 wurden	 niederschwellige	 Unterstützungsdienste	 wie	 Hilfenetzwerke,	 Formen	 der	 Nachbarschaftshilfe	und	Besuchs-	und	Begleitdienste	aus	der	Auswahl	ausgeschlossen.	Ein	wesentlicher	 35

2	Erhebung:	6.	Methoden,	Verfahren	und	Forschungsfragen

Grund	hierfür	war	die	Vielzahl	und	Unübersichtlichkeit	der	unterschiedlichen	Organisationsformen	von	 Unterstützungsdiensten.	 Um	 die	 Befragung	 in	 einem	 zu	 bewerkstelligenden	 Rahmen	 zu	 halten,	 wurde	die	maximale	 Zahl	der	zu	befragenden	Einrichtungen	auf	 insgesamt	300	festgelegt.	Grundlage	 für	 die	Auswahl	der	zu	befragenden	Einrichtungen	in	den	Bereichen	P�lege	und	offene	Altenhilfe	bildeten	 Adresslisten	des	Jugend-	und	Sozialamts	der	Stadt	Frankfurt	am	Main,	die	eine	weitgehende	Vollständigkeit	beanspruchen	können.	 Auswahl	der	stationären	P�legeeinrichtungen	und	ambulanten	P�legedienste Bei	 den	 insgesamt	 44	 stationären	 P�legeeinrichtungen	 fand	 eine	 Vollerhebung	 statt.	 Da	 die	 Zahl	 der	 ambulanten	P�legedienste	größer	war	als	die	Zahl,	die	in	die	Erhebung	einbezogen	werden	konnte,	wurde	eine	Auswahl	von	68	Einrichtungen	getroffen,	die	gleichmäßig	über	das	Stadtgebiet	verteilt	waren.	 Hierfür	wurde	das	Stadtgebiet	in	die	Regionen	Innenstadt,	Nord,	Süd	sowie	West	und	Ost	unterteilt,	wobei	jeweils	mehrere	Stadtteile	zusammengefasst	 wurden,	 so	 dass	 sich	 eine	 relativ	 ausgewogene	 Verteilung	 der	 ambulanten	 P�legedienste	 auf	 die	 Bezirke	 ergibt.	 Die	 Aufteilung	 des	 Stadtgebiets	 in	Bezirke	wurde	wie	folgt	vorgenommen:14
Stadtbezirk	Nord Stadtbezirk	West Stadtbezirk		Süd Stadtbezirk	Ost

Stadtbezirk	Innenstadt

	Gemäß	eigenen	Berechnungen	auf	Grundlage	des	Statistischen	Jahrbuchs	Frankfurt	am	Main	2011,	S.	13,	betrug	der	durchschnittliche	 Anteil	 der	 ausländischen	 Wohnbevölkerung	 an	 allen	 Einwohnerinnen	 und	 Einwohnern	 24,3%.	 Höhere	 Durchschnittswerte	 �inden	 sich	 in	 den	 westlichen	 Stadtteilen	 (27,6%)	 und	 in	 der	 Innenstadt	 (26,1%).	 Weitgehend	 auf	 Durchschnittsniveau	sind	die	Stadtteile	im	Osten	und	Süden	(23,3%	und	23,1%).	In	nördlichen	Stadtteilen	ist	der	Ausländeranteil	 vergleichsweise	gering	(21,3%).	Bereits	in	Teil	I	wurde	jedoch	auf	die	Schwierigkeit	hingewiesen,	Personen	mit	ausländischer	 Staatsangehörigkeit	und	Menschen	mit	Migrationshintergrund	gleichzusetzen.
14

36

2	Erhebung:	6.	Methoden,	Verfahren	und	Forschungsfragen

Zuordnung	der	Stadtteile	nach	Stadtbezirken Stadtbezirk Nord Praunheim Rödelheim Hausen Niederursel Heddernheim Dornbusch Eschersheim Ginnheim Bonames Frankfurter	Berg Preungesheim Eckenheim KalbachRiedberg NiederErlenbach Harheim Nieder-Eschbach Berkersheim Stadtbezirk West Schwanheim Griesheim Nied Sossenheim Unterliederbach Höchst Sindlingen Zeilsheim

Stadtbezirk	 Innenstadt Gallus Gutleutviertel Bahnhofsviertel Innenstadt Altstadt Bockenheim Westend-Süd Westend-Nord Nordend-West Nordend-Ost

Stadtbezirk 	Süd Niederrad Sachsenhausen-	 Nord Sachsenhausen-	 Süd Oberrad

Stadtbezirk Ost Seckbach Riederwald Fechenheim Bornheim Ostend Bergen-Enkheim

Auswahl	der	Angebote	der	offenen	Altenhilfe	und	Migrationsdienste

Der	zweite	Adressatenkreis	bestand	aus	Migrationsdiensten	sowie	Einrichtungen	der	offenen	Altenhilfe.	 Zu	den	Migrationsdiensten	zählten	Dienste	und	Beratungsstellen	für	erwachsene	Zuwanderer	in	Frankfurt	am	Main.	Ihr	Einbezug	war	wichtig,	um	das	Angebotsspektrum	für	ältere	Migrantinnen	und	Migranten	in	seiner	Vielfalt	zu	erfassen.	Einrichtungen	der	offenen	Altenhilfe	waren	u.	a.	Anlau�büros	für	Seniorengruppen,	Begegnungsstätten	und	Seniorenclubs,	-kreise	und	-treffs,	oft	in	Trägerschaft	christlicher	 Gemeinden	sowie	Verbände	der	Freien	Wohlfahrtsp�lege,	aber	auch	Beratungs-	und	Vermittlungsstellen	 für	ambulante	und	stationäre	Hilfen,	Seniorenberatungsstellen	und	die	Leitstelle	Älterwerden	der	Stadt	 Frankfurt	am	Main.	Hier	ergaben	sich	für	die	Auswahl	folgende	Ansatzpunkte: •	 Bei	den	Angeboten	der	katholischen	Gemeinden	wurden	Organisationen	ausgewählt,	bei	denen	das	 Auswahlkriterium	einer	mindestens	wöchentlichen	Angebotsfrequenz	erfüllt	war. •	 Zu	 den	 Angeboten	 der	 evangelischen	 Gemeinden	 wurden	 alle	 hauptamtlichen	 Koordinatorinnen	 und	Koordinatoren	befragt,	die	diese	Angebote	begleiten	und	zum	Teil	auch	zumindest	organisatorisch	umsetzen. •	 Bei	den	Angeboten	der	Verbände	der	Wohlfahrtsp�lege	wurden	alle	Einrichtungen	erfasst,	die	nach	 §	71	SGB	XII	gefördert	werden.	Ausgangspunkt	hierfür	bildete	eine	Adressliste	des	Jugend-	und	Sozialamts	der	Stadt	Frankfurt	am	Main.

Insgesamt	handelte	es	sich	beim	Adressatenkreis	der	Migrationsdienste	sowie	Einrichtungen	der	offenen	Altenhilfe	um	86	Organisationen,	die	in	die	Erhebung	einbezogen	wurden. 37

2	Erhebung:	6.	Methoden,	Verfahren	und	Forschungsfragen

Auswahl	der	Migrantenselbstorganisationen	und	religiösen	Zuwanderergemeinden

Migrantenselbstorganisationen	 und	 religiöse	 Zuwanderergemeinden	 wurden	 sowohl	 individuell	 als	 auch	im	Rahmen	größerer	Organisationen,	wie	z.	B.	der	Jüdischen	Gemeinde,	angesprochen.	Für	ihre	 Auswahl	wurde	vom	Amt	für	multikulturelle	Angelegenheiten	eine	Adressliste	für	480	Einrichtungen	 zur	 Verfügung	 gestellt.	 Eine	 telefonische	 Abfrage	 der	 Kontaktdaten	 ergab,	 dass	 148	 Adressen	 für	 die	 Befragung	relevante	Angebote	haben;	14	lehnten	schon	bei	der	telefonischen	Überprüfung	der	Kontaktdaten	die	Teilnahme	an	der	Untersuchung	ab.	Es	wurde	auch	deutlich,	dass	viele	Migrantenselbstorganisationen	nicht	auf	spezielle	Altersgruppen	zielen,	sondern	ihr	Angebot	sich	umgekehrt	danach	richtet,	 wer	in	ihre	Einrichtung	kommt.	 In	 die	 Erhebung	 einbezogen	 wurden	 schließlich	 107	 Organisationen,	 von	 denen	 E-Mail-Adressen	 zur	 Verfügung	standen;	dabei	war	ihre	Verteilung	nach	Stadtbezirken	von	untergeordneter	Bedeutung,	weil	 sich	ihre	Angebote	an	die	jeweilige	Community	richten,	deren	Mitglieder	über	die	gesamte	Stadt	verteilt	 sind.	 6.3	Durchführung	der	Befragung

Eine	Woche	vor	dem	Start	erhielten	alle	Einrichtungen	ein	postalisches	Anschreiben	von	der	Leitung	 des	Amtes	für	multikulturelle	Angelegenheiten.	Durch	die	telefonische	Abfrage	der	Migrantenselbstorganisationen	kam	es	hier	zu	einer	telefonischen	Vorankündigung	und	ersten	Kontaktaufnahme	mit	den	 Einrichtungen.	 Der	Versand	der	Fragebögen	erfolgte	durch	E-Mails.	Diese	enthielten	neben	einer	persönlichen	Bitte	zur	 Beteiligung	und	einer	Instruktion	zum	Fragebogen	das	Anschreiben	des	Amt	für	multikulturelle	Angelegenheiten,	den	Link	zum	Online-Fragebogen	und	dem	Fragebogen	als	Druckversion	mit	Rücksendung	 per	Post.	Während	der	Laufzeit	der	Erhebung	wurden	für	die	Einrichtungen	eine	Befragungshotline	und	 Serviceadresse	per	E-Mail	eingerichtet,	an	die	sie	sich	jederzeit	bei	Fragen	oder	Schwierigkeiten	wenden	 konnten.	

Nach	drei	Wochen	begann	die	Rücklau�kontrolle.	Alle	Organisationen	bekamen	eine	E-Mail,	in	der	denjenigen,	die	den	Fragebogen	bereits	ausgefüllt	hatten,	hierfür	gedankt	wurde;	gleichzeitig	wurden	Organisationen,	die	sich	noch	nicht	an	der	Erhebung	beteiligt	hatten,	hieran	erinnert.	Zwei	Wochen	später	 wurde	dieses	Verfahren	erneut	praktiziert.	Bei	den	Migrantenselbstorganisationen	wurden	diese	durch	 einen	zusätzlichen	telefonischen	Rückruf	ergänzt. Es	gingen	in	dieser	Zeit	127	Bögen	von	den	insgesamt	305	angeschriebenen	Organisationen	ein,	davon	 48	von	P�legeeinrichtungen,	44	von	Einrichtungen	der	offenen	Altenhilfe	und	Migrationsdiensten	sowie	 35	von	Migrantenselbstorganisationen	und	religiösen	Zuwanderergemeinden.	Damit	konnte	eine	insgesamt	überdurchschnittlich	hohe	Rücklaufquote	von	42%	erzielt	werden.	Allerdings	sind	die	Ergebnisse	 weniger	als	repräsentativ	denn	exemplarisch	zu	verstehen,	und	es	ist	zu	berücksichtigen,	dass	die	Situation	in	Frankfurt	am	Main	keine	Rückschlüsse	auf	die	Verhältnisse	an	anderen	Orten	zulässt.		 38

2	Erhebung:	7.	Ergebnisse

7.	Ergebnisse

In	den	folgenden	Kapiteln	werden	zunächst	die	Ergebnisse	separat	für	Einrichtungen	im	Bereich	der	 P�lege,	Einrichtungen	der	offenen	Altenhilfe	sowie	Migrantenselbstorganisationen	und	Zuwanderergemeinden	 dargestellt.	 Danach	 werden	 einige	 Fragestellungen	 einrichtungsübergreifend	 analysiert	 und	 beschrieben	und	auf	dieser	Grundlage	Schlussfolgerungen	für	Handlungsempfehlungen	gezogen. 7.1	Ambulante	und	stationäre	Einrichtungen	im	Bereich	der	P�lege Grundlage	der	Auswertung	bilden	48	Erhebungsbögen,	die	von	ambulanten	P�legediensten	und	stationären	P�legeeinrichtungen	ausgefüllt	wurden.	Vier	davon	gaben	an,	in	mehr	als	einem	Bereich	mit	älteren	Menschen	zu	arbeiten;	so	machte	z.	B.	ein	stationärer	P�legedienst	auch	ambulante	Angebote.	Diesen	 vier	Einrichtungen	wurde	die	Möglichkeit	gegeben,	für	diese	Arbeiten	den	Bogen	ein	weiteres	Mal	auszufüllen.	Da	es	sich	hier	um	jeweils	eigenständige	Strukturen	handelte,	wurden	diese	Einrichtungen	in	 der	Auswertung	wie	zwei	Anbieter	behandelt. 7.1.1	Strukturmerkmale	der	Einrichtungen	 Um	ein	Bild	über	die	Einrichtungstypen	und	ihren	Charakteristika	zu	gewinnen,	wurden	den	Einrichtungen	zunächst	Fragen	zu	ihrem	Einrichtungstyp	gestellt.	Hier	waren	Mehrfachnennungen	möglich,	um	das	 Selbstverständnis	der	Einrichtungen	nicht	auf	eine	vorgegebene	Antwortkategorie	zu	beschränken.

Erwartungsgemäß	handelte	es	sich	bei	den	48	Anbietern	im	Bereich	der	P�lege	mehrheitlich	um	ambulante	und	stationäre	Einrichtungen.	Die	unten	stehende	Gra�ik	zeigt	jedoch	deutlich,	dass	diese	sich	in	 vielen	Fällen	nicht	auf	die	Kernaufgaben	beschränken,	sondern	diese	durch	eine	Reihe	weiterer	Angebote	�lankieren.	Hierzu	gehören	häu�ig	Beratungsdienste,	aber	auch	zahlreiche	andere	Angebote.			

Grafik 1.1: Einrichtungen im Bereich der Pflege
(Mehrfachnennungen möglich)

Außerhalb	 der	 vorgegebenen	 Antwortkategorien	 wurden	 das	 „Team	 Zentrale	 Heimplatzvermittlung“	 des	Jugend-	und	Sozialamts	der	Stadt	Frankfurt	a.M.,	Wohnen	und	Tagesp�lege,	eine	Therapiepraxis	und	 ein	Seniorenrestaurant	genannt.	 Die	Frage,	ob	die	Einrichtungen	Wohlfahrts-	oder	anderen	Dachverbänden	angehören,	bestätigten	gut	 zwei	Drittel	der	antwortenden	Einrichtungen	wie	folgt:	 39

Ambulanter Pflegedienst Stationäre Pflegeeinrichtung Beratungsdienst Religiöse Zuwanderergemeinde Seniorenbegegnungsstätte Migrationsdienst Seniorenclub Anderes

30
18

7
2

1 1 1 5

2	Erhebung:	7.	Ergebnisse

•	 Zugehörigkeit	zu	Wohlfahrtverbänden:	 ∘	 Paritätischer	Wohlfahrtsverband	Landesverband	Hessen	e.V.	(12	Einrichtungen)	 ∘	 Diakonisches	Werk	für	Frankfurt	am	Main	(4	Einrichtungen)	 ∘	 Arbeiterwohlfahrt	Kreisverband	Frankfurt	am	Main	e.V.	(3	Einrichtungen)	 ∘	 Caritasverband	Frankfurt	e.V.	(2	Einrichtungen)	

Bei	den	Zielgruppen	der	Einrichtungen	stellen	erwartungsgemäß	ältere	Menschen	die	größte	Gruppe	 dar.	Während	Migrantinnen	und	Migranten	nur	selten	genannt	werden,	werden	ältere	Migrantinnen	und	 Migranten	in	vielen	Fällen	aufgrund	ihres	altersspezi�ischen	Bedarfs	den	Zielgruppen	der	Einrichtung	 zugeordnet.	Die	generelle	Offenheit	hinsichtlich	dieser	Frage	zeigt	sich	auch	darin,	dass	die	dritthäu�igste	Antwort	hierauf	„keine	bestimmte	Zielgruppe“	war:

•	 Zugehörigkeit	zu	anderen	Dachverbänden: ∘	 Bundesverband	privater	Anbieter	sozialer	Dienste	e.V.	(7	Einrichtungen)	 ∘	 Bundesverband	Ambulante	Dienste	und	Stationäre	Einrichtungen	e.V.	(1	Einrichtung)	 ∘	 Bundesarbeitsgemeinschaft	Hauskrankenp�lege	e.	V.	(1	Einrichtung)

Grafik 1.2: Zielgruppen der Einrichtungen
(Mehrfachnennungen möglich)

Seniorinnen und Senioren Migrantinnen und Migranten Ältere Migrantinnen und Migranten Männer Frauen Keine bestimmte Zielgruppe Andere Zielgruppe 6 6 8 9 3 12

26

„Andere	Zielgruppen“	sind	Menschen	mit	psychischen	Leiden	oder	Behinderung.

Die	Verteilung	der	Einrichtungsstandorte	nach	Bezirken15,	zu	der	sich	44	von	48	Einrichtungen	äußerten,	kann	der	folgenden	Gra�ik	entnommen	werden:	

Grafik 1.3: Einrichtungsstandorte
(Mehrfachnennungen möglich)
Innenstadt Nord West Süd Ost Keine Angabe

8 8 4 10 18
4

15

	Vergleiche	hierzu	Teil	II	Kapitel	3.2.

40

2	Erhebung:	7.	Ergebnisse

Besonders	 häu�ig	 sind	 Einrichtungen	 im	 Bereich	 der	 P�lege,	 die	 an	 der	 Erhebung	 teilnahmen,	 in	 den	 östlichen	Stadtteilen	vertreten,	durchschnittlich	häu�ig	im	Süden,	im	Norden	und	in	der	Innenstadt	und	 vergleichsweise	 selten	 im	 westlichen	 Stadtbezirk.	 Vier	 Einrichtungen	 haben	 Standorte	 sowohl	 in	 der	 Innenstadt	als	auch	im	Osten.	 Etwas	mehr	als	die	Hälfte	der	Einrichtungen	(19	von	36)	wird	hauptsächlich	von	Bewohnerinnen	und	 Bewohnern	des	eigenen	Stadtteils	genutzt.	Für	den	Einzugsbereich	der	restlichen	Einrichtungen	gab	es	 jeweils	eine	Nennung	für	zwei	bzw.	drei	Stadtteile,	4	Nennungen	für	vier	Stadtteile	und	10	Nennungen	 für	mehr	als	vier	Stadtteile.	Neben	einer	vorwiegend	quartiersbezogenen	Nutzung	sind	die	Angebote	 der	Einrichtungen	damit	meist	auf	einen	relativ	großen		Einzugsbereich	ausgerichtet. 7.1.2	Personelle	Ausstattung	 Interkulturelle	Öffnung	und	kultursensible	Altenhilfe	geschieht	nicht	abstrakt,	sondern	muss	durch	das	 Personal	der	Einrichtung	umgesetzt	werden.	Dies	ist	Gegenstand	des	folgenden	Abschnitts.	 Die	personelle	Ausstattung	der	48	antwortenden	Einrichtungen	variiert	von	weniger	als	10	bis	mehr	als	 100	Personen:

Grafik 1.4: Zahl fest angestellter Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
9

Mehr als 100
51 bis 100 26 bis 50

14 10

10 bis 25
Weniger als 10 6

9

Mehrheitlich	beschäftigen	die	Einrichtungen	sowohl	Vollzeit-	und	Teilzeit-	als	auch	Honorarkräfte	auf	400	 €-Basis.	Aushilfen,	Auszubildende	und	externe	Krankenp�legeschüler	wurden	nur	vereinzelt	genannt.	 Die	folgende	Gra�ik	zeigt	als	weiteren	Indikator	für	die	Größe	der	Einrichtungen	die	Anzahl	ihrer	Teams.	 Häu�ig	vertreten	sind	sowohl	kleine	Einrichtungen	mit	nur	einem	Team	als	auch	große	Einrichtungen	 mit	fünf	oder	mehr	Teams.	

Grafik 1.5: Zahl der Teams in Einrichtungen im Bereich der Pflege
1 Team 13 3 0

2 Teams 3 Teams

4 Teams 5 oder mehr Teams

5 24
41

2	Erhebung:	7.	Ergebnisse

Anteil	des	Personals	mit	Migrationshintergrund	am	gesamten	Personal

Vor	dem	Hintergrund	von	interkultureller	Öffnung	und	kultursensibler	Altenhilfe	spielt	die	Beschäftigung	von	Migrantinnen	und	Migranten	eine	besondere	Rolle.	44	von	48		Einrichtungen	haben	durch	Personal	mit	Migrationshintergrund	in	dieser	Hinsicht	gute	Voraussetzungen,	auch	wenn	das	Motiv	für	die	 Einstellung	primär	Personalmangel	ist.	Nur	in	acht	Einrichtungen	wurden	entsprechende	Kräfte	gezielt	 für	die	Arbeit	mit	Migrantinnen	und	Migranten	eingestellt.	Zwei	Drittel	der	Einrichtungen	verfügen	über	 einen	Anteil	des	Personals	mit	Migrationshintergrund	zwischen	26%	und	75%	Prozent.	Die	Verteilung	 lässt	sich	im	Einzelnen	der	folgenden	Gra�ik	entnehmen.

Grafik 1.6: Anteil des Personals mit Migrationshintergrund am gesamten Personal
3 10 20 7
1

Bis 10% 11 - 25% 26 - 50% 51 - 75% 76 - 100%

Folgende	 Beschäftigungssituation	 kann	 als	 charakteristisch	 für	 Mitarbeiterinnen	 und	 Mitarbeiter	 mit	 Migrationshintergrund	in	der	P�lege	betrachtet	werden: •	 In	den	meisten	P�legeeinrichtungen	besteht	das	Personal	vorwiegend	aus	Frauen;	nur	in	etwa	jeder	 zehnten	 Einrichtung	 sind	 die	 Anteile	 zwischen	 Männern	 und	 Frauen	 entweder	 identisch	 oder	 es	 überwiegen	Männer.	 •	 Der	Anteil	der	fest	angestellten	Mitarbeiterinnen	und	Mitarbeiter	am	Gesamtpersonal	liegt	in	etwa	 einem	knappen	Drittel	der	P�legeeinrichtungen	bei	weniger	als	25%;	dies	korrespondiert	mit	der	 subjektiven	Einschätzung	von	Einrichtungen,	die	den	eigenen	Anteil	der	Festangestellten	mit	Migrationshintergrund	als	„niedrig“	oder	„sehr	niedrig“	bezeichnen. •	 In	fast	der	Hälfte	der	P�legeeinrichtungen	beträgt	der	Anteil	der	Festangestellten	mit	Migrationshintergrund	und	einer	staatlich	anerkannter	Ausbildung	im	P�legebereich	weniger	als	10%. •	 Der	Anteil	der	Zeitarbeits-	und	Honorarkräfte	auf	400	€-Basis	mit	Migrationshintergrund	an	allen	 entsprechenden	Kräften	variiert	sehr	stark.	In	jeweils	einem	guten	Drittel	der	Einrichtungen	liegt	er	 bei	weniger	als	10%	bzw.	zwischen	11%	und	50%.	Ein	Viertel	der	Einrichtungen	beschäftigt	einen	 höheren	Anteil	an	Zeitarbeits-	und	Honorarkräften.	 •	 Für	die	Beschäftigten	mit	Migrationshintergrund	konnten	36	verschiedene	Herkunftsländer	identi�iziert	werden.	Neben	Polen,	dem	ehemaligen	Jugoslawien	und	der	Türkei	wurden	auch	Italien,	 Russland,	Kroatien,	Marokko	und	die	Slowakei	vergleichsweise	häu�ig	genannt. Einrichtungen	im	P�legebereich	sehen	meist	eine	Reihe	von	spezi�ischen	Vorteilen	der	Beschäftigung	 von	 P�legekräften	 mit	 Migrationshintergrund,	 vor	 allem	 mehrsprachige	 Kompetenz	 (31	 Nennungen)	 und	 größere	 kulturelle	 Sensibilität	 (21	 Nennungen).16	 Eine	 Einrichtung	 wies	 explizit	 darauf	 hin,	 dass	 Mitarbeiterinnen	und	Mitarbeiter	mit	Migrationshintergrund	Eigenschaften	wie	alle	anderen	auch	haben	und	einfach	dazugehören.
16

	„Flexibilität“	erhielt	5	und	„Professionalität“	2	Nennungen.

42

2	Erhebung:	7.	Ergebnisse

Trotz	der	Vorzüge,	die	mehrsprachigem	P�legepersonal	attestiert	wurden,	halten	nur	20	von	40	antwortenden	Einrichtungen	ihren	Einsatz	für	„wichtig“	oder	„sehr	wichtig“.	Zwölf	Einrichtungen	messen	ihm	 nur	„mittelmäßige“	Bedeutung	bei,	acht	Einrichtungen	�inden	ihn	„unwichtig“	oder	„sehr	unwichtig“. Anteil	der	ehrenamtlichen	Mitarbeiterinnen	und	Mitarbeiter Von	 Interesse	 ist	 weiterhin,	 wie	 viele	 ehrenamtliche	 Mitarbeiterinnen	 und	 Mitarbeitern	 die	 Einrichtungen	unterstützen,	und	die	Antworten	schwankten	zwischen	0	und	50	Ehrenamtlichen.	Über	die	 Hälfte	 der	 P�legeeinrichtungen	 (23	 von	 41),	 die	 diese	 Frage	 beantworteten,	 haben	 keine	 Ehrenamtlichen.	Der	mittlere	Wert17	der	Einrichtungen,	 in	 denen	 sich	Ehrenamtliche	 engagieren,	 beträgt	 jedoch	 zwölf	und	ist	damit	recht	hoch.	

Die	 Zahl	 der	 Ehrenamtlichen,	 die	 sich	 in	 Einrichtungen	 im	 P�legebereich	 engagieren,	 ergibt	 sich	 aus	 folgender	Gra�ik: 	

Grafik 1.7: Zahl der Ehrenamtlichen in den Einrichtungen
17% 12% 15%
Keine (N = 23) 1 bis 10 (N = 6)

56%

11 bis 25 (N = 5) 26 bis 50 (N = 7)

Alle	Einrichtungen,	in	denen	sich	Ehrenamtliche	engagieren,	gaben	an,	dass	hierunter	auch	Ehrenamtliche	mit	Migrationshintergrund	seien.	Durchschnittlich	sind	in	diesen	Einrichtungen	drei	Ehrenamtliche	 mit	Migrationshintergrund	aktiv.				 Zu	den	Tätigkeitsgebieten	von	Ehrenamtlichen	gehören	in	sieben	Einrichtungen	Besuchsdienste,	in	drei	 Einrichtungen	hauswirtschaftliche	Aufgaben	und	in	zwei	Einrichtungen	die	Gestaltung	des	Programms.	 Vereinzelt	wurden	auch	soziale	Dienste	und	psychosoziale	Betreuung	genannt.	Drei	Einrichtungen	sprachen	von	einer	verbindlichen	Zusammenarbeit	mit	Gruppen	ehrenamtlich	tätiger	älterer	Migrantinnen	 und	 Migranten,	 und	 zwei	 Einrichtungen	 berichteten	 von	 persönlichen	 Gesprächen	 und	 monatlichen	 Treffen	zum	Erfahrungsaustausch	der	Ehrenamtlichen. 7.1.3	Angebote	für	ältere	Migrantinnen	und	Migranten

Ein	wichtiges	Ziel	der	Erhebung	bestand	in	der	Erfassung	von	Angeboten	für	ältere	Migrantinnen	und	 Migranten	und	ihrer	Nutzung	durch	diese	Zielgruppe.	70%	der	ambulanten	und	stationären	P�legeeinrichtungen	(28	von	40),	von	denen	uns	Antworten	vorliegen,	werden	auch	von	älteren	Migrantinnen	 und	Migranten	aufgesucht.	Gut	drei	Viertel	von	ihnen	sind	im		Alter	von	65	und	mehr	Jahren,	worunter	
	Dieser	Durchschnittswert	wurde	auf	Grundlage	des	Median	bestimmt,	der	im	Vergleich	zum	arithmetischen		Mittel	robuster	 gegenüber	extrem	abweichenden	Werten	ist.
17

43

2	Erhebung:	7.	Ergebnisse

über	80-Jährige	und	Ältere	mit	3%	noch	selten	in	Erscheinung	treten.	10%	der	Klientel	ist	zwischen	55	 und	64	Jahren	alt,	14%	ist	jünger.

Nach	Angaben	der	27	Einrichtungen,	die	diese	Frage	beantwortet	haben,	stellen	Migrantinnen	und	Migranten	jedoch	in	der	Regel	nicht	die	Mehrheit	der	Nutzerinnen	und	Nutzer	der	Angebote	dar,	sondern	ihr	 Auftreten	ist,	wie	die	folgende	Gra�ik	illustriert,	noch	immer	eher	die	Ausnahme	als	die	Regel:

Grafik 1.8: Anteil der Migrantinnen und Migranten an der gesamten Klientel
1 1 5

50% und mehr 25 - 49%
10 - 24% Weniger als 10% Keine

19 1

Hauptsächlich	Frauen,	unabhängig	von	Migrationshintergrund,	nehmen	die	Angebote	der	Einrichtungen	wahr,	wie	drei	Viertel	der	Einrichtungen	bestätigen.18	Migrantinnen	und	Migranten,	die	die	Einrichtungen	aufsuchen,	stammen	aus	30	verschiedenen	Herkunftsländern,	darunter	vor	allem	Italien,	Polen,	 die	Türkei,	das	ehemalige	Jugoslawien,	Russland,	Spanien	und	Afghanistan.	

Entsprechend	bieten	zehn	Einrichtungen	Informationsmaterial	auch	in	anderen	Sprachen	an,	darunter	 vor	allem	russisch,	türkisch	und	italienisch,	vereinzelt	aber	auch	englisch,	hebräisch,	kroatisch,	portugiesisch	und	spanisch. 16	Einrichtungen	beraten	auch	in	anderen	Sprachen,	darunter	türkisch,	englisch,	spanisch,	russisch,	italienisch	und	kroatisch,	eritreisch,	französisch,	hebräisch,	marokkanisch,	montenegrinisch,	polnisch	und	 portugiesisch.	Eine	Einrichtung	bietet	Beratung	in	der	Gebärdensprache	an. Nutzung	von	allgemeinen	Angeboten	durch	älteren	Migrantinnen	und	Migranten

Hinsichtlich	der	Nutzung	von	Angeboten	durch	ältere	Migrantinnen	und	Migranten	wurden	die	Einrichtungen	gebeten,	zutreffende	Antwortvorgaben	anzukreuzen	und	bei	Bedarf	weitere	Angebote	in	einer	 offenen	Antwortkategorie	zu	nennen.	Die	Antworten	der	30	Einrichtungen	im	Bereich	der	P�lege,	die	 sich	zu	dieser	Frage	äußerten,	beziehen	sich	auf	insgesamt	225	Leistungen.	 Der	überwiegende	Anteil	der	von	älteren	Migrantinnen	und	Migranten	genutzten	Angebote	liegt	in	den	 Bereichen	der	Beratung	und	Unterstützung,	Freizeitgestaltung	sowie	P�lege	und	Betreuung.	Bildungs-	 und	generationsübergreifende	Angebote	spielten	angesichts	der	hauptsächlichen	Ausrichtung	von	Einrichtungen	im	Bereich	der	P�lege	erwartungsgemäß	nur	eine	untergeordnete	Rolle.	Die	folgende	Gra�ik	 illustriert	die	Verteilung	der	Angebote	nach	diesen	Kategorien:
	In	22	von	29	Einrichtungen,	die	sich	zu	dieser	Frage	äußerten,	liegt	der	Anteil	der	Kundinnen	bei	über	50%.	In	zwei	Einrichtungen	liegt	er	zwischen	26	und	50%	und	in	fünf	Einrichtungen	bei	weniger	als	25%.
18

44

2	Erhebung:	7.	Ergebnisse

Grafik 1.9: Von älteren Migrantinnen und Migranten genutzte allgemeine Angebote
3% 3% 22% 36%
Beratung und Unterstützung (N = 82)
Freizeitangebote (N = 79) Pflege und Betreuung (N = 50) Bildungsangebote (N = 7)

In	 den	 Bereich	 „Beratung	 und	 Unterstützung“	 fallen	 Angehörigenberatung,	 Seniorenberatung,	 Unterstützung	 bei	 Behördengängen,	 Lebensberatung,	 sozialrechtliche	 Beratung,	 Fahr-	 und	 Bringdienste	 sowie	Renteninformationen.	Besonders	wichtig	sind	hier	Angebote	zur	Angehörigen-	und	Seniorenberatung,	aber	auch	alle	anderen	Leistungen	werden	häu�ig	in	Anspruch	genommen.	Im	Einzelnen	setzt	 sich	die	Nutzung	von	Beratungs-	und	Unterstützungsangeboten	auf	der	Grundlage	von	82	Nennungen	 wie	folgt	zusammen:

35%

Generationsübergreifende Angebote (N = 7)

Grafik 1.10: Beratung und Unterstützung
9% 22%

Angehörigenberatung (N = 18)

12%
12% 12%

Seniorenberatung (N = 16) Unterstützung bei Behördengängen (N = 11) Lebensberatung (N = 10)

20% 13%

Sozialrechtliche Beratung (N = 10) Fahr- und Bringdienste (N = 10)
Renteninformationen (N = 7)

Zu	 Freizeitangeboten	 gehören	 Essen	 und	 Kochen	 inkl.	 Frühstückstreffen,	 Feste,	 Gedächtnistraining,	 Lesezirkel,	Sportangebote	und	Singen	oder	Tanzen.	Hier	machen	die	drei	erstgenannten	Angebote	die	 Mehrheit	der	von	älteren	Migrantinnen	und	Migranten	genutzten	Angebote	aus.	 Die	 Verteilung	 der	 79	 genannten	 Freizeitangebote	 ergibt	 sich	 im	 Einzelnen	 aus	 folgender	 Gra�ik:

Grafik 1.11: Freizeitangebote
8% 9% 10% 14% 18% 18% 24%
Kochen und Essen inkl. Früstückstreff (N = 19)
Feste (N = 14)

Gedächtnistraining (N = 14) Freizeitgestaltung allgemein (N = 11)
Lesezirkel (N = 8) Sportangebote (N = 7)

Singen oder Tanzen (N = 6)

45

2	Erhebung:	7.	Ergebnisse

Zum	engeren	Bereich	der	P�lege	und	Betreuung	gehören	Kurzzeitp�lege,	stationäre,	teilstationäre	und	 ambulante	P�lege,	betreutes	Wohnen	und	Betreuungsangebote.	Hier	stellen	Kurzzeitp�lege	und	stationäre	P�lege	die	große	Mehrheit	der	Angebote	dar,	gefolgt	von	Angeboten	zum	betreuten	Wohnen.	Seltener	 spielen	teilstationäre	P�lege	und	nur	vereinzelt	ambulante	P�lege-	und	Betreuungsangebote,	die	in	den	 meisten	Fällen	nicht	explizit	voneinander	getrennt	werden	konnten,	in	der	Nutzung	von	älteren	Migrantinnen	und	Migranten	eine	Rolle.	Folgende	Gra�ik	gibt	auf	der	Grundlage	von	50	Nennungen	einen	 Überblick	über	die	Verteilung:

Grafik 1.12: Pflege und Betreuung
2% 4%

8% 16%

Kurzzeitpflege (N = 18)

36%

Stationäre Pflege (N = 17) Betreutes Wohnen (N = 8)

Teilstationäre Pflege (N = 4) Ambulante Pflege (N = 2)

34%

Betreuungsangebote (N = 1)

Bei	von	älteren	Migrantinnen	und	Migranten	genutzten	Bildungsangeboten	wurden	meist	allgemeine	 Angebote	(4	Nennungen),	konkret	aber	auch	Computerkurse	(2	Nennungen)	und	Sprachkurse	(1	Nennung)	angegeben.	 	 Generationsübergreifend	können	Angebote	in	allen	vorgenannten	Bereichen	sein;	zwölf	Einrichtungen	 berichteten	von	ihnen.	Dies	sind	oft	Feste	und	Veranstaltungen,	seltener	Besuchsdienste	und	Kooperationen	mit	Kindergärten	sowie	in	Einzelfällen	offene	Treffs,	Gottesdienste	und	Zeitzeugengespräche. Die	Nutzungsfrequenz	der	Angebote	durch	ältere	Migrantinnen	und	Migranten	konnten	die	Einrichtungen	auf	einer	Skala	von	sehr	hoch	bis	sehr	niedrig	beschreiben.	Auf	Basis	der	Angaben	von	30	Einrichtungen	gestaltet	sich	die	durchschnittliche	Nutzungsfrequenz19	wie	folgt: •	 Beratung	und	Unterstützung:	mittlere	bis	niedrige	Nutzungsfrequenz •	 Freizeitangebote:	niedrige	Nutzungsfrequenz •	 P�lege	und	Betreuungsangebote:	hohe	bis	mittlere	Nutzungsfrequenz •	 Bildungsangebote:	hohe	Nutzungsfrequenz •	 Generationsübergreifende	Angebote:	sowohl	hohe	als	auch	sehr	niedrige	Nutzungsfrequenz Spezielle	Angebote	für	ältere	Migrantinnen	und	Migranten

20	Einrichtungen	berichteten	zudem	von	insgesamt	68	Leistungen,	die	sich	über	ihre	reguläre	Angebotspalette	hinaus	speziell	an	ältere	Migrantinnen	und	Migranten	richten.	Die	folgende	Gra�ik	gibt	einen	 Überblick	über	die	Nennungen	innerhalb	übergeordneter	Kategorien:
19

	Die	Durchschnittswerte	wurden	auf	der	Grundlage	des	Median	gebildet.

46

2	Erhebung:	7.	Ergebnisse

Grafik 1.13: Spezielle Angebote für ältere Migrantinnen und Migranten
1% 25% 44%
Beratung und Unterstützung (N = 30) Freizeitangebote (N = 20) Pflege und Betreuung (N = 17)

29%

Generationsübergreifende Angebote (N = 1)

Im	Bereich	„Beratung	und	Unterstützung“	sind	unter	den	30	speziellen	Angeboten	für	ältere	Migrantinnen	 und	 Migranten	 die	 Unterstützung	 bei	 Behördengängen,	 Angehörigenberatung,	 Seniorenberatung	 sowie	Gesundheits-	und	Ernährungsberatung	häu�ig	vertreten. 	

Grafik 1.14: Spezielle Beratungs- und Unterstützungsangebote für ältere Migrantinnen und Migranten
Seniorenberatung (N = 4)

17%

13% 7% 7% 13% 10% 7%

Renteninformationen (N = 2) Lebensberatung (N = 2)

7%
20%

Gesundheits- und Ernährungsberatung (N = 4) Therapeutische Beratung (N = 2)
Sozialrechtliche Beratung (N = 3) Unterstützung bei Behördengängen (N = 6) Fahr- und Bringdienste (N = 2)

Bei	den	20	speziell	auf	ältere	Migrantinnen	und	Migranten	ausgerichteten	Freizeitangeboten	spielen	mit	 etwas	häu�igeren	Nennungen	wieder	gesellige	und	anspruchsvollere	Aktivitäten	wie	Feste,	Kochen	und	 Essen	(inkl.	Frühstückstreffs)	und	Gedächtnistraining	eine	Rolle.	

Angehörigenberatung (N = 5)

Grafik 1.15: : Spezielle Freizeitangebote für ältere Migrantinnen und Migranten
10% 10% 20% 10% 20% Lesezirkel (N = 2) Feste (N = 4) Kochen und Essen inkl. Frühstückstreff (N = 6) Gedächtnistraining (N = 4) Freizeitgestaltung allgemein (N = 2)

30%

Singen oder Tanzen (N = 2)

47

2	Erhebung:	7.	Ergebnisse

Innerhalb	des	Bereichs	„P�lege	und	Betreuung“	bezieht	sich	mehr	als	die	Hälfte	der	17	speziellen	Angebote	für	Migrantinnen	und	Migranten	auf	vollstationäre	Altenp�lege	(11	Nennungen)	und	rund	ein	 Drittel	auf	Kurzzeitp�lege	(6	Nennungen).	Keine	der	befragten	Einrichtungen	gab	an,	spezielle	Angebote	 für	ältere	Migrantinnen	und	Migranten	im	Bereich	der	ambulanten	P�lege	anzubieten.		 In	einer	P�legeeinrichtung	wurde	ein	generationsübergreifendes	Angebot	speziell	auf	ältere	Migrantinnen	und	Migranten	ausgerichtet. Gründe	für	den	Verzicht	auf	spezielle	Angebote	für	Migrantinnen	und	Migranten

26	Einrichtungen,	die	für	Migrantinnen	und	Migranten	keine	speziellen	Angebote	entwickelt	haben,	begründen	dies	in	erster	Linie	mit	fehlendem	Bedarf	oder	fehlender	Zeit.	Aber	auch	andere	Gründe	–	kein	 Geld,	kein	Personal,	keine	Idee,	kein	Interesse	–	wurden	genannt:

Grafik 1.16: Gründe für den Verzicht auf spezielle Angebote für Migrantinnen und Migranten
(Mehrfachnennungen möglich) Kein Bedarf Keine Zeit Kein Geld Kein Personal Keine Idee Kein Interesse 1 1 3 4 8

20

In	sieben	Einrichtungen	gibt	es	Angebote	in	der	Muttersprache	der	jeweiligen	Migrantinnen	und	Migranten.	Vier	Einrichtungen	konkretisierten	diese	Maßnahmen	als	Informationsvermittlung,	Übersetzungen,	 Unterstützung	bei	Telefonaten,	Beratungsangebote	im	Bereich	P�lege,	Betreuung	sowie	Renten.	Weiterhin	 �inden	sich	ein	muttersprachliches	ambulantes	P�legeangebot	und	ein	muttersprachlicher	Gottesdienst. Anregungen	der	Einrichtungen	zur	Entwicklung	spezieller	Angebote	für	ältere	Migrantinnen	und	Migranten	und	Strategien	ihrer	Umsetzung	beinhalten: •	 Berücksichtigung	individueller	Bedürfnisse,	auch	im	Hinblick	auf	Kultur	und	Religion	(5	Nennungen) •	 Vernetzung	und	Integration	(5	Nennungen) •	 Engagement	stärken	(3	Nennungen) •	 Informationsmaterial	und	Unterstützung	für	Migranten	(2	Nennungen) •	 Offene	Willkommenskultur	und	Respekt	(2	Nennungen)	 •	 Sprachkurse	(2	Nennungen) •	 Sportangebote	(1	Nennung)

Um	 Kritik	 hinsichtlich	 der	 Entwicklung	 spezieller	 Angebote	 für	 ältere	 Migrantinnen	 und	 Migranten	 gebeten,	wiesen	neun	Einrichtungen	darauf	hin,	dass	sie	eher	zu	Abgrenzung	und	Isolation	als	zu	Integration	führen	können.	Zwei	Einrichtungen	bemerkten,	dass	die	Zielgruppe	zu	heterogen	sei,	und	eine	 Einrichtung	betrachtet	sie	als	nicht	sinnvolles	Überangebot. 48

2	Erhebung:	7.	Ergebnisse

7.1.4	Ansprache	älterer	Migrantinnen	und	Migranten

Rund	drei	Viertel	der	Einrichtungen	(zehn	von	13)	schätzen	ihre	Einbindung	von	älteren	Migrantinnen	 und	Migranten	als	„gut“	oder	„sehr	gut“	ein.	Zwei	Einrichtungen	bezeichnen	sie	als	„mittelmäßig“,	und	 eine	Einrichtung	gibt	an,	sie	sei	„sehr	schlecht“.	 Empfehlungen	zur	Gewinnung	älterer	Migrantinnen	und	Migranten	wurden	auf	der	Grundlage	von	Antwortvorgaben,	wie	in	folgender	Gra�ik	gezeigt,	gegeben:

Grafik 1.17: : Empfehlungen zur Gewinnung älterer Migrantinnen und Migranten
(Mehrfachnennungen möglich)
Zusammenarbeit und Vernetzung Multikulturelle Teams
Mehrsprachiges Fachpersonal

22 10 8 5 4
3

Mehrsprachiges Informationsmaterial
Schulung des Personals in interkultureller Kompetenz

Informationsveranstaltungen Information über regionale muttersprachliche Medien
Aktive Ansprache auf Augenhöhe

3 1

Zusammenarbeit	mit	Wohlfahrtsverbänden,	Beratungsstellen,	Migranten-Communities,	Migrantenselbstorganisationen,	 mehrsprachigen	 Ärzten	 und	 in	 Migrantennetzwerken	 sowie	 multikulturelle	 Teams	 und	mehrsprachiges	Fachpersonal	gelten	in	diesem	Zusammenhang	als	wichtigste	Maßnahmen;	aber	 auch	die	anderen	Aspekte	–	mehrsprachiges	Informationsmaterial,	Schulung	des	Personals,	Information	 über	Veranstaltungen	und	muttersprachliche	Medien	sowie	die	aktive	Ansprache	auf	Augenhöhe	–	erscheinen	für	eine	Umsetzung	sinnvoll.	

16	Einrichtungen,	die	ältere	Migrantinnen	und	Migranten	bisher	nicht	gezielt	ansprechen,	begründen	 dies	mit	einem	fehlendem	Anlass	(5	Nennungen),	fehlendem	Personal	(4	Nennungen),	fehlenden	Kontakten,	fehlender	Zeit	(jeweils	3	Nennungen),	fehlenden	�inanziellen	Mitteln	und	einem	anderslautenden	Stiftungszweck	(jeweils	1	Nennung). 7.1.5	Interkulturelle	Öffnung	und	kultursensible	Altenhilfe Ein	weiterer	Schwerpunkt	der	Befragung	waren	Themen	der	interkulturellen	Öffnung	und	kultursensiblen	Altenhilfe.	Von	den	befragten	Einrichtungen	gaben	23	an,	sich	bereits	im	Prozess	der	interkulturellen	 Öffnung	zu	be�inden.	Zu	den	Maßnahmen,	die	in	dieser	Hinsicht	bereits	getroffen	wurden,	gehören	die	 Einstellung	 von	 mehrsprachigem	 Personal,	 Fortbildung	 und	 Schulung,	 Gesprächsrunden	 bzw.	 andere	 Formen	der	Sensibilisierung	des	Personals,	Rücksichtnahme	auf	individuelle	Bedürfnisse	der	Klientel	 und	Mitarbeiterfeste,	bei	denen	sich	Personal	mit	und	ohne	Migrationshintergrund	auf	informeller	Ebene	kennenlernt.	In	18	Einrichtungen	ist	die	interkulturelle	Öffnung	im	Leitbild	verankert.	 49

2	Erhebung:	7.	Ergebnisse

Für	rund	zwei	Drittel	der	Einrichtungen,	die	bereits	Maßnahmen	zur	interkulturellen	Öffnung	getroffen	 haben,	waren	sie	das	Ergebnis	einer	bewussten	Entscheidung.	Diese	war	wie	folgt	begründet:

Grafik 1.18: Gründe für eine interkulturelle Öffnung
(Mehrfachnennungen möglich)
Entscheidung der Leitung

17 15 8 2 2

Bedürfnisse und Anfragen der Kundinnen und Kunden Vorgabe des Verbands Vorschlag des Personals Anderes

Sehr	häu�ig	wurde	die	Leitung	als	Initiator	der	Maßnahmen	genannt,	aber	auch	die	Reaktion	auf	Bedürfnisse	und	Anfragen	der	Kundinnen	und	Kunden,	also	die	Resonanz	auf	einen	Impuls	„von	unten“,	spielte	 eine	wichtige	Rolle.	Die	Vorgabe	des	Verbands	steht	in	der	Rangfolge	der	Häu�igkeit	an	dritter	Stelle.	Nur	 selten	wurde	erwähnt,	dass	die	Maßnahmen	auf	den	Vorschlag	des	Personals	hin	zustande	kamen.	Ein	 eher	abstraktes	Motiv	ist	die	gesellschaftliche	bzw.	kommunale	Notwendigkeit,	eine	Öffnung	durchzuführen;	ein	persönliches	Motiv	hingegen	die	eigene	familiäre	Herkunft.	 Konkrete	Fragen	nach	einzelnen	Maßnahmen	zur	Umsetzung	von	interkultureller	Öffnung	und	Kultursensibilität	wurden	von	den	Einrichtungen	wie	folgt	beantwortet: •	 18	Einrichtungen	bieten	Fort-	und	Weiterbildungen	zum	Thema	„Interkulturelle	Kompetenz“	für	ihr	 Personal	an.	 •	 18	Einrichtungen	führen	unterstützende	Maßnahmen	durch,	die	dem	Team	dabei	helfen,	interkulturelle	Öffnung	zu	re�lektieren.	Hierzu	gehören	vor	allem	Fortbildung	und	Schulung	sowie	Supervision	und	Re�lektion,	aber	auch	kollegiale	Beratung	in	Teamsitzungen,	Gespräche	mit	Patienten	und	 die	Förderung	von	Kontakten	zu	landesspezi�ischen	Gruppen. •	 Zehn	 Einrichtungen	 organisieren	 Informationsveranstaltungen	 oder	 Fortbildungen	 zum	 Thema	 „Arbeit	in	multikulturellen	Teams“.	

Andere	Angaben,	die	von	den	Einrichtungen	ergänzt	werden	konnten,	beziehen	sich	auf	die	Herstellung	 von	 Sicherheit	 im	 Umgang	 mit	 Angehörigen	 anderer	 Kulturen,	 multikulturelle	 Gesprächsrunden	 und	 Führungskreis-Meetings.	 Daneben	richten	sich	eine	Reihe	von	Maßnahmen	unmittelbar	auf	die	Zielgruppe	der	älteren	Migrantinnen	und	Migranten,	wie	folgende	Gra�ik	zeigt: Alle	Kriterien,	mit	Ausnahme	spezieller	Freizeitangebote,	sind	aus	Sicht	von	ambulanten	und	stationä-

50

2	Erhebung:	7.	Ergebnisse

Grafik 1.19: Maßnahmen im Umgang mit älteren Migrantinnen und Migranten
(Mehrfachnennungen möglich) Berücksichtigung individueller Bedürfnisse Freundlicher Umgang Qualitätsorientierte Pflege Mehrsprachige Verständigung Spezielle Freizeitangebote 6 21 26 26 36

ren	P�legeeinrichtungen	sehr	wichtige	Maßnahmen	bei	der	Umsetzung	der	interkulturellen	Öffnung	und	 Gewährleistung	von	Kultursensibilität. Die	Berücksichtigung	der	individuellen	Bedürfnisse	von	Migrantinnen	und	Migranten	wurde	wie	folgt	 differenziert:

Grafik 1.20: Maßnahmen zur Berücksichtigung der individuellen Bedürfnisse
(Mehrfachnennungen möglich)

Achtung der Individualität Achtung der Essgewohnheiten Religionsfreiheit Mehrsprachiges Pflegepersonal Mehrsprachiges Fernsehprogramm 11 23 29 28

32

Wieder	werden	alle	genannten	Kriterien	–	Achtung	der	Individualität	und	Essgewohnheiten,	Religionsfreiheit	und	mehrsprachiges	Personal		und	in	geringerem	Umfang	das	mehrsprachige	Fernsehprogramm	 –	von	P�legeeinrichtungen	als	wesentlich	erachtet.	

Zur	 Sicherstellung	 der	 sprachlichen	 Verständigung	 mit	 älteren	 Migrantinnen	 und	 Migranten	 werden	 Strategien	praktiziert,	über	deren	Verbreitung	die	folgende	Gra�ik	Auskunft	gibt:

Grafik 1.21: Sicherstellung der sprachlichen Verständigung
(Mehrfachnennungen möglich) Personal mit Migrationshintergrund

27

Kooperation mit anderen Einrichtungen
Schriftliche Informationsmaterialien Sprach- und Kulturvermittler/innen Förderung der Mehrsprachigkeit von Fachkräften 4

8
8

6

51

2	Erhebung:	7.	Ergebnisse

Eine	Schlüsselrolle	in	der	Umsetzung	von	interkultureller	Öffnung	hat	damit	die	Mitarbeit	von	Personal	 mit	 Migrationshintergrund.	 Aber	 auch	 alle	 anderen	 Maßnahmen	 werden	 so	 häu�ig	 genannt,	 dass	 sie	 Aufmerksamkeit	verdienen. In	rund	drei	Viertel	der	Einrichtungen	(31	von	40)	werden	Maßnahmen	getroffen,	die	die	freie	Religionsausübung	unterstützen,	wie	der	folgenden	Gra�ik	zu	entnehmen	ist:

Grafik 1.22: Unterstützung der freien Religionsausübung
(Mehrfachnennungen möglich)
Bewahrung größtmöglicher Neutralität

20
15 14

Anpassung des Speiseplans an religiöse Vorschriften Unterstützung des Kontakts zu Glaubensgemeinschaften

Seelsorgerische Betreuung durch Kooperation mit…
Veranstaltungen zu wichtigen Festen der Weltreligionen

11
8

Einrichtung spezieller Räumlichkeiten Anderes

4 2

Die	Wahrung	von	Neutralität,	die	Anpassung	der	Speiseangebote	und	die	Unterstützung	des	Kontakts	zu	 Glaubensgemeinschaften	sind	die	häu�igsten	Formen	zur	Sicherstellung	einer		freien	Religionsausübung	 in	P�legeeinrichtungen.20	Die	Gewährleistung	der	seelsorgerischen	Betreuung	und	Veranstaltungen	zu	 religiösen	Festen	der	Weltreligionen	sind	vor	allem	für	Einrichtungen	der	stationären	P�lege	von	Bedeutung.	Im	Sinne	der	derzeitigen	Debatte	um	Lebensqualität	in	P�legeeinrichtungen	können	die	genannten	 Aspekte	–	insbesondere	beim	selbst	formulierten	Anspruch,	die	individuellen	Wünsche	und	Bedürfnisse	 ihrer	Bewohnerinnen	und	Bewohner	berücksichtigen	zu	wollen,	von	den	Nutzerinnen	und	Nutzern	zu	 Recht	erwartet	werden.21 7.1.6	Kooperation	mit	anderen	Organisationen Die	Öffnung	nach	außen,	wozu	auch	eine	Kooperation	mit	anderen	Einrichtungen	gehört,	ist	eine	wichtige	Voraussetzung	für	interkulturelle	Öffnung	und	kultursensible	Altenhilfe.	Drei	Viertel	der	antwortenden	P�legeeinrichtungen	(28	von	37)	bestätigen,	mit	anderen	Organisationen	zusammenzuarbeiten.	 Die	folgende	Gra�ik	gibt	eine	Übersicht	über	den	Anteil	der	Kooperationspartner	von	ambulanten	und	 stationären	P�legeeinrichtungen,	die	an	der	Befragung	teilgenommen	haben.

20 21

	Unter	„Anderes“	wurden	Biogra�iearbeit	und	“Unterstützung	nur	auf	ausdrücklichen	Wunsch”	genannt. 	Vgl.	Kriterienliste	zur	Lebensqualität	in	P�legeeinrichtungen	in:	www.heimverzeichnis.de.

52

2	Erhebung:	7.	Ergebnisse

Grafik 1.23: Kooperationspartner
15% 20% 9% 18% Wohlfahrtsverbände (N = 18) Seniorenbegegnungsstätten und -clubs (N = 8) Religionsgemeinden (N = 16) Migrantenvereine (N = 5) Migrationsberatungsdienste (N = 7) Behörden der Stadt Frankfurt (N = 23)

25% 8% 5%

Konkret	 wurden	 als	 Kooperationspartner	 genannt:	 Paritätischer	 Wohlfahrtsverband,	 Caritasverband,	 Arbeiterwohlfahrt,	Deutsches	Rotes	Kreuz,	Landeswohlfahrtsverband	Hessen,	Zentralwohlfahrtsstelle	 der	 Juden	 in	 Deutschland,	 Bundesverband	 der	 Unternehmervereinigungen,	 Frankfurter	 Verband	 der	 Alten-	und	Behindertenhilfe	e.V.,	katholische	und	evangelische	Kirche,	Jüdische	Gemeinde,	Moscheevereine,	Jugend-	und	Sozialamt,	Gesundheitsamt,	Stadtschulamt,	Referat	Bürgerengagement,	Heimaufsicht,	 Versorgungsamt,	 Seniorenberatungsstellen,	 Victor-Gollancz-Haus,	 Malakademie,	 Bürgerinstitut,	 Günter-Feldmann-Zentrum,	Berami	e.V.,	Frankfurter	Programm	„Würde	im	Alter“,	Turnvereine,	Schwimmpädagogischer	Verein	und	das	Projekt	„Wegbegleiter	&	Interkulturelle	Öffnung“.	 7	von	23	Einrichtungen,	die	diese	Frage	beantworteten,	konnten	im	Zuge	ihrer	interkulturellen	Öffnung	 neue	Kooperationspartner	gewinnen. Die	Kooperationsbeziehungen	dienen	vielfältigen	Zwecken,	wie	folgende	Gra�ik	zeigt:

Andere (N = 14)

Grafik 1.24: Zweck der Kooperationsbeziehungen
(Mehrfachnennungen möglich)

Vernetzung Zusammenarbeit Vermittlung Ideenaustausch 18 19 22

24

Finanzierung
Anderes 1

7

Vor	allem	Vernetzung,	Zusammenarbeit,	Vermittlung	und	Ideenaustausch	spielen	eine	wichtige	Rolle,	 aber	auch,	je	nach	Kooperationspartner,	die	Finanzierung.	Unter	„Anderes“	wurde	auf	die	Möglichkeit	 der	gegenseitigen	Unterstützung	hingewiesen. Acht	Einrichtungen	begründeten	das	Fehlen	von	Kooperationsbeziehungen:	kein	Anlass	(5	Nennungen),	 keine	Zeit	(3	Nennungen)	und	kein	Interesse	(1	Nennung). Nur	zwei	der	antwortenden	Einrichtungen	bejahten	die	Frage,	ob	sie	bei	der	Umsetzung	des	Prozesses	 der	interkulturellen	Öffnung	extern	unterstützt	werden,	z.	B.	beratend	oder	�inanziell.	Als	unterstützen53

2	Erhebung:	7.	Ergebnisse

de	Einrichtungen	wurden	das	Jugend	und	Sozialamt,	trägerinterne	Stellen-	und	Personalentwicklung,	 Personal-	und	Organisationsamt	der	Stadt	Frankfurt	a.M.	und	der	Kinderschutzbund	genannt. 7.1.7	Wünsche	und	Pläne Pläne	zur	Erweiterung	ihres	Angebots	für	ältere	Migrantinnen	und	Migranten,	die	in	manchen	Fällen	 auch	auf	Rückmeldungen	älterer	Migrantinnen	und	Migranten	beruhen22,	wurden	von	gut	einem	Viertel	 der	 32	 antwortenden	 Einrichtungen	 genannt.	 Konkret	 fallen	 hierunter	 die	 Einrichtung	 von	 Wohngemeinschaften,	mehrsprachiges	Informationsmaterial	und	Personal,	Mitarbeiterschulungen	und	zusätzliche	 Angebote	 im	 Bereich	 Betreuung,	 Freizeit	 und	 Tagesp�lege.	 Von	 den	 21	 Einrichtungen,	 die	 noch	 keine	interkulturelle	Öffnung	betreiben,	planen	vier	entsprechende	Maßnahmen. Von	fünf	Einrichtungen	wurden	bereits	Maßnahmen	wie	Beratungsgespräche	für	Senioren	und	Angehörige,	biogra�ische	Arbeit,	Informationsveranstaltungen,	Einsatz	von	Dolmetschern	und	die	Ausbildung	 von	quali�iziertem	Personal	eingeleitet.

Probleme	 bei	 der	 Durchführung	 von	 Angeboten	 für	 ältere	 Migrantinnen	 und	 Migranten,	 auf	 die	 jede	 ünfte	P�legeeinrichtung	hinweist,	sind	Gegenstand	der	folgenden	Gra�ik:

Grafik 1.26: Probleme bei der Durchführung von Angeboten für ältere Migrantinnen und Migranten
(Mehrfachnennungen möglich) Mangelnde Finanzierung Sprachbarrieren 2 2 2 1

3

Zeitmangel Schwierigkeiten bei der Gewinnung von mehrsprachigem Fachpersonal
Anderes

Über	ein	Drittel	kämpft	mit	Finanzierungsproblemen,	Sprachbarrieren,	Zeitmangel	und	Schwierigkeiten	 mit	der	Gewinnung	von	mehrsprachigem	Fachpersonal.	Auf	eine	Anspruchshaltung	und	Sprachde�izite	 der	Klientel	wies	eine	weitere	Einrichtung	hin.

Unterstützungsbedarf	bei	P�legeinrichtungen	besteht	insbesondere	im	Hinblick	 auf	 externe	Beratung	 und	Information	sowie	Finanzierungshilfen.	In	einzelnen	Fällen	wurde	ein	Bedarf	an	Übersetzern,	Fortbildungen	und	Kooperationsmöglichkeiten	formuliert.	
	Diese	bezogen	sich	auf	muttersprachliches	Personal	sowie	Beratungsangebote	und	Informationsveranstaltungen	für	Angehörige;	weiterhin	wurde	darauf	hingewiesen,	dass	man	Verständnis	für	andere	Lebensweisen	und	die	Sehnsucht	nach	der	Heimat	 au�bringen	sollte.
22

54

2	Erhebung:	7.	Ergebnisse

Schließlich	wurden	die	Einrichtungen	gebeten,	Einschätzungen	zur	Situation	älterer	Migrantinnen	und	 Migranten	in	Frankfurt	abzugeben.	Über	die	Hälfte	der	27	antwortenden	Einrichtungen	bezeichnete	die	 Versorgungslage	der	älteren	Migrantinnen	und	Migranten	in	Frankfurt	am	Main	als	„gut“,	wenn	nicht	gar	 „sehr	gut“.	Ein	weiteres	knappes	Drittel	bewertete	sie	als	„mittelmäßig“	und	der	Rest	als	„schlecht“	oder	 „sehr	schlecht“. Zukünftige	Herausforderungen	bei	der	Versorgung	älterer	Migrantinnen	und	Migranten	sind	aus	Sicht	 von	 P�legeeinrichtungen	 vor	 allem	 Sprachbarrieren,	 Ängste	 und	 Misstrauen,	 Integrationsprobleme,	 fehlendes	quali�iziertes	Personal	und	die	Finanzierung	von	Projekten,	aber	auch	Altersarmut,	Demenz,	 Isolation,	P�legebedürftigkeit	und	fehlende	Informationen.	

Anregungen	 zur	 Ansprache	 von	 mehr	 älteren	 Migrantinnen	 und	 Migranten	 und	 ihrer	 Motivation	 zur	 Teilnahme	an	Angeboten	umfassen	Informationsveranstaltungen	vor	Ort,	um	die	Zielgruppe	direkt	zu	 erreichen	(3	Nennungen),	muttersprachliche	Angebote,	wie	P�legekurse,	mehrsprachige	Teams	(jeweils	 2	Nennungen)	und	die	Zusammenarbeit	mit	Multiplikatoren	und	Netzwerken	(1	Nennung).

Um	 eine	 generelle	 Verbesserung	 der	 Situation	 älterer	 Migrantinnen	 und	 Migranten	 einzuleiten	 und	 ihre	Inanspruchnahme	von	Angeboten	der	Einrichtungen	zu	fördern,	wurden	vermehrt	der	Einsatz	von	 Multiplikatoren	 und	 der	 Au�bau	 von	 Netzwerken,	 gezielte	 	 Angebote	 und	 mehrsprachliches	 Personal	 (jeweils	3	Nennungen)	vorgeschlagen.	Seltener	nannten	die	Einrichtungen	eine	Kostensenkung	bei	den	 Angeboten,	 mehrsprachliches	 Informationsmaterial	 und	 muttersprachliche	 Angebote	 (jeweils	 2	 Nennungen).	 In	 jeweils	 einem	 Fall	 wurde	 darauf	 hingewiesen,	 dass	 die	 direkte	 Ansprache	 notwendig	 sei	 bzw.	dass	sich	die	Zielgruppe	selbst	ändern	müsste. 7.2		Einrichtungen	der	offenen	Altenhilfe	und	Migrationsdienste Grundlage	 der	 folgenden	 Auswertung	 bilden	 44	 Erhebungsbögen,	 die	 von	 Einrichtungen	 der	 offenen	 Altenhilfe	und	Migrationsdiensten	ausgefüllt	wurden.	Vier	Einrichtungen	gaben	an,	nicht	nur	in	einem	 speziellen	Bereich	mit	älteren	Menschen	zu	arbeiten;	auch	ihnen	wurde	die	Möglichkeit	gegeben,	als	 eigenständiger	Anbieter	in	weiteren	Aktivitätsfeldern	aufzutreten.	Da	die	personelle	Ausstattung	von	 Einrichtungen	 im	 Bereich	 der	 offenen	 Altenhilfe	 und	 Migrationsdiensten	 im	 Vergleich	 zum	 Bereich	 der	P�lege	im	Hinblick	auf	Honorar-	und	Zeitarbeitskräfte	sowie	Auszubildende	in	der	Regel	weniger	 komplex	war,	wurde	auf	entsprechende	Fragen	verzichtet;	auch	im	Bereich	der	interkulturellen	Öffnung	 wurden	weniger	Fragen	zu	Maßnahmen	gestellt,	die	das	Einrichtungspersonal	betreffen.	 Bei	der	Auswertung	einiger	Fragen	ist	die	Unterscheidung	zwischen	Einrichtungen	der	offenen	Altenhilfe	einerseits	und	Migrationsdiensten	andererseits	notwendig,	weil	Letztere	durch	ihre	spezielle	Ausrichtung	auf	Migrantinnen	und	Migranten	im	Prozess	der	interkulturellen	Öffnung	bereits	wesentlich	 fortgeschrittener	sind.	Es	handelt	sich	hierbei	um	insgesamt	zehn	Einrichtungen.

55

2	Erhebung:	7.	Ergebnisse

7.2.1	Strukturmerkmale	der	Einrichtungen	

Auch	 die	 Einrichtungen	 der	 offenen	 Altenhilfe	 und	 Migrationsdienste	 konnten	 hinsichtlich	 ihres	 Einrichtungstyps	 Mehrfachnennungen	 vornehmen,	 um	 ihr	 Selbstverständnis	 nicht	 auf	 eine	 vorgegebene	 Antwortkategorie	zu	beschränken.	Wie	die	unten	stehende	Gra�ik	zeigt,	haben	wir	es	bei	den	Organisationen,	die	sich	an	unserer	Befragung	beteiligt	haben,	mehrheitlich	mit	solchen	zu	tun,	die	sich	–	wenn	 auch	 nicht	 immer	 ausschließlich	 –	 als	 Beratungsdienst	 bezeichnen,	 gefolgt	 von	 Seniorenbegegnungsstätten	und	offenen	Seniorentreffs.

Grafik 2.1: Einrichtungstypen im Bereich der offenen Altenhilfe und Beratungsdienste
(Mehrfachnennungen möglich) Beratungsdienst Seniorenbegegnungsstätte Offener Seniorentreff Migrationsdienst Seniorenclub Religiöse Zuwanderergemeinde Anderes 3 5 8 10
15

27 14

In	der	Kategorie	„Anderes“	wurden	ein	Kulturzentrum,	ein	internationaler	Treff	für	Alt	bis	Jung,	eine	 Seniorenwohnanlage,	 das	 „Netzwerk	 neuer	 Nachbarschaften“23	 sowie	 eine	 Stelle	 zur	 psychologischen	 Betreuung	älterer	und	behinderter	Migrantinnen	und	Migranten	und	deren	Angehöriger	angegeben. Über	zwei	Drittel	der	Einrichtungen	gehören	einem	Wohlfahrtsverband	an,	in	einem	Fall	auch	einem	 anderen	Dachverband:	 •	 Paritätischer	Wohlfahrtsverband	(12	Nennungen)	 •	 Arbeiterwohlfahrt	(7	Nennungen)	 •	 Caritasverband	(6	Nennungen)	 •	 Diakonisches	Werk	(2	Nennungen)	 •	 Deutsches	Rotes	Kreuz	(1	Nennung)	 •	 Jüdische	Gemeinde	(1	Nennung) 	 Bundesverband	privater	Anbieter	sozialer	Dienste	e.V.	(1	Nennung)

Bei	 der	 Frage	 nach	 den	 Zielgruppen	 der	 Einrichtungen	 wurde	 die	 besondere	 Ausrichtung	 auf	 ältere	 Menschen	mit	und	ohne	Migrationshintergrund	zum	Ausdruck	gebracht.	Aufgrund	des	Einschlusses	von	 Migrationsdiensten	in	diesen	Teilbereich	der	Auswertung	sind	Migrantinnen	und	Migranten	–	auch	Ältere	–	jedoch	relativ	häu�ig	eine	explizite	Zielgruppe.	In	der	folgenden	Gra�ik	entfallen	jeweils	neun	Nennungen	in	den	Kategorien	„Migrantinnen	und	Migranten“	sowie	„Ältere	Migrantinnen	und	Migranten“	 auf	Migrationsdienste,	während	sie	in	den	anderen	Kategorien	seltener	oder	gar	nicht	vertreten	sind.
		Es	handelt	sich	hierbei	um	ein	zivilgesellschaftliches	Projekt,	das	vom	Frankfurter	Verband	für	Alten-	und	Behindertenhilfe	 unterstützt	und	gefördert	wird.
23

56

2	Erhebung:	7.	Ergebnisse

Grafik 2.2: Zielgruppen der Einrichtungen
(Mehrfachnennungen möglich) Seniorinnen und Senioren Migrantinnen und Migranten Ältere Migrantinnen und Migranten Männer Frauen Keine bestimmte Zielgruppe Andere Zielgruppen 2 4 10 13 14 20 31

Antworten	zur	offenen	Frage	nach	anderen	Zielgruppen	waren	junge	Menschen	(2	Nennungen),	Menschen	mit	psychischen	Leiden	oder	Behinderung	und	„Deutsche“. Die	Verteilung	der	Einrichtungsstandorte	nach	Stadtbezirken	gestaltet	sich	wie	folgt:

Grafik 2.3: Einrichtungsstandorte
(Mehrfachnennungen möglich)

Innenstadt Nord
West 10

15 6 2 8 5

Süd Ost Keine Angabe

Überdurchschnittlich	häu�ig	�inden	sich	Einrichtungen	der	offenen	Altenhilfe	und	Migrationsdienste,	die	 diese	Frage	beantworteten	(39	von	44),	in	der	Innenstadt.	Im	Norden,	Osten	und	Westen	liegt	ihre	Zahl	 im	mittleren	Bereich,	während	der	südliche	Stadtbezirk	mit	lediglich	zwei	Einrichtungen	vertreten	ist.	 Eine	Einrichtung	ist	sowohl	im	Norden	als	auch	im	Osten	präsent,	eine	weitere	nannte	zwei	Standorte	 im	Westen	und	in	der	Innenstadt.	 Hinsichtlich	ihres	Einzugsbereichs	gab	die	Hälfte,	nämlich	18	von	36	Einrichtungen,	an,	dass	sie	hauptsächlich	von	Bewohnerinnen	und	Bewohnern	des	eigenen	Stadtteils	genutzt	werden.	Für	die	anderen	Einrichtungen	gab	es	eine	Nennung	für	drei	Stadtteile,	zwei	Nennungen	für	vier	Stadtteile	und	15	Nennungen	 für	mehr	als	vier	Stadtteile.	Einrichtungen	der	offenen	Altenhilfe	und	Migrationsdienste	werden	in	ihrer	 überwiegenden	Mehrheit	somit	entweder	hauptsächlich	von	Bewohnerinnen	und	Bewohner	des	eigenen	 Stadtteils	genutzt	oder	haben	einen		Einzugsbereich,	der	sich	über	mehr	als	vier	Stadtteile	erstreckt. 7.2.2	Personelle	Ausstattung	

Die	personelle	Stärke	von	rund	der	Hälfte	der	39	antwortenden	Einrichtungen	umfasst	weniger	als	zehn	 Personen,	und	ein	gutes	Viertel	hat	zwischen	zehn	und	25	fest	angestellte	Mitarbeiterinnen	und	Mitarbeiter.	Wie	die	folgende	Gra�ik	zeigt,	ist	eine	höhere	Zahl	von	fest	angestellten	Personen	nur	selten	zu	 �inden:	 57

2	Erhebung:	7.	Ergebnisse

Grafik 2.4.: Zahl fest angestellter Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
Mehr als 100 51 bis 100 26 bis 50 10 bis 25 Weniger als 10 1 2 5 11
20

Wie	auch	Einrichtungen	im	P�legebereich	beschäftigen	Einrichtungen	der	offenen	Altenhilfe	und	Migrationsdienste	in	etwa	gleichen	Teilen	Vollzeit-	und	Teilzeitkräfte.	Honorarkräfte	werden	seltener	als	im	 P�legebereich	und	Aushilfen	nur	vereinzelt	beschäftigt.	 Die	folgende	Gra�ik	zeigt	als	weiteren	Indikator	für	die	Größe	der	Einrichtungen	die	Anzahl	ihrer	Teams;	 Einrichtungen	der	offenen	Altenhilfe	und	Migrationsdienste	haben,	anders	als	Einrichtungen	im	Bereich	 der	P�lege,	mehrheitlich	nur	ein	Team.	Rund	40%	weisen	aber	drei	oder	mehr	Teams	aus.

Grafik 2.5: Zahl der Teams in Einrichtungen im Bereich der offenen Altenhilfe und Beratungsdienste
1 Team
2 Teams

21 1 5 5
5

3 Teams 4 Teams 5 oder mehr Teams

Von	 39	 antwortenden	 Einrichtungen	 beschäftigen	 22	 Einrichtungen	 Personen	 mit	 Migrationshintergrund.	 Dieser	 Anteil	 des	 Personals	 mit	 Migrationshintergrund	 variiert	 in	 Einrichtungen	 der	 offenen	 Altenhilfe	und	Migrationsdiensten	sehr;	vor	allem	die	Migrationsdienste	berichteten	davon,	dass	sich	 ihr	Personal	mehrheitlich	aus	Personen	mit	Migrationshintergrund	zusammensetzt24:

Grafik 2.6: Anteil des Personals mit Migrationshintergrund am gesamten Personal

Bis 10% 11 - 25% 26 - 50%
51 - 75%

8 3 1 5 5

76 - 100%

	In	zwei	Migrationsdiensten	macht	das	Personal	mit	Migrationshintergrund	11	bis	25%	der	Beschäftigten	aus,	in	jeweils	vier	 Migrationsdiensten	liegt	dieser	Anteil	zwischen	51	und	75%	bzw.	76	und	100%.
24

58

2	Erhebung:	7.	Ergebnisse

Zur	Zahl	der	Ehrenamtlichen	variieren	die	Angaben	der	Einrichtungen	stark.	Ein	gutes	Drittel	der	Einrichtungen	der	offenen	Altenhilfe	und	Migrationsdienste	(zwölf	von	33)	hat	keine	Ehrenamtlichen;	im	 Falle	einer	Einrichtung	war	von	370	Personen	die	Rede.	Einrichtungen,	die	Ehrenamtliche	einsetzen,	 haben	im	Durchschnitt25	zehn	freiwillige	Helferinnen	und	Helfer.	

Die	Zahl	der	Ehrenamtlichen,	die	für	die	jeweiligen	Einrichtungen	tätig	sind,	ergibt	sich	aus	folgender	 Gra�ik:

Grafik 2.7: Zahl der Ehrenamtlichen in den Einrichtungen
12% 15% 30% 6% 37%

Keine (N = 12) 1 bis 10 (N = 10) 11 bis 25 (N = 5)
26 bis 50 (N = 4) > 50 (N = 2)

Über	 zwei	 Drittel	 dieser	 Ehrenamtlichen	 hat	 einen	 Migrationshintergrund.	 In	 16	 Einrichtungen,	 die	 Ehrenamtliche	beschäftigen,	sind	auch	ältere	Migrantinnen	und	Migranten	aktiv,	wobei	hier	Migrationsdienste	überrepräsentiert	sind.26	

Zu	den	Tätigkeitsgebieten	von	Ehrenamtlichen	gehören	vor	allem	die	Gestaltung	der	Programme	(11	 Nennungen),	 allgemeine	 Unterstützungsleistungen	 (10	 Nennungen),	 soziale	 Dienste	 (8	 Nennungen),	 hauswirtschaftliche	 Aufgaben	 (7	 Nennungen)	 und	 Besuchsdienste	 (6	 Nennungen).27	 In	 jeweils	 zwei	 Einrichtungen	werden	Ehrenamtliche	mit	„kreativen	Aufgaben“	betraut,	oder	sie	beraten	und	unterstützen	in	Renten-	und	Gesundheitsfragen.	Zwei	Drittel	dieser	Tätigkeiten	werden	von	Migrationsdiensten	 angeboten. 7.2.3	Angebote	für	ältere	Migrantinnen	und	Migranten Auch	bei	Einrichtungen	der	offenen	Altenhilfe	und	Migrationsdiensten	lag	der	Schwerpunkt	des	Fragebogens	auf	der	Angebotsstruktur	für	ältere	Migrantinnen	und	Migranten	und	ihrer	Nutzung.	30	der	36	 antwortenden	Einrichtungen,	also	die	überwiegende	Mehrheit,	werden	von	älteren	Migrantinnen	und	 Migranten	aufgesucht.	Mehrheitlich	sind	sie	im	Alter	zwischen	56	und	75	Jahre,	also	erwartungsgemäß	 jünger	als	die	Klientel	der	P�legeeinrichtungen.	Nur	zwei	Einrichtungen	gaben	an,	dass	ihre	Besucherinnen	und	Besucher	jünger	als	55	sind,	zwei	weitere	berichteten	von	Personen	zwischen	76	und	80	 Jahren. Migrantinnen	und	Migranten	sind	nur	in	einem	Fall	die	primäre	Klientel	von	Einrichtungen	der	offenen	 Altenhilfe.	Dort,	wo	diese	25%	oder	mehr	umfassen,	ist	dies	fast	ausschließlich	auf	Angaben	der	Migrationsdienste	zurückzuführen.	
	Dieser	Durchschnittswert	wurde	auf	Grundlage	des	Median	bestimmt. 	Die	Hälfte	der	ehrenamtlichen	älteren	Migrantinnen	und	Migranten	sind	für	Migrationsdienste	tätig. 27 	70%	der	Nennungen	stammen	aus	Migrationsdiensten.
25 26

59

2	Erhebung:	7.	Ergebnisse

Grafik 2.8: Anteil der Migrantinnen und Migranten an der gesamten Klientel
50% und mehr
25 - 49%

4 3 8 14 0

10 - 24%
Weniger als 10%

	 Der	Anteil	der	Frauen	(mit	und	ohne	Migrationshintergrund)	ist	vor	allem	im	Bereich	der	offenen	Altenhilfe	besonders	hoch,	in	zwei	Dritteln	der	Einrichtungen	beträgt	ihr	Anteil	50%	oder	mehr.	Interessant	 ist	hierbei	anzumerken,	dass	die	Anzahl	der	Frauen	bei	den	Migrationsdiensten	jedoch	nur	knapp	unter	 der	Hälfte	liegt. Für	 die	 Angebotsnutzerinnen	 und	 -nutzer	 mit	 Migrationshintergrund	 werden	 29	 verschiedene	 Herkunftsländer	genannt,	darunter	am	häu�igsten	die	Türkei,	Marokko,	Italien,	das	ehemalige	Jugoslawien,	 Spanien,	Russland	und	Afghanistan.	

Keine

Zwölf	Einrichtungen,	davon	sieben	Migrationsdienste,	bieten	Informationsmaterialien	auch	in	anderen	 Sprachen	an,	darunter	–	in	der	Häu�igkeit	ihrer	Nennung	–	Türkisch,	Arabisch,	Englisch,	Italienisch,	Russisch,	Bosnisch,	Französisch,	Griechisch,	Kroatisch,	Persisch,	Polnisch,	Serbisch	und	Spanisch.

Mündliche	Beratung	in	fremden	Sprachen	gehört	zum	Angebot	von	19	Einrichtungen,	davon	zehn	Migrationsdiensten.	Häu�iger	werden	in	diesem	Zusammenhang	Türkisch	und	Englisch	genannt,	aber	auch	 Arabisch,	Französisch,	Griechisch,	Italienisch,	Kroatisch,	Persisch	und	Spanisch.	Einzelne	Beratungsangebote	gibt	es	aber	auch	in	Amharisch,	Bosnisch,	Kroatisch,	Kurdisch,	Russisch,	Serbisch,	Tigrinja,	Urdu,	 Dari	und	Farsi. Bei	der	Frage	nach	der	Nutzung	von	Angeboten	durch	ältere	Migrantinnen	und	Migranten	konnten	Einrichtungen	der	offenen	Altenhilfe	und	Migrationsdienste	wiederum	Antwortvorgaben	ankreuzen	und	 bei	Bedarf	weitere	Angebote	in	einer	offenen	Antwortkategorie	nennen. 30	Einrichtungen	der	offenen	Altenhilfe	und	Migrationsdienste	berichteten	von	insgesamt	333	Leistungen	 aus	 der	 allgemeinen	 Angebotspalette,	 die	 auch	 von	 älteren	 Migrantinnen	 und	 Migranten	 genutzt	 werden.	Der	überwiegende	Anteil	dieser	Angebote	liegt	in	der	Freizeitgestaltung,	Beratung	und	Unterstützung	sowie	Bildung.	Generationsübergreifende	Angebote	sowie	P�lege	und	Betreuung	sind	nur	von	 untergeordneter	Bedeutung.28

28

	Darüber	hinaus	wurden	von	einer	Einrichtung	religiöse	Aktivitäten	genannt,	die	jedoch	statistisch	bedeutungslos	sind.

60

2	Erhebung:	7.	Ergebnisse

Grafik 2.9: Von älteren Migrantinnen und Migranten genutzte allgemeine Angebote
4% 5% 15% 43% Freizeitangebote (N = 143) Beratung und Unterstützung (N = 108) Bildungsangebote (N = 50) Generationsübergreifende Angebote (N = 18) Pflege und Betreuung (N = 13)

32%

Die	genannten	Angebote	weisen	folgende	Verteilung	auf: Zu	Freizeitangeboten	gehören	Essen	und	Kochen	inkl.	Frühstückstreff,	Feste,	Gedächtnistraining,	Freizeitangebote,	 Lesezirkel,	 Sportangebote,	 Singen	 oder	 Tanzen,	 ein	 Frauentreff	 und	 Seniorenfreizeiten.	 Die	Verteilung	der	insgesamt	143	genannten	Freizeitangebote,	unter	denen	sich	ein	erheblicher	Anteil	 von	nicht	de�inierten	Angeboten	be�indet,	ergibt	sich	im	Einzelnen	aus	folgender	Gra�ik:
1% 1% 6% 10% 12%

Grafik 2.10: Freizeitangebote
Feste (N = 23)

16% 15% 14%

Freizeitgestaltung allgemein (N = 22) Gedächtnistraining (N = 20) Kochen und Essen inkl. Frühstückstreff (N = 35) Singen oder Tanzen (N = 17) Sportangebote (N = 15) Lesezirkel (N = 8) Frauentreff (N = 1)

24%

Angebote	im	Bereich	„Beratung	und	Unterstützung“	umfassen	Angehörigenberatung,	Seniorenberatung,	 Unterstützung	bei	Behördengängen,	Lebensberatung,	sozialrechtliche	Beratung,	Fahr-	und	Bringdienste	 und	Renteninformationen.	Hierunter		sind	vor	allem	die	Seniorenberatung	allgemein,	die	sozialrechtliche	Beratung,	Renteninformation,	Lebensberatung	sowie	die	Unterstützung	bei	Behördengängen	von	 Bedeutung,	aber	auch	Angehörigenberatung	und	in	Einzelfällen	Fahr-	und	Bringdienste	werden	in	Anspruch	genommen.	

Seniorenfreizeiten (N = 2)

Die	insgesamt	108	genannten,	von	älteren	Migrantinnen	und	Migranten	genutzten	Angebote	setzen	sich	 wie	folgt	zusammen: 	 Grafik 2.11: Beratung und Unterstützung
Seniorenberatung (N = 25) 11% 15% 15% 16% 19% 2% 23% Sozialrechtliche Beratung (N = 20) Renteninformationen (N = 17) Lebensberatung (N = 16) Unterstützung bei Behördengängen (N = 16) Angehörigenberatung (N = 12) Fahr- und Bringdienste (N = 2)

61

2	Erhebung:	7.	Ergebnisse

Bildungsangebote	umfassen	Sprachkurse,	Computerkurse	und	allgemeine	Bildungsangebote.	Mit	insgesamt	50	Nennungen	stellen	sie	die	drittgrößte	Kategorie	der	von	älteren	Migrantinnen	und	Migranten	 genutzten	Angebote.	Allgemeine	Bildungsangebote,	Sprach-	und	Computerkurse	sind	jeweils	mit	erheblichen	Anteilen	vertreten.	

Grafik 2.12: Bildungsangebote

26%

Allgemeine Bildungsangebote (N = 20) 40%

Sprachkurse (N = 17)
Computerkurse (N = 13)

34%

Im	Bereich	von	„P�lege	und	Betreuung“	mit	insgesamt	13	Angeboten	ist	betreutes	Wohnen	(9	Nennungen)	 vergleichsweise	 häu�ig.	 Jeweils	 von	 zwei	 Einrichtungen	 werden	 Angebote	 der	 Kurzzeitp�lege	 (2	 Nennungen),	stationären	und	teilstationären	P�lege	(jeweils	1	Nennung)	gemacht.

Generationsübergreifende	Angebote	wurden	von	18	Einrichtungen	genannt.	Wieder	sind	hiermit	häu�ig	 Feste	 und	 Veranstaltungen	 gemeint,	 aber	 auch	 kulturelle	 Angebote	 wie	 Musikabende	 oder	 Malkurse,	 spezielle	Projekte,	z.	B.	Lesepaten	für	Kinder	mit	Migrationshintergrund,	sowie	offene	Treffs.	Vergleichsweise	 selten	 sind	 Besuchsdienste,	 Kooperationen	 mit	 Kindergärten,	 Lesekreise,	 religiöse	 Aktivitäten	 sowie	Familien-	und	Angehörigenberatung. Bei	der	Frage	zur	Nutzungsfrequenz	ihrer	regulären	Angebote	durch	ältere	Migrantinnen	und	Migranten	konnten	die	Einrichtungen	wieder	auf	einer	abgestuften	Skala	zwischen	„sehr	hoch“	und	„sehr	niedrig“	wählen.	 Auf	der	Grundlage	der	Angaben	von	30	Einrichtungen	wurden	folgende	Durchschnittsergebnisse29	erzielt:	 •	 Freizeitangebote:	hohe	Nutzungsfrequenz30 •	 Beratung	und	Unterstützung:	mittlere	bis	niedrige	Nutzungsfrequenz •	 Bildungsangebote:	mittlere	bis	hohe	Nutzungsfrequenz •	 P�lege	und	Betreuungsangebote:	mittlere	bis	niedrige	Nutzungsfrequenz •	 Generationsübergreifende	Angebote:	mittlere	Nutzungsfrequenz Spezielle	Angebote	für	ältere	Migrantinnen	und	Migranten Neben	der	Nutzung	von	Angeboten	aus	der	allgemeinen	Leistungspalette	berichteten	20	Einrichtungen	 von	insgesamt	157	speziellen	Angeboten	für	ältere	Migrantinnen	und	Migranten,	die	sich	meist	auf	Freizeitgestaltung	sowie	Beratung	und	Unterstützung	richten.	117	dieser	Angebote	werden	von	den	Migrationsdiensten	durchgeführt.	Ihre	Verteilung	gestaltet	sich	wie	folgt:
	Die	Durchschnittswerte	wurden	auf	der	Grundlage	des	Median	gebildet. Von	insgesamt	sieben	Einrichtungen	die	mit	„sehr	hoch”	geantwortet	haben,	waren	sechs	Einrichtungen	der	 Migrationsdienste	und	Beratungsstellen.
29

30

62

2	Erhebung:	7.	Ergebnisse

Grafik 2.13: Spezielle Angebote für ältere Migrantinnen und Migranten
3% 5% 14% 45% 34% Freizeitangebote (N = 70) Beratung und Unterstützung (N = 53) Bildungsangebote (N = 22) Generationsübergreifende Angebote (N = 8)

Bei	den	speziellen	Freizeitangeboten	für	ältere	Migrantinnen	und	Migranten	dominieren	wiederum	Kochen	und	Essen	sowie	Exkursionen	und	Feste.	Die	folgende	Gra�ik	illustriert	ihre	detaillierte	Verteilung	 auf	der	Grundlage	von	70	Nennungen31:

Pflege und Betreuung (N = 4)

Grafik 2.14: Spezielle Freizeitangebote für ältere Migrantinnen und Migranten

10% 9% 14% 7%

3%4% 17% 13% 23%

Spezielle	Beratungs-	und	Unterstützungsangebote	für	ältere	Migrantinnen	und	Migranten	umfassen	oft	 Seniorenberatung	 allgemein,	 Renteninformation,	 sozialrechtliche	 Beratung,	 Lebensberatung,	 Gesundheits-	und	Ernährungsberatung.	Seltener	werden	Angehörigenberatung	sowie	Fahr-	und	Bringdienste	 speziell	für	ältere	Migrantinnen	und	Migranten	durchgeführt.		Auf	der	Grundlage	von	53	Nennungen	 setzen	sich	Beratungs-	und	Unterstützungsangebote	wie	folgt	zusammen:

Lesezirkel (N = 3) Exkursionen (N = 12) Feste (N = 9) Kochen und Essen inkl. Frühstückstreff (N = 16) Gedächtnistraining (N = 5) Freizeitgestaltung allgemein (N = 10) Sportangebote (N = 6) Singen oder Tanzen (N = 7) Projekte (N = 2)

Grafik 2.15: Spezielle Beratungs- und Unterstützungsangebote für ältere Migrantinnen und Migranten
4%4% 13% 6% 17% 17%
31

Seniorenberatung (N = 11)

21%

Renteninformationen (N = 10) Lebensberatung (N = 9) Gesundheits- und Ernährungsberatung (N = 9)

19%

Therapeutische Beratung (N = 3) Sozialrechtliche Beratung (N = 7) Fahr- und Bringdienste (N = 2) Angehörigenberatung (N = 2)

	„Projekte“	beziehen	sich	auf	den	möglichen	Seh-	und	Hörverlust	im	Alter	sowie	eine	Theaterimprovisation.

63

2	Erhebung:	7.	Ergebnisse

Spezielle	Bildungsangebote	für	ältere	Migrantinnen	und	Migranten	sind	häu�ig	Sprach-	und	Computerkurse,	aber	auch	nicht	weiter	spezi�izierte	Angebote,	die	sich	auf	der	Grundlage	von	22	Nennungen	wie	 folgt	verteilen:

Grafik 2.16: Spezielle Bildungsangebote für ältere Migrantinnen und Migranten
18% 36% Sprachkurse (N = 8)

Bildungsangebote (N = 10) Computerkurse (N = 4)

Genannt	werden	weiterhin	jeweils	ein	Angebot	speziell	für	ältere	Migrantinnen	und	Migranten	im	Bereich	der	stationären	und	teilstationären	P�lege,	der	Kurzzeitp�lege	und	des	betreuten	Wohnens.	In	acht	 Fällen	werden	generationsübergreifende	Angebote	in	den	oben	genannten	Bereichen	speziell	auf	ältere	 Migrantinnen	und	Migranten	ausgerichtet. Gründe	für	den	Verzicht	auf	spezielle	Angebote	für	Migrantinnen	und	Migranten 25	 Einrichtungen,	 die	 für	 Migrantinnen	 und	 Migranten	 keine	 speziellen	 Angebote	 entwickelt	 haben,	 nennen	hierfür	die	in	der	folgenden	Gra�ik	bezeichneten	Gründe.	Am	häu�igsten	vertreten	sind	hierunter	 „kein	Bedarf“,	„keine	Zeit“,	„kein	Personal“	und	„kein	Geld“.

46%

Grafik 2.17: Gründe für den Verzicht auf spezielle Angebote für Migrantinnen und Migranten
(Mehrfachnennungen möglich)

In	13	Einrichtungen,	davon	zehn	Migrationsdienste,	gibt	es	Angebote	in	der	Muttersprache	der	jeweiligen	 Migrantinnen	 und	 Migranten.	 Darunter	 fallen	 häu�ig	 Beratungsangebote	 (11	 Nennungen)	 und	 manchmal	 Lesezirkel	 (3	 Nennungen).	 In	 Einzelfällen	 werden	 auch	 Computerkurse,	 Tanzkurse,	 Beratungsangebote,	 Gedächtnistraining,	 Übersetzungshilfen	 und	 Besuchsdienste	 durch	 muttersprachliche	 Personen	angeboten. Anregungen	der	Einrichtungen	zur	Entwicklung	spezieller	Angebote	für	ältere	Migrantinnen	und	Migranten	und	Strategien	ihrer	Umsetzung	umfassen: •	 Vernetzung	und	Integration	(6	Nennungen) •	 Räume	und	Treffpunkte	(5	Nennungen) 64

Kein Bedarf Keine Zeit Kein Personal Kein Geld Keine Idee Kein Interesse Keine Fort- und Weiterbildungen

10 6
5

4 2 1 1

2	Erhebung:	7.	Ergebnisse

Fünf	Einrichtungen	bemerkten,	dass	sie	individuelle	Bedürfnisse	auch	innerhalb	der	allgemeinen	Angebotsstruktur	berücksichtigen.

•	 •	 •	 •	 •	

Willkommenskultur	und	Respekt	(4	Nennungen) Sprachkurse	(4	Nennungen) Unterstützung	für	Menschen	mit	Migrationshintergrund	(2	Nennungen) Patenschaften	zur	Förderung	von	Selbsthilfepotenzial	(1	Nennung) Informationsmaterial	(1	Nennung)

Neben	den	Vorteilen,	die	die	Entwicklung	spezieller	Angebote	für	ältere	Migrantinnen	und	Migranten	 hat,	konnten	die	Einrichtungen	auch	Kritik	hinsichtlich	solcher	Angebote	äußern.	Fünf	Einrichtungen	 bemerkten,	 dass	 Migrantinnen	 und	 Migranten	 nicht	 unter	 sich	 bleiben,	 sondern	 in	 die	 Gemeinschaft	 aller	integriert	werden	sollten;	eine	positiv	erlebte	Öffnung	zu	anderen	Kulturen	werde	verhindert,	die	 deutsche	Kultur	nicht	erfahren.	In	Einzelfällen	wurden	auch	die	Überlastung	des	Personals	sowie	Ansprüche	befürchtet,	die	im	Zusammenleben	mit	der	Mehrheitsgesellschaft	nicht	vertretbar	seien.	Aber	 es	wurde	auch	auf	den	Anspruch	hingewiesen,	dass	spezielle	Angebote	nur	unter	Einbezug	der	Migrantinnen	und	Migranten	selbst	zustande	kommen	sollten. 7.2.4	Ansprache	älterer	Migrantinnen	und	Migranten Neun	von	zehn	Einrichtungen,	die	sich	zu	dieser	Frage	äußersten,	schätzten	die	Einbindung	von	älteren	 Migrantinnen	und	Migranten	in	die	Nutzung	ihrer	Angebote	als	„gut“	oder	„sehr	gut“	ein;	nur	eine	Einrichtung	bezeichnete	sie	als	„schlecht“. Unter	den	Maßnahmen,	die	den	Anteil	älterer	Migrantinnen	und	Migranten	in	der	eigenen	Einrichtung	 gesteigert	haben,	steht	Kooperation	–	mit	Wohlfahrtsverbänden,	Beratungsstellen,	Migranten-Communities,	 Migrantenselbstorganisationen,	 mehrsprachigen	 Ärzten	 und	 in	 Migrantennetzwerken	 –	 ganz	 oben.	Mehrsprachigkeit,	sei	es	des	Informationsmaterials	oder		Personals,	gilt	als	weiterer	wesentlicher	 Aspekt	für	die	Gewinnung	älterer	Migrantinnen	und	Migranten,	wie	folgende	Gra�ik	zeigt:

Grafik 2.18: Empfehlungen zur Gewinnung älterer Migrantinnen und Migranten
(Mehrfachnennungen möglich)
Zusammenarbeit und Vernetzung

38 14 10 9 9 6 6 5

Aktive Ansprache auf Augenhöhe Mehrsprachiges Informationsmaterial Informationsveranstaltungen Mehrsprachiges Fachpersonal Multikulturelle Teams Information durch regionale muttersprachliche Medien Schulung des Personals in interkultureller Kompetenz

Sechs	Einrichtungen,	die	ältere	Migrantinnen	und	Migranten	bisher	nicht	gezielt	ansprechen,	nannten	 hierfür	ihre	Gründe.	Je	zweimal	fehlten	Kontakte	und	Bedarf	und	je	einmal	Zeit,		Personal,	�inanzielle	 Mittel,	ein	Konzept	und	ein	Anlass. 65

2	Erhebung:	7.	Ergebnisse

7.2.5	Interkulturelle	Öffnung	und	kultursensible	Altenhilfe

26	Einrichtungen	bestätigten,	dass	sie	bereits	praktische	Maßnahmen	zur	interkulturellen	Öffnung	und	 Kultursensibilität	getroffen	haben;	das	trifft	auch	auf	alle	neun	Migrationsdienste	zu,	die	sich	hierzu	geäußert	haben.	Zu	diesen	praktischen	Maßnahmen	gehören	u.	a.	gemeinsame	Angebote	für	Teilnehmende	mit	und	ohne	Migrationshintergrund,	Vernetzung	mit	anderen	Trägern,	Einstellung	von	mehrsprachigem	Personal,	Au�bau	mehrsprachiger	Teams,	Fortbildung,	Gesprächsrunden	und	andere	Formen	der	 Sensibilisierung	des	Personals.	In	24	Einrichtungen,	darunter	alle	zehn	teilnehmenden	Migrationsdienste,	ist	die	interkulturelle	Öffnung	im	Leitbild	verankert.	 Für	rund	zwei	Drittel	der	Einrichtungen,	die	bereits	Maßnahmen	zur	interkulturellen	Öffnung	getroffen	 haben,	sind	diese	das	Ergebnis	einer	bewussten	Entscheidung.	 Die	 ausschlaggebenden	 Gründe	 auf	 Basis	 von	 Antwortvorgaben	 sind	 in	 der	 folgenden	 Gra�ik	 dargestellt:

Grafik 2.19: Gründe für eine interkulturelle Öffnung
(Mehrfachnennungen möglich)
Entscheidung der Leitung

17 16 11 9 2

Bedürfnisse und Anfragen der Kundinnen und Kunden

Vorgabe des Verbands
Vorschlag des Personals

Anderes

Leitungsentscheidungen	 und	 die	 Reaktion	 auf	 Bedürfnisse	 und	 Anfragen	 der	 Klientel	 halten	 sich	 in	 den	Begründungen	fast	die	Waage,	wobei	Migrationsdienste	sich	etwas	häu�iger	als	Einrichtungen	der	 offenen	Altenhilfe	in	dieser	Hinsicht	äußerten.	Aber	auch	die	Vorgabe	des	Verbands	und	der	Vorschlag	 des	Personals	sind	nicht	unerheblich,	was	insbesondere	auf	Migrationsdienste	zutrifft.	In	Einzelfällen	 wurden	zudem	eigene	Betroffenheit	und	politische	Einstellung	sowie	die	gute	Kooperation	mit	Einrichtungen,	die	bereits	interkulturelle	Öffnung	praktizieren,	genannt.	

Zur	Förderung	der	interkulturellen	Öffnung	konnten	die	Einrichtungen	mehrere	Ansätze	nennen.	Konkret	werden	folgende	Maßnahmen	umgesetzt:	 •	 Fünf	Einrichtungen	der	offenen	Altenhilfe	und	acht	Migrationsdienste,	bieten	ihrem	Personal	Fort-	 und	Weiterbildungen	zum	Thema	„Interkulturelle	Kompetenz“	an.	 •	 Zehn	 Einrichtungen,	 darunter	 fünf	 Migrationsdienste,	 praktizieren	 unterstützende	 Maßnahmen,	 die	dem	Team	dabei	helfen,	die	interkulturelle	Öffnung	zu	re�lektieren.	Einrichtungen	der	offenen	 Altenhilfe	beschränken	sich	dabei	auf	Teamsitzungen	und	„multikulturelle	Gespräche“,	während	den	 Teams	 von	 Migrationsdiensten	 hierzu	 gezielt	 Supervision	 und	 Re�lektion	 sowie	 Fortbildung	 und	 Schulung	angeboten	werden. •	 Sechs	Einrichtungen	der	offenen	Altenhilfe	und	drei	Migrationsdienste	führen	Informationsveranstaltungen	oder	Fortbildungen	zum	Thema	„Arbeit	in	multikulturellen	Teams“	durch.	 66

2	Erhebung:	7.	Ergebnisse

Neun	Einrichtungen	der	offenen	Altenhilfe	und	sechs	Migrationsdienste	bekennen	sich	explizit	zur	Möglichkeit	der	freien	Religionsausrichtung	in	ihren	Räumlichkeiten.	Deren	Förderung	geschieht	in	einer	 Weise32,	die	die	folgende	Graphik	beschreibt:
Grafik 2.20: Unterstützung der freien Religionsausübung
(Mehrfachnennungen möglich)
Bewahrung größtmöglicher Neutralität Anpassung des Speiseplans an religiöse Vorschriften
Veranstaltungen zu wichtigen Festen der Weltreligionen

12 7 7 2 2 2 1

Unterstützung des Kontakts zu Glaubensgemeinschaften Seelsorgerische Betreuung durch Kooperation mit Glaubensgemeinschaften Einrichtung spezieller Räumlichkeiten Anderes

Insgesamt	sind	die	Bewahrung	größtmöglicher	Neutralität,	die	Anpassung	des	Speiseplans	an	religiöse	Vorschriften	und	Veranstaltungen	zu	wichtigen	Festen	der	Weltreligionen	die	häu�igsten	Maßnahmen,	mit	denen	die	freie	Religionsausübung	unterstützt	wird.	Allerdings	unterscheiden	sich	Einrichtungen	der	offenen	 Altenhilfe	und	Migrationsdienste	in	der	jeweiligen	Rangfolge:	Mit	zehn	Nennungen	ist	die	Wahrung	von	Neutralität	die	wichtigste	Maßnahme	in	Einrichtungen	der	offenen	Altenhilfe.	Vergleichsweise	selten	werden	der	 Speiseplan	an	religiöse	Vorschriften	angepasst	(3	Nennungen),	Veranstaltungen	zu	Festen	der	Weltreligionen	durchgeführt	und	seelsorgerische	Betreuung	organisiert	(jeweils	2	Nennungen).	Nur	in	jeweils	einem	 Fall	wird	der	Kontakt	zu	Glaubensgemeinschaften	unterstützt	oder	spezielle	Räumlichkeiten	eingerichtet.	 Umgekehrt	sind	Veranstaltungen	zu	Festen	der	Weltreligionen	bei	Migrationsdiensten	(5	Nennungen)	und	 die	Anpassung	des	Speiseplans	(4	Nennungen)	häu�ig	zu	�inden.	Nur	in	zwei	Fällen	wird	auf	die	Bewahrung	 größtmöglicher	Neutralität	und	in	jeweils	einem	Fall	auf	die	Unterstützung	des	Kontakts	zu	Glaubensgemeinschaften,	die	Einrichtung	spezieller	Räumlichkeiten	und	„allgemeine	Unterstützung“	hingewiesen. 7.2.6	Kooperation	mit	anderen	Organisationen Die	meisten	Einrichtungen	der	offenen	Altenhilfe	und	Migrationsdienste	(31	von	34)	arbeiten	mit	anderen	Organisationen	zusammen.	Die	folgende	Gra�ik	zeigt	die	Verteilung	ihrer	Kooperationspartner:

Grafik 2.21: Kooperationspartner
Wohlfahrtsverbände (N = 22)

8%
22%

21%

Seniorenbegegnungsstätten und -clubs (N = 19) Religionsgemeinden (N = 9) Migrantenvereine (N = 10) Migrationsberatungsdienste (N = 14) Behörden der Stadt Frankfurt (N = 23) Andere (N = 8)

18% 13% 10% 9%

32

	Die	Gra�ik	fasst	die	Zahlen	von	Einrichtungen	der	offenen	Altenhilfe	und	der	Migrationsdienste	zusammen.

67

2	Erhebung:	7.	Ergebnisse

Wieder	wurden	zahlreiche	Organisationen	als	Kooperationspartner	angegeben:	der	Paritätische	Wohlfahrtsverband,	 der	 Caritasverband	 Frankfurt	 e.V.,	 der	 Arbeiterwohlfahrt	 Kreisverband	 Frankfurt	 am	 Main	 e.V.,	 das	 Deutsche	 Rote	 Kreuz	 Bezirksverband	 Frankfurt	 am	 Main	 e.V.,	 der	 Frankfurter	 Verband	 für	Alten-	und	Behindertenhilfe	e.V.,	der	Sozialverband	VdK	Deutschland	e.V.,	das	Diakonische	Werk	für	 Frankfurt	am	Main,	die	katholische	und	evangelische	Kirche	Frankfurt,	die	Jüdische		Gemeinde	Frankfurt	 am	Main,	Moscheevereine,	die	Alevitische	Gemeinde	Frankfurt	e.V.,	das	Günter-Feldmann-Zentrum	e.V.,	 Berami	Beru�liche	Integration	e.V.,	das	Jugend-	und	Sozialamt,	Gesundheitsamt	und	das	Amt	für	Multikulturelle	Angelegenheiten	der	Stadt	Frankfurt,	die	Leitstelle	Älterwerden	der	Stadt	Frankfurt	am	Main,	 das	Jobcenter,	die	Beratungsstelle	für	ältere	Migrantinnen	und	Migranten	HIWA	des	DRK,	das	evangelische	Zentrum	für	Beratung	und	Therapie	des	evangelischen	Regionalverbands	Frankfurt	am	Main,	das	 Internationale	 Familienzentrum	 e.V.,	 das	 Projekt	 Parea	 –	 Dein	 Projekt	 e.V.,	 Senioreninitiativen,	 -clubs	 und	-begegnungsstätten,	eritreische,	spanische,	italienische	und	marokkanische	Vereine,	Krankenhäuser,	Gesundheits-	und	P�legedienste,	Kindertagesstätten	und	Jugendzentren	sowie	Arbeitskreise.

Elf	Einrichtungen	der	offenen	Altenhilfe	und	sieben	Migrationsdienste	gaben	an,	im	Zuge	der	interkulturellen	Öffnung	neue	Kooperationspartner	gewonnen	zu	haben.	Als	Vernetzungsform	wurden	häu�ig	ein	 Austausch	mit	Arbeitskreisen	und	Foren	genannt.	Die	Kontakte	dienen	vielfältigen	Zwecken.	 Wie	die	folgende	Gra�ik	zeigt,	sind	alle	Aspekte	–	Vernetzung,	Zusammenarbeit,	Ideenaustausch,	Vermittlung	und,	in	geringerem	Maße,	Finanzierung	–	von	Bedeutung.

Grafik 2.22: Zweck der Kooperationsbeziehungen
(Mehrfachnennungen möglich)

Vernetzung Zusammenarbeit Ideenaustausch Vermittlung Finanzierung
11

27 25 23 20

Zwei	Einrichtungen	begründeten	das	Fehlen	von	Kooperationsbeziehungen.	In	einem	ergab	sich	dafür	 noch	kein	Anlass,	und	eine	Einrichtung	hat	kein	Interesse	an	Kooperationen.

Sieben	 Einrichtungen	 werden	 bei	 der	 Umsetzung	 des	 Prozesses	 der	 interkulturellen	 Öffnung	 extern	 unterstützt.	In	diesem	Zusammenhang	wurden	das	Nachbarschaftsbüro,	ein	Jugendzentrum	und	eine	 Kindertagesstätte,	das	Internationale	Familienzentrum,	das	Sozialrathaus,	die	Zentralwohlfahrtsstelle	 der	Juden	in	Deutschland	sowie	das	Jugend-	und	Sozialamt	als	unterstützende	Organisationen	genannt. 7.2.7	Wünsche	und	Pläne Fast	 die	 Hälfte	 der	 Einrichtungen	 (11	 von	 24),	 hat	 Pläne	 zur	 Erweiterung	 ihres	 Angebots	 für	 ältere	 Migrantinnen	und	Migranten.	Hierzu	gehören	Konversationskreise,	Betreuungs-	und	Freizeitangebote,	 Sprachkurse,	niederschwellige	Frauenkurse,	�lexible	Angebote	nach	Bedarf	und	das	Projekt	„Lesepaten“.	 Von	den	zwölf	Einrichtungen,	die	noch	keine	interkulturelle	Öffnung	betreiben,	wollen	sechs	Einrichtungen	in	Zukunft	entsprechende	Maßnahmen	umsetzen. 68

2	Erhebung:	7.	Ergebnisse

Bereits	eingeleitet	wurden	von	acht	Einrichtungen,	darunter	vier	Migrationsdienste,	entsprechende	Aktivitäten,	nämlich	Vernetzung,	Öffentlichkeitsarbeit,	die	Erstellung	eines	Konzepts	zur	interkulturellen	 Arbeit	sowie	die	Umsetzung	eines	Angebots	zur	Begleitung	von	älteren	Migrantinnen	und	Migranten	zu	 Behörden.	Diese	werden	in	Zukunft	durch	Angebote	der	multikulturellen	P�lege,	generationsübergreifende	Arbeit,	Informationsveranstaltungen	und	die	Erweiterung	des	eigenen	Netzwerks	ergänzt. Sechs	von	22	antwortenden	Einrichtungen	wiesen	auf	Probleme	bei	der	Durchführung	von	Angeboten	 für	ältere	Migrantinnen	und	Migranten	hin.	 Wie	die	folgende	Gra�ik	zeigt,	sind	Sprachbarrieren,	Zeitmangel	und	mangelnde	Finanzierung	die	drei	 am	häu�igsten	genannten	Probleme	bei	der	Durchführung	von	Angeboten	für	ältere	Migrantinnen	und	 Migranten.	Sprachbarrieren	sind	ein	vorherrschendes	Problem	bei	Einrichtungen	der	offenen	Altenhilfe,	während	eine	fehlende	Vernetzung	nur	von	Migrationsdiensten	berichtet	wurde33.	

Grafik 2.23: Probleme bei der Durchführung von Angeboten für ältere Migrantinnen und Migranten
(Mehrfachnennungen möglich)
Sprachbarrieren Zeitmangel Mangelnde Finanzierung

6 4
3

Fehlende Vernetzung mit anderen Stellen
Zusammensetzung der Teams

2 1 1

Drei	Einrichtungen	der	offenen	Altenhilfe	und	vier	Migrationsdienste	artikulierten	in	verschiedenen	Bereichen	Unterstützungsbedarf.	Finanzierungshilfen	und	zusätzliche	Räumlichkeiten	werden	ausschließlich	von	Migrationsdiensten,	jedoch	von	allen	vier	genannt.	Der	Wunsch	nach	Personal,	Beratung,	Information,	Kooperation	und	Übersetzung	ist	bei	einem	Migrationsdienst	und	einer	Einrichtung	der	offenen	 Altenhilfe	vorhanden.	Weiter	wünscht	sich	ein	Migrationsdienst	mehr	Fortbildung.

Anderes

1

Nur	sechs	der	20	antwortenden	Einrichtungen	der	offenen	Altenhilfe	betrachten	die	Versorgungslage	 der	älteren	Migrantinnen	und	Migranten	in	Frankfurt	am	Main	als	„gut“	oder	„sehr	gut“,	13	bewerten	sie	 als	„mittelmäßig“	und	eine	Einrichtung	als	„schlecht“.	Noch	kritischer	fällt	die	Einschätzung	der	sieben	 antwortenden	Migrationsdienste	aus,	von	denen	fünf	die	Lage	als	„mittelmäßig“	und	zwei	als	„schlecht“	 beurteilen. Aus	Sicht	der	Einrichtungen	im	Bereich	der	offenen	Altenhilfe	und	Migrationsdienste	sind	zukünftige	 Herausforderungen	 bei	 der	 Versorgung	 älterer	 Migrantinnen	 und	 Migranten	 vor	 allem	 durch	 Altersarmut,	 mangelnde	 Integration	 und	 Isolation,	 Demenz,	 Sprachbarrieren,	 fehlende	 Informationen	 und	
33

	Eine	Einrichtung	wies	außerdem	darauf	hin,	dass	die	Zielgruppe	nicht	erreicht	würde.

69

2	Erhebung:	7.	Ergebnisse

unzureichende	 Angebote	 an	 kultursensibler	 P�lege	 bedingt.	 Vereinzelt	 genannt	 wurden	 Ängste	 und	 Misstrauen,	 P�legebedürftigkeit,	 fehlende	 Begleitung	 und	 Unterstützung,	 Nichtinanspruchnahme	 der	 Angebote,	Personalnotstand	sowie	fehlende	ambulante	und	stationäre	Versorgung	für	andere	Migranten	außerhalb	der	türkischen	Gemeinschaft.	

Anregungen	zur	Ansprache	von	mehr	älteren	Migrantinnen	und	Migranten	und	ihrer	Motivation	zur	Teilnahme	an	Angeboten	umfassen	vor	allem	den	Einsatz	von	Multiplikatoren,	insbesondere	muttersprachliche	Ehrenamtliche,	aufsuchende	Arbeit	und	nahräumige	Angebote,	eine	bessere	Zusammenarbeit	der	 Einrichtungen,	muttersprachliche	Angebote	und	Materialien	sowie	den	Au�bau	mehrsprachiger	Teams.	 All	diese	Angebote	würden	zur	allgemeinen	Verbesserung	der	Situation	von	älteren	Migrantinnen	und	 Migranten	beitragen	und	wären	zugleich	Ausdruck	der	für	Kultursensibilität	notwendigen	Öffnung	und	 Toleranz.	 7.3	Migrantenselbstorganisationen	und	religiöse	Zuwanderergemeinden Grundlage	der	Auswertung	bilden	35	Erhebungsbögen,	die	in	der	Kategorie	Migrantenselbstorganisationen	und	religiöse	Zuwanderergemeinden	ausgefüllt	wurden. 7.3.1	Strukturmerkmale	der	Organisationen Zunächst	 wurden	 die	 befragten	 Vereine	 und	 Gemeinden	 nach	 ihrer	 Organisationsform	 befragt.	 Um	 den	 Organisationen	 Gelegenheit	 zu	 geben,	 ihr	 Selbstverständnis	 zu	 formulieren,	 waren	 mehrfache	 Zuordnungen	 möglich.	 Von	 34	 Organisationen,	 die	 diese	 Frage	 beantworteten,	 verortet	 sich	 rund	 die	 Hälfte	(auch)	als	Kulturverein.	Jeweils	etwa	ein	Viertel	versteht	sich	als	Migrantenselbstorganisation,	 Beratungsstelle	 oder	 religiöse	 Zuwanderergemeinde,	 gefolgt	 von	 offener	 Treff	 und	 Kirchengemeinde.	 Jeweils	eine	Organisation	bezeichnet	sich	als	Gemeinde	bzw.	Nachbarschaftsverein.	„Kulturverein“	–	und	 nicht	„Migrantenselbstorganisation“	oder	„religiöse	Zuwanderergemeinde“	–	trifft	somit	ein	verbreitetes	 Selbstverständnis	 der	 befragten	 Einrichtungen.34	 Gra�isch	 gestaltet	 sich	 die	 Verteilung	 wie	 folgt:

Grafik 3.1: Organisationstypen
(Mehrfachnennungen möglich)

Kulturverein
Migrantenselbstorganisation

18 9 9 9 8 7 2

Beratungsstelle Religiöse Zuwanderergemeinde Offener Treff
Kirchengemeinde

Der	mittlere	Wert35	für	die	Mitgliederzahl	von	Migrantenselbstorganisationen	und	religiösen	Zuwanderergemeinden	liegt	bei	120.	Allerdings	variieren	die	Angaben	sehr	stark	und	reichen	von	8	bis	12.000	 Mitgliedern.	Die	anteilige	Zusammensetzung	gestaltet	sich	wie	folgt:
34 35

Andere

	Dennoch	wird	in	diesem	Bericht	die	Terminologie	gemäß	der	Arbeitsde�inition	beibehalten. 	Dieser	Durchschnittswert	wurde	auf	Grundlage	des	Median	bestimmt.	

70

2	Erhebung:	7.	Ergebnisse

Grafik 3.2: Zahl der Mitglieder
14%
Bis zu 50 (N = 7) 51 bis 100 (N = 4)
101 bis 200 (N = 6)

25%

25%

14% 21%

201 bis 1000 (N = 7)
Mehr als 1000 (N = 4)

Die	Mitglieder	von	Migrantenselbstorganisationen	und	religiösen	Zuwanderergemeinden	kommen	bei	 9	von	33	Organisationen	aus	der	„direkten	Nachbarschaft“,	bei	29	aus	„ganz	Frankfurt“	und	bei	23	auch	 „außerhalb	der	Stadt“.	Insgesamt	wurden	50	Herkunftsländer	angegeben,	darunter	am	häu�igsten	die	 Türkei,	Italien,	China,	Griechenland,	Kroatien,	Russland,	Spanien	und	die	USA.

Jede	dritte	Migrantenselbstorganisation	bzw.	religiöse	Zuwanderergemeinde	(acht	von	23)	verfügt	über	 kein	fest	angestelltes	Personal.	Im	Durchschnitt36 beschäftigen	Migrantenselbstorganisationen	und	religiöse	Zuwanderergemeinden	mit	fest	angestellten	Mitarbeiterinnen	und	Mitarbeitern	vier	Personen.	 Die	unten	stehende	Gra�ik	illustriert,	in	welchem	Maße	fest	angestelltes	Personal	zu	�inden	ist:

Grafik 3.3: Zahl der fest angestellten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
9% 13% 35%

Keine (N = 8) 1 bis 5 (N = 10) 6 bis 10 (N = 3)

43%

> 10 (N = 2)

Drei	Viertel	der	32	Organisationen,	die	diese	Frage	beantworteten,	verfügen	über	Vereinsräume.	Ihre	 Verteilung	im	Frankfurter	Stadtgebiet	ist	folgender	Gra�ik	zu	entnehmen37:

Grafik 3.4: Vereinsräume nach Stadtbezirken
(Mehrfachnennungen möglich) 5

West Süd Ost Nord Innenstadt
36 37

0 9 5 9

	Dieser	Durchschnittswert	wurde	auf	Grundlage	des	Median	bestimmt.	 	Vergleiche	hierzu	Teil	II	Kapitel	2.2.

71

2	Erhebung:	7.	Ergebnisse

Besonders	zahlreich	sind	Migrantenselbstorganisationen	und	religiöse	Zuwanderergemeinden,	die	an	 der	Erhebung	teilnahmen,	in	der	Innenstadt	und	den	östlichen	Stadtteilen	zu	�inden.	Jeweils	fünf	Vereinsräume	wurden	für	den	nördlichen	und	westlichen	Bezirk	angegeben,	jedoch	kein	einziger	im	Süden	 Frankfurts38.	Eine	Einrichtung	berichtete	von	Räumlichkeiten	in	drei	Stadtbezirken	(Innenstadt,	Osten	 und	Westen),	eine	weitere	ist	in	zwei	Bezirken	(Norden	und	Osten)	vertreten.	Organisationen	ohne	eigene	Vereinsräume	greifen	bei	Bedarf,	etwa	für	Veranstaltungen,	auf	die	Räume	von	Kooperationspartnern	 zurück.	 7.3.2	Angebotsstruktur	 Anders	 als	 die	 Einrichtungen	 der	 Altenhilfe	 und	 Migrationsdienste	 wurden	 Migrantenselbstorganisationen	und	religiöse	Zuwanderergemeinden39	in	einer	offenen	Frage	gebeten,	ihre	drei	wichtigsten	Angebote	zu	nennen.	Die	Antworten	der	34	Organisationen,	die	sich	dazu	äußerten,	lassen	sich	folgenden	 Kategorien	zuordnen:	

Grafik 3.5: Allgemeine Angebotsstruktur
(Mehrfachnennungen möglich)

Beratung und Unterstützung Freizeitangebote (Inter-)kulturelle Arbeit
Begegnungsangebote

27 23 18 15 14
8

Religiöse Aktivitäten Bildungsangebote Jugendarbeit Allgemeine Seniorenarbeit und Pflege 3 8

Im	 Bereich	 der	 beratenden	 und	 unterstützenden	 Maßnahmen	 wurden	 am	 häu�igsten	 allgemeine	 Informations-	 und	 Beratungsangebote	 genannt,	 seltener	 Integrationskurse40,	 allgemeine	 Hilfen,	 soziale	 Dienste	und	soziales	Engagement.	Die	folgende	Gra�ik	zeigt	deren	Verteilung	auf	der	Grundlage	von	27	 Angeboten:

Grafik 3.6: Beratung und Unterstützung
4%4% 4% 7%

Information und Beratung (N = 15) Integrationskurse (N = 3) Allgemeine Hilfen (N = 2) Soziale Dienste (N = 2) 56% Soziales Engagement (N = 2) Besuchsdienste (N = 1) Gesundheitsförderung (N = 1) Lebenshilfen (N = 1)

7% 7% 11%

Bei	diesem	Befund	muss	jedoch	berücksichtigt	werden,	dass	bei	der	Auswahl	von	Organisationen	ihrer	Verteilung	nach	Stadtbezirken	von	untergeordneter	Bedeutung	war. 39	 Die	Anderen	Einrichtungen	antworteten	auf	der	Grundlage	von	vorgegebenen	Kategorien. 40 	Angeboten	von	Trägern	der	Migrationsdienste.
38	

72

2	Erhebung:	7.	Ergebnisse

Unter	den	23	angegebenen	Freizeitangeboten	dominieren	gesellige	Aktivitäten	wie	Tanz	und	Gesang,	 Feste	und	Veranstaltungen,	Aus�lüge	sowie	Kochen	und	Essen.	Auch	Angebote	zur	körperlichen	Bewegung	und	Entspannung	sind	zu	�inden.	Seltener	sind	Frauenarbeit,	Kunst	und	andere	Angebote.	Die	Verteilung	 der	Freizeitangebote	in	Migrantenselbstorganisationen	 und	 religiösen	 Zuwanderergemeinden	 gestaltet	sich	wie	folgt:

Grafik 3.7: Freizeitangebote
22%

4%4% 4% 9% 9% 9% 9%

17% 13%

Kulturelle	Angebote	in	Migrantenselbstorganisationen	und	religiösen	Zuwanderergemeinden	umfassen	 nach	Angaben	der	Befragten:		„das	Ausüben	der	eigenen	Kultur“	(3	Nennungen)	ebenso	wie	„interkulturelle	Arbeit“	(2	Nennungen),	darunter	die	Unterstützung	eines	Hilfsprojekts	im	Sudan.	Welche	Aktivitäten	unter	„allgemeine	Kulturarbeit“	(12	Nennungen)	fallen,	wurde	von	den	Organisationen	leider	nicht	 genauer	angegeben.

Tanz und Gesang (N = 5) Feste und Veranstaltungen (N = ) Entspannungskurse (N = 3) Essen und Kochen (N = 2) Sportkurse (N = 2) Freizeitgestaltung allgemein (N = 2) Frauenarbeit (N = 2) Ausflüge (N = 1) Kunst (N = 1) Anderes (N = 1)

Die	Angebote	im	Bereich	„Begegnung“	umfassen	Gesprächsrunden,	Treffpunkte	(11	Nennungen)	und	 Vorträge	(2	Nennungen),	die	auch	generationsübergreifend	ausgerichtet	sein	können	(2	Nennungen).	 Religiöse	 Aktivitäten	 beziehen	 sich	 mehrheitlich	 auf	 Gottesdienste	 (8	 Nennungen),	 aber	 auch	 Bibelunterricht	und	religiöse	Gesprächsrunden	(4	Nennungen)	sowie	allgemeine	religiöse	Aktivitäten	und	 Dienste	(2	Nennungen),	die	nicht	weiter	differenziert	wurden.	Bei	Bildungsangeboten	handelt	es	sich	 neben	zwei	allgemeinen	Bildungsangeboten,	die	inhaltlich	nicht	ausgeführt	wurden,	in	vier	Fällen	um	 Sprachkurse.	Je	eine	Nennung	ent�iel	auf	Fortbildungen	und	ein	Programm	gegen	Analphabetismus. Zur	Jugendarbeit	mit	insgesamt	8	Nennungen	gehören	Betreuungsangebote	für	Kinder	und	Jugendliche,	 Hausaufgabenhilfe	und	Freizeitangebote,	wie	z.	B.	eine	Kindertanzgruppe.	„Seniorenarbeit	und	P�lege“	 wird	in	einem	Fall	allgemein	genannt;	in	einem	anderen	Fall	wird	auf	das	Projekt	„MAPPA	–	Afrikanische	 Ältere	in	Bewegung“41	hingewiesen.	

Neben	allgemeinen	Angeboten,	die	Migrantenselbstorganisationen	und	religiöse	Zuwanderergemeinden	 machen,	 geben	 25	 Migrantenselbstorganisationen	 und	 religiöse	 Zuwanderergemeinden	 an,	 auch	 Menschen	 ab	 55	 Jahren	 gezielte	 Angebote	 zu	 machen.	 Unter	 den	 insgesamt	 154	 Angeboten	 dominiert	 die	 Freizeitgestaltung	(74	Nennungen),	z.	B.	mit	Aus�lügen,	Musik	und	Folklore,	Frühstückstreffen,	Festen,	 gemeinsamem	 Kochen	 und	 Essen,	 Sportangeboten,	 Singen,	 	 Tanzen	 und	 Lesetreffen.	 An	 zweiter	 Stelle	 stehen	Beratungs-	und	Unterstützungsangebote	(53	Nennungen),	darunter	Sozialberatung,	Renteninformationen,	Lebensberatung,	Gesundheits-	und	Ernährungsberatung,	Rechtsberatung,	Informationsveranstaltungen,	Unterstützung	bei	Behördengängen,	Fahr-	und	Bringdienste.	Weiterhin	gibt	es	Bildungsangebote	(16	Nennungen)	und	religiöse	Aktivitäten	(11	Nennungen).	Die	folgende	Gra�ik	zeigt	die	anteilige	 Zusammensetzung	der	Angebote,	die	sich	speziell	an	ältere	Migrantinnen	und	Migranten	richten:	
41

	Angeboten	von	Maisha	e.V.	

73

2	Erhebung:	7.	Ergebnisse

Grafik 3.8: Spezielle Angebote für ältere Migrantinnen und Migranten
10% 7% 48% 35% Freizeitangebote (N = 74) Beratungs- und Unterstützungsangebote (N = 53) Bildungsangebote (N = 16) Religiöse Aktivitäten (N = 11)

Nutzungsfrequenz	der	Angebote	durch	ältere	Migrantinnen	und	Migranten

Um	 die	 Nutzungsfrequenz	 ihrer	 Angebote	 durch	 Ältere	 zu	 erfassen,	 wurden	 Migrantenselbstorganisationen	und	religiöse	Zuwanderergemeinden	zunächst	gebeten,	den	Anteil	ihrer	Besucherinnen	und	 Besucher	ab	55	Jahren	zu	schätzen.	Nur	für	fünf	der	insgesamt	30	Organisationen,	für	die	uns	Antworten	 vorliegen,	machen	diese	die	Mehrheit	aus.	 Immerhin	sprachen	aber	17	Organisationen	davon,	dass	sich	ein	Viertel	bis	die	Hälfte	ihrer	Besucherinnen	und	Besucher	aus	Älteren	zusammensetzt,	wie	folgende	Gra�ik	zeigt:

Grafik 3.9: Anteil älterer Menschen an den Besucherinnen und Besuchern
5

50% und mehr 25 - 49% 10 - 24% Weniger als 10% Keine 0 2

17 6

Die	Organisationen	werden	mehrheitlich	einmal	pro	Woche	und	öfter	von	älteren	Menschen	aufgesucht;	 für	40%	gilt	dies	„hin	und	wieder“.	Anteilig	gestaltet	sich	die	Besuchsfrequenz	wie	folgt:

Grafik 3.10: Häufigkeit der Besuche von älteren Menschen
27% Hin und Wieder (N = 12)

40% 13%
20%

Täglich (N = 6) Mehrmals die Woche (N = 4) Einmal die Woche (N = 8)

Den	Antworten	zur	offenen	Frage,	in	welchen	Bereichen	nach	Ansicht	der	Mitglieder	von	Migrantenselbstorganisationen	und	religiösen	Zuwanderergemeinden	ein	Änderungsbedarf	in	der	Angebotsstruktur	 für	ältere	Menschen	besteht,	können	folgende	Anregungen	entnommen	werden: 74

2	Erhebung:	7.	Ergebnisse

Der	Wunsch	nach	einer	allgemeinen	Verbesserung	der	Situation	wurde	einmal	genannt;	zwei			Organisationen	betonten,	dass	ihre	Mitglieder	mit	der	aktuellen	Lage	zufrieden	seien. 7.3.3	Ansprache	älterer	Migrantinnen	und	Migranten

•	 eine	größere	Variation	der	Angebote,	die	z.	B.	auch	in	der	Muttersprache,	mit	größerer	Zwanglosigkeit,	kostengünstiger,	generationsübergreifend	oder	zielgruppenspezi�isch	erfolgen	sollten	(13	 Nennungen); •	 zusätzliche	Angebote	zur	Information,	 Beratung	 und	 Unterstützung,	 z.	 B.	 die	Hilfe	 bei	 Behördengängen	 oder	 ärztliche	 Versorgung,	 insbesondere	 das	 Angebot	 von	 Fahr-	 und	 Bringdiensten	 (11	 Nennungen); •	 der	Ausbau	der	Angebotspalette,	z.	B.	im	Hinblick	auf	Sportangebote,	Sprachkurse,	Feste	und	Veranstaltungen	sowie	kulturelle	Angebote	(9	Nennungen); •	 mehr	Integration	und	kulturelle	Öffnung	im	Sinne	von	Rücksicht	auf	Religion,	Transparenz	der	Vereine	und	mehr	Organisationen	mit	interkultureller	Öffnung	(5	Nennungen); •	 mehr	Räumlichkeiten	(3	Nennungen).	

Voraussetzung	für	die	Nutzung	der	Angebote	durch	ältere	Menschen	ist,	dass	von	den	Organisationen	 passende	Informationskanäle	genutzt	werden,	mit	denen	sie	Ältere	erreichen.	 Bei	der	Frage,	wie	ältere	Menschen	von	dem	Angebot	ihres	Vereins	erfahren,	war	unter	insgesamt	125	 Antworten	 Mundpropaganda	 am	 häu�igsten,	 sei	 es	 durch	 andere	 Vereinsmitglieder	 (27	 Nennungen)	 oder	durch	Angehörige	(19	Nennungen).	Von	Bedeutung	waren	auch	persönliche	Kontakte	zu	Älteren	 durch	die	Organisation	(21	Nennungen),	schriftliche	Informationen	durch	Medien	jeder	Art	(26	Nennungen)	und	Veranstaltungen	(17	Nennungen)	oder		Feste	(15	Nennungen).	Folgende	Gra�ik	gibt	einen	 Überblick	über	die	Häu�igkeit,	in	der	die	unterschiedlichen	Informationskanäle	genutzt	werden:

Grafik 3.11: Informationskanäle
22%

6% 17%

Andere Mitglieder der Organisation (N = 27) Familienmitglieder (N = 19) Feste (N = 15) Informationsveranstaltungen (N = 17) Internet bzw. Zeitung (N = 19) Persönlichen Kontakte (N = 21) Informationsmaterial oder Flyer (N = 7)

15% 14% 12%

15%

23	von	29	Organisationen	unternehmen	gezielte	Schritte,	damit	ältere	Menschen	ihre	Angebote	nutzen.	 In	der	Regel	geschieht	dies	durch	eine	seniorenspezi�ische	Ausrichtung	der	Angebote.	Drei	Organisationen	wiesen	darauf	hin,	dass	ein	rücksichtsvoller	Umgang	 mit	Älteren	wichtig	 sei,	und	jeweils	eine	 Organisation	setzt	auf	generationsübergreifende	Arbeit	und	Kooperation	mit	unterschiedlichen	Einrichtungen.	 Bei	der	Ansprache	älterer	Menschen	sollten	nach	Ansicht	der	befragten	Organisationen	spezi�ische	Themen	berücksichtigt	werden.	 75

2	Erhebung:	7.	Ergebnisse

Grafik 3.12: Ansätze für die Ansprache älterer Migrantinnen und Migranten
(Mehrfachnennungen möglich) Gesundheitsthemen Freizeitangebote Sprache Religion
Essen

22 20 18 15 12 12 6

Kostenlose Transportmöglichkeiten Anderes

Wichtig	sind,	wie	in	obiger	Gra�ik	dargestellt,	vor	allem	Gesundheitsthemen,	Freizeitangebote,	Themen	 im	Umfeld	von	Sprache	(z.	B.	Sprachkurse)	und	Religion;	nicht	unerheblich	sind	jedoch	auch	Essen	und	 kostenlose	Fahr-	und	Bringdienste.	In	die	Kategorie	„Anderes“	fallen	zielgruppenspezi�ische	Angebote	 wie	Fortbildungen	und	Informationsveranstaltungen	sowie	„lebensnahe“	und	kulturelle	Angebote. 7.3.4	Kooperation	mit	anderen	Organisationen Die	Erhebung	von	Kooperationsstrukturen	war	auch	Gegenstand	der	Befragung	von	Migrantenselbstorganisationen	und	religiösen	Zuwanderergemeinden.	 Die	Mehrheit	der	antwortenden	Organisationen	(29	von	33)	gab	an,	mit	anderen	Organisationen	zusammenzuarbeiten.	Hierzu	gehören	Vereine	und	Initiativen,	religiöse	Einrichtungen,	Behörden,	Wohlfahrtsverbände,	Beratungs-	und	Begegnungsstätten,	aber	auch	Kooperationspartner	aus	dem	Ausland. Die	folgende	Gra�ik	illustriert	die	Akteure	in	der	Kooperation	und	Vernetzung	von	Migrantenselbstorganisationen	und	religiösen	Zuwanderergemeinden	basierend	auf	87	Nennungen:

Grafik 3.13: Kooperationspartner
Migrantenvereine (N = 19)

3% 23% 9% 11%

22%
7% 24%

Seniorenbegegnungsstätten und -clubs (N = 6)
Religiöse Gemeinden und Institutionen (N = 21) Wohlfahrtsverbände (N = 10) Migrationsberatungsdienste (N = 8) Behörden der Stadt Frankfurt (N = 20)

Kooperationspartner aus dem Ausland (N = 3)

Die	Kontakte	zu	Kooperationspartnern	werden	häu�ig	zum	Austausch,	zur	Durchführung	von	Veranstaltungen,	zur	allgemeinen	Zusammenarbeit	und	Vernetzung	genutzt;	Finanzierung	und	Vermittlung	sind	 aber	ebenfalls	von	Bedeutung,	wie	folgende	Gra�ik	zeigt: 76

2	Erhebung:	7.	Ergebnisse

Grafik 3.14: Zweck der Kooperationsbeziehungen
(Mehrfachnennungen möglich) Austausch der Organisationen
Durchführung von Veranstaltungen

25 23 19 15 8 6

Allgemeine Zusammenarbeit Vernetzung Finanzierung Vermittlung

Knapp	zwei	Drittel	(19	von	31)	gaben	an,	andere	Organisationen,	Einrichtungen	oder	Vereine	mit	Angeboten	für	ältere	Migrantinnen	und	Migranten	zu	kennen.	Am	häu�igsten	wurde	in	diesem	Zusammenhang	 der	Caritasverband	Frankfurt	e.	V.	(10	Nennungen)	genannt,	gefolgt	vom	Frankfurter	Verband	für	Alten-	 und	Behindertenhilfe	e.	V.	und	der	Arbeiterwohlfahrt	Frankfurt	e.V.	(jeweils	4	Nennungen)	anderen	Wohlfahrtsverbänden,	dem	Jugend-	und	Sozialamt	sowie	dem	Gesundheitsamt		der	Stadt	Frankfurt	am	Main.	 Weiterhin	wurde	auf	das	Türkische	Volkshaus	e.V.,	die	katholische	Kirche	Frankfurt,	das	Internationale	 Familienzentrum	e.V.,	die	Beratungsstelle	für	ältere	Migrantinnen	und	Migranten	HIWA	des	Deutschen	 Roten	 Kreuz,	 der	 interkulturelle	 Seniorentreff	 OASI	 des	 Caritasverbandes	 Frankfurt	 e.V.,	 den	 Grünen	 Halbmond,	Berami	Beru�liche	Integration	e.V.,	Sport-	und	andere	Vereine	hingewiesen.	Zwölf	Organisationen	wissen	nichts	von	anderen	Trägern	mit	Angeboten	für	ältere	Migrantinnen	und	Migranten.	 7.3.5	Wünsche	und	Pläne In	einem	letzten	Abschnitt	des	Erhebungsbogens	konnten	die	Organisationen	die	allgemeine	Situation	 für	 ältere	 Migrantinnen	 und	 Migranten	 in	 Frankfurt	 am	 Main	 bewerten,	 Zukunftspläne	 äußern	 und,	 wenn	vorhanden,	ihren	Unterstützungsbedarf	bei	der	Umsetzung	der	Pläne	beschreiben.18	der	28	Organisationen	schätzen	die	aktuelle	Versorgungslage	älterer	Migrantinnen	und	Migranten	in	Frankfurt	als	 „mittelmäßig“	ein.	Jeweils	fünf	bewerten	sie	entweder	als	„gut“	oder	als	„schlecht“	bzw.	„sehr	schlecht“.	 Von	keiner	Organisation	wurde	sie	für	„sehr	gut“	befunden.

Zehn	Organisationen	planen,	ihre	Angebote	im	folgenden	Jahr	für	ältere	Menschen	zu	erweitern,	teilweise	auch	mit		generationsübergreifender	Ausrichtung.	In	Planung	sind	auch	mehr	Aus�lüge,	Treffpunkte	 und	Gesprächsrunden,	Beratungsangebote,		Informationsveranstaltungen,	Unterstützung	beim	Transport	sowie	Sprach-	und	Integrationskurse,	darunter	Programme	gegen	Analphabetismus. Die	Organisationen	formulieren	einen	erheblichen	Unterstützungsbedarf	bei	der	Umsetzung	der	Pläne:	 Hierzu	gehörten	Finanzierungshilfen	(13	Nennungen),	Mitarbeiter	und	Personal	(5	Nennungen),	Räume	 (3	Nennungen),	Informationen	und	Fortbildung	(2	Nennungen)	und	Einrichtung	von	Fahr-	und	Bringdiensten	(1	Nennung). 7.4	Vergleichende	Zusammenfassung	der	Ergebnisse	

Leitthemen	 der	 Erhebung	 waren	 Fragen	 zur	 interkulturellen	 Öffnung	 von	 Einrichtungen	 der	 Altenhilfe	und	Beratungsdiensten,	deren	Leistungen	von	älteren	Migrantinnen	und	Migranten	in	Anspruch	 77

2	Erhebung:	7.	Ergebnisse

genommen	werden.	Neben	Leistungen	im	Rahmen	der	allgemeinen	Angebotsstruktur	und	deren	Nutzung	durch	ältere	Migrantinnen	und	Migranten	wurden	auch	spezielle	Angebote	für	diese	Zielgruppe	 erhoben.	Schließlich	wurde	die	Vernetzung	zwischen	Einrichtungen,	deren	Angebote	für	die	Zielgruppe	 relevant	sind,	als	Indikator	dafür	betrachtet,	wie	eine	Öffnung	nach	außen	statt�indet;	auch	die	Bevorzugung	–	und	Vernachlässigung	–	möglicher	Netzwerkpartner	gibt	Hinweise	auf	Dynamiken	und	mögliche	 �lankierende	Maßnahmen. 7.4.1	Interkulturelle	Öffnung	von	Einrichtungen	im	Bereich	der	P�lege	und	der	offenen	Altenhilfe	 sowie	Migrationsdiensten Knapp	zwei	Drittel	der	Einrichtungen	der	offenen	Altenhilfe	und	Migrationsdienste	geben	an,	bereits	 praktische	 Maßnahmen	 zur	 interkulturellen	 Öffnung	 ergriffen	 zu	 haben,	 was	 sich	 vor	 allem	 dadurch	 erklärt,	dass	die	interkulturelle	Öffnung	für	Migrationsdienste	als	Arbeitsgrundlage	unverzichtbar	ist.	 Dies	gilt	jedoch,	wie	in	der	folgenden	Gra�ik	illustriert,	für	nur	weniger	als	die	Hälfte	der	P�legeeinrichtungen.	

Grafik 4.1: Wurden bereits praktische Maßnahmen zur interkulturellen Öffnung in Ihrer Einrichtung getroffen?
63% 59%

41%

37%

Ambulante und stationäre Pflegeeinrichtungen (N = 46) Einrichtungen der offenen Altenhilfe (N = 32) Migrationsdienste (N = 9)

Wenn	Maßnahmen	zur	interkulturellen	Öffnung	praktiziert	werden,	ist	dies	in	der	Regel	das	Ergebnis	einer	bewussten	Entscheidung,	wie	rund	70%	der	antwortenden	P�legeeinrichtungen	und	Einrichtungen	 der	offenen	Altenhilfe	sowie	alle	Migrationsdienste	bestätigen.	In	den	verbleibenden	Einrichtungen	hat	 sich	interkulturelle	Öffnung	selbstläu�ig	im	Zuge	der	praktischen	Arbeit	entwickelt. Die	Entscheidung	zur	interkulturellen	Öffnung	wurde,	bei	Einrichtungen	im	P�legebereich	noch	stärker	 als	in	der	offenen	Altenhilfe	und	bei	Migrationsdiensten	auf	der	Leitungs-	und	Verbandsebene	getroffen.	 Trotzdem	spielen	auch	die	Bedürfnisse	der	Kundinnen	und	Kunden	und	Vorschläge	seitens	des	Personals	in	diesem	Prozess	bei	allen	Einrichtungstypen	eine	wichtige	Rolle.	 Alle	 Komponenten	 zusammen	 sind,	 wie	 die	 untenstehende	 Gra�ik	 zeigt,	 treibende	 Kräfte	 für	 die	 Entscheidung	zur	interkulturellen	Öffnung.

Ja

Nein

78

2	Erhebung:	7.	Ergebnisse

Wo	interkulturelle	Öffnung	praktiziert	wird,	ist	diese	in	der	Regel	im	Leitbild	der	Einrichtungen	verankert:	82%	der	P�legeeinrichtungen,	93%	der	Einrichtungen	der	offenen	Altenhilfe	und	alle	Migrationsdienste	bestätigten	dies.

Interkulturelle	 Öffnung	 wird	 erleichtert,	 wenn	 Einrichtungen,	 die	 ihre	 Bereitschaft	 hierfür	 zum	 Ausdruck	bringen,	externe	Unterstützung	erfahren,	sei	es	�inanziell	oder	durch	externe	Beratung.	In	diesem	 Zusammenhang	scheint	es	Einrichtungen	der	offenen	Altenhilfe	und	Migrationsdiensten	leichter	zu	fallen,	diese	Unterstützung	zu	suchen	und	zu	erhalten.	Einrichtungen	im	Bereich	der	P�lege	haben	hier,	wie	 der	folgenden	Gra�ik	zu	entnehmen	ist,	einen	offensichtlichen	Nachholbedarf.

Dort,	wo	noch	keine	interkulturelle	Öffnung	praktiziert	wird,	kann	diese	bereits	geplant	sein	und	unmittelbar	vor	der	Umsetzung	stehen.	Während	die	Hälfte	der	Einrichtungen	der	offenen	Altenhilfe	und	Migrationsdienste	die	Frage	nach	entsprechenden	Plänen	bejaht,	ist	dies	bei	81%	der	P�legeeinrichtungen	 nicht	der	Fall.	Die	folgende	Gra�ik	illustriert	die	Verteilung	zwischen	den	beiden	Einrichtungstypen: 79

2	Erhebung:	7.	Ergebnisse

Grafik 4.4: Planen Sie eine interkulturelle Öffnung für Ihre Einrichtung?
81% Ambulante und stationäre Pflegeeinrichtungen (N = 21) Einrichtungen der offenen Altenhilfe (N = 12) Migrationsdienste (N = 0) Ja Nein

50%

50%

19%

Wo	interkulturelle	Öffnung	praktiziert	wird,	unterscheiden	sich	die	Maßnahmen,	mit	denen	sie	unterstützt	wird,	nach	Einrichtungstypen: •	 40%	der	P�legeeinrichtungen,	21%	der	Einrichtungen	der	offenen	Altenhilfe	und	89%	der	Migrationsdienste	bieten	ihrem	Personal	Quali�izierung	zum	Thema	„Interkulturelle	Kompetenz“	an. •	 23%	der	P�legeeinrichtungen,	25%	der	Einrichtungen	der	offenen	Altenhilfe	und	38%	der	Migrationsdienste	 führen	 Informationsveranstaltungen	 zum	 Thema	 „Arbeit	 in	 multikulturellen	 Teams“	 durch. •	 In	41%	der	P�legeeinrichtungen,	22%	der	Einrichtungen	der	offenen	Altenhilfe	und	63%	der	Migrationsdienste	gibt	es	unterstützende	Maßnahmen	für	die	Teams,	die	interkulturelle	Öffnung	zu	 re�lektieren.

Ein	deutlicher	Unterschied	besteht	bei	Mitarbeiterinnen	und	Mitarbeitern,	die	gezielt	für	die	Arbeit	mit	 Migrantinnen	und	Migranten	eingestellt	wurden;	diese	�inden	sich	in	nur	20%	der	P�legeeinrichtungen,	 in	33%	der	Einrichtungen	der	offenen	Altenhilfe	und	90%	der	Migrationsdienste. Mit	Blick	auf	die	Zielgruppe	der	älteren	Migrantinnen	und	Migranten	werden	von	Einrichtungen	etliche	 Vorkehrungen	 getroffen,	 die	 ihnen	 die	 freie	 Religionsausübung	 ermöglichen.	 Hierzu	 gehören,	 in	 der	 Rangfolge	der	Häu�igkeit	der	Nennungen,	die	Wahrung	von	Neutralität,	die	Anpassung	des	Speiseplans,	 Unterstützung	bei	der	Kontaktherstellung	von	Glaubensgemeinschaften,	Feiern	der	Feste	der	Weltreligionen,	Unterstützung	bei	religiösen	Aktivitäten	und	Festen,	seelsorgerische	Betreuung	und	die	Bereitstellung	 von	Räumlichkeiten.	Ambulante	und	 stationäre	 P�legeeinrichtungen	übertreffen	 als	 Anbieter	 eines	Wohnumfelds	für	ältere	Menschen	in	der	Häu�igkeit	der	Nennungen	die	Einrichtungen	der	offenen	 Altenhilfe	und	Migrationsdienste,	die	in	der	Regel	nur	punktuelle	Angebote	machen.	

80

2	Erhebung:	7.	Ergebnisse

Zur	Erfassung	der	Angebotsnutzung	durch	ältere	Migrantinnen	und	Migranten	wurde	die	Skalierung	zur	 Nutzungsfrequenz	von	Leistungen	aus	der	allgemeinen	Angebotsstruktur	quanti�iziert	(sehr	niedrig	=	1,	 sehr	hoch	=	5),	um	auf	dieser	Grundlage	die	jeweiligen	arithmetischen	Mittelwerte	für	P�legeeinrichtungen,	Einrichtungen	der	offenen	Altenhilfe	und	Migrationsdienste	zu	berechnen. Die	Ergebnisse	dieses	Vergleichs	werden	in	der	folgenden	Gra�ik	illustriert:

Grafik 4.6: Nutzungsfrequenz bei allgemeinen Angeboten der Einrichtungen durch ältere Migrantinnen und Migranten
(1 = sehr niedrig, 5 = sehr hoch) Angebote von ambulanten und stationären Pflegeeinrichtungen (N = 227) Angebote von Einrichtungen der offenen Altenhilfe (N = 180) Angebote von Migrationsdiensten (N =141) Nutzungsfrequenz

5 4 3 2
1

Ø 3,7 Ø 2,6 Ø 2,2

0

Angebote	von	Migrationsdiensten	werden,	wie	die	obige	Gra�ik	zeigt,	erwartungsgemäß	von	älteren	Migrantinnen	und	Migranten	in	hohem	Maße	genutzt,	während	Angebote	von	Einrichtungen	der	offenen	 Altenhilfe,	die	nicht	primär	auf	ältere	Migrantinnen	und	Migranten	ausgerichtet	sind,	deutlich	schlechter	abschneiden.	 P�legeeinrichtungen	erzielen	in	der	Angebotsnutzung	durch	ältere	Migrantinnen	und	Migranten	etwas	 bessere	Ergebnisse,	so	dass	die	Annahme	gewagt	werden	kann,	dass	interkulturelle	Öffnung	in	einer	 Situation	 des	 akuten	 Hilfe-	 und	 Unterstützungsbedarfs	 kein	 vorrangiges	 Kriterium	 für	 die	 Auswahl	 der	 Einrichtung	 ist.	 Fraglich	 ist	 auch,	 ob	 ältere	 Migrantinnen	 und	 Migranten	 ausreichend	 über	 die	 81

2	Erhebung:	7.	Ergebnisse

unterschiedlichen	 Angebote	 der	 Altenhilfe	 informiert	 sind,	 so	 dass	 sie	 diesen	 Aspekt	 als	 Kundinnen	 und	Kunden	in	ihre	Entscheidung	einbeziehen	können	und	sollten.	Hinzu	kommt,	dass	Angebote	von	 ambulanten	und	stationären	P�legeeinrichtungen	in	so	hohem	Maße	in	Anspruch	genommen	werden,	 dass	„fehlender	Anlass“	als	häu�igster	Grund	genannt	wurde,	warum	ältere	Migrantinnen	und	Migranten	 nicht	gezielt	angesprochen	werden.	

Diese	 Ergebnisse	 korrespondieren	 mit	 der	 Einschätzung	 der	 allgemeinen	 Versorgungslage	 älterer	 Migrantinnen	 und	 Migranten	 in	 Frankfurt	 am	 Main,	 die	 bei	 Einrichtungen	 der	 ambulanten	 und	 stationären	P�lege	positiver	ausfällt	als	bei	anderen	Einrichtungen,	die	sich	in	ihrer	skeptischeren	Haltung	 weitgehend	einig	sind.	Besonders	die	befragten	Migrationsdienste	schätzen	die	Lage	kritischer	ein	und	 betrachten	die	Versorgungssituation,	als	„mittelmäßig“	bis	„schlecht“.	 Insgesamt	 wird,	 wie	 untenstehende	 Gra�ik	 zeigt,	 die	 Versorgungssituation	 älterer	 Migrantinnen	 und	 Migranten	von	der	überwiegenden	Mehrheit	der	Einrichtungen	als	„mittelmäßig“	eingeschätzt.

	7.4.2	Kooperation	und	Vernetzung

Die	überwiegende	Mehrheit	der	Organisationen,	die	sich	an	der	Erhebung	beteiligt	haben,	p�legt	aktive	 Kooperationsbeziehungen.	 Den	 höchsten	 Vernetzungsanteil	 haben	 die	 befragten	 Migrationsdienste;	 alle	bestätigen,	dass	sie	mit	anderen	Organisationen	zusammenarbeiten.	Bei	Einrichtungen	der	offenen	 Altenhilfe	sowie	Migrantenselbstorganisationen	und	religiösen	Zuwanderergemeinden	gilt	dies	für	jeweils	88%	und	bei	P�legeeinrichtungen	für	76%.	Nur	wenige	Einrichtungen	und	Organisationen	gaben	 an,	überhaupt	nicht	mit	anderen	Einrichtungen	zu	kooperieren. Die	Entscheidung	für	eine	interkulturelle	Öffnung	ist	in	vielen	Fällen	zugleich	eine	Chance	für	intensivere	Vernetzung.	 P�legeeinrichtungen	sprachen	jedoch	mehrheitlich	davon,	dass	sich	aufgrund	der	Entscheidung	zur	interkulturellen	Öffnung	keine	neuen	Vernetzungen	mit	Altenhilfeträgern,	Migrantenselbstorganisationen	 bzw.	Migrationsdiensten	entwickelt	haben;	das	Gegenteil	ist	bei	Einrichtungen	der	offenen	Altenhilfe	 und	Migrationsdiensten	der	Fall: 82

2	Erhebung:	7.	Ergebnisse

Die	drei	jeweils	häu�igsten	Kooperationspartner	in	der	derzeitigen	Vernetzungsstruktur	der	Befragten	 wurden	von	den	unterschiedlichen	Organisationstypen	wie	folgt	angegeben: Einrichtungen	der	ambulanten	und	stationären	P�lege:	 •	 Behörden	der	Stadt	Frankfurt	am	Main	(23	Nennungen) 	 ∘	 Wohlfahrtsverbände	(18	Nennungen) 	 ∘	 Religiöse	Gemeinden		(16	Nennungen) •	 	 	 	 •	 	 	 	 Einrichtungen	der	offenen	Altenhilfe	und	Migrationsdienste:	 ∘	 Behörden	der	Stadt	Frankfurt	am	Main	(23	Nennungen) ∘	 Wohlfahrtsverbände	(22	Nennungen) ∘	 Seniorenbegegnungsstätten	und		-clubs	(19	Nennungen)

Behörden	der	Stadt	Frankfurt	am	Main	und	Wohlfahrtsverbände	sind	für	alle	Organisationstypen	ein	 wichtiger	 Ansprechpartner.	 P�legeeinrichtungen	 haben	 darüber	 hinaus	 erwartungsgemäß	 häu�ig	 Beziehungen	zur	Kirche,	Einrichtungen	der	offenen	Altenhilfe	zu	Seniorenbegegnungsstätten	und	-clubs,	 Migrantenselbstorganisationen	und	religiöse	Zuwanderergemeinden	zu	religiösen	Gemeinden	und	Institutionen.		 Aber	auch	andere	Kooperationsbeziehungen	werden,	wenn	auch	in	geringerem	Ausmaß,	gep�legt.	Wie	 die	gra�ische	Übersicht	zu	Vernetzungsstrukturen	zeigt,	gehören	hierzu	insbesondere	die	Kooperation	 von	Einrichtungen	der	offenen	Altenhilfe	mit	Migrationsdiensten	und	Migrantenvereinen	und	die	Kooperation	 von	 P�legeeinrichtungen	 mit	 Einrichtungen	 der	 offenen	 Altenhilfe	 und	 Migrationsdiensten.	 Vergleichsweise	häu�ig	wurden	von	Einrichtungen	der	ambulanten	und	stationären	P�lege	andere	Kooperationspartner	angegeben,	die	nicht	den	vorgegebenen	Antwortkategorien	zuordenbar	waren.	Dabei	 83

Migrantenselbstorganisationen	und	religiöse	Zuwanderergemeinden: ∘	 Religiöse	Gemeinden	(21	Nennungen) ∘	 Behörden	der	Stadt	Frankfurt	am	Main	(20	Nennungen) ∘	 Wohlfahrtsverbände	(19	Nennungen)

2	Erhebung:	7.	Ergebnisse

handelte	es	sich	häu�ig	um	Einrichtungen	im	Gesundheitsbereich	(Krankenhäuser,	andere	P�legeeinrichtungen	etc.),	aber	auch	um	quartiersbezogene	Vereine,	insbesondere	im	Bereich	Sport	und	Bewegung.	

Grafik 4.14: Mit welchen anderen Einrichtungen, Organisationen oder Vereinen arbeiten Sie zusammen?
62% 71% 66% 28% 21% 29% 17% 32% 34% 45%
79% 74% 69%

Wohlfahrtsverbände Seniorenclubs und Begegnung Religionsgemeinden
Migrantenvereine

61% 55% 72%

Ambulante und stationäre Pflegeeinrichtungen (N = 29)

Einrichtungen der offenen Altenhilfe (N = 21) Migrationsdienste (N = 10)

Migrationsberatungsdienste Behörden der Stadt Frankfurt Anderes

24% 28%

Zusammenfassend	 lässt	 sich	 festhalten,	 dass	 die	 Vernetzung	 von	 P�legeeinrichtungen	 weniger	 ausgeprägt	ist	als	bei	den	anderen	Organisationen	und	Chancen	für	neue	Kontakte	und	Kooperationsbeziehungen,	die	sich	im	Zuge	der	interkulturellen	Öffnung	z.	B.	durch	die	Teilnahme	an	Arbeitskreisen	oder	 die	Mitwirkung	in	Gremien	ergeben,	von	ihnen	seltener	genutzt	werden.	

10%

26%

48%

Migrantenselbstorganisation en und religiöse Zuwanderergemeinden (N = 29)

84

2	Erhebung:	8.	Resümee	und	Schlussfolgerungen

8.	Resümee	und	Schlussfolgerungen	

Hinsichtlich	der	eingangs	gestellten	Leitfragen	konnte	die	Erhebung	neue	Erkenntnisse	zur	Angebotsstruktur	in	Einrichtungen	der	Altenhilfe	in	Frankfurt	am	Main	für	ältere	Migrantinnen	und	Migranten	 und	deren	Nutzung	generieren.	Zudem	wurde	gezeigt,	welche	Angebote	bei	Migrantenselbstorganisationen	und	religiösen	Zuwanderergemeinden	existieren	und	Aussagen	über	die	Vernetzung	der	für	ältere	 Migrantinnen	und	Migranten	relevanten	Organisationen	getroffen	werden.	Aus	der	Einschätzung	der	Einrichtungen	über	die	Versorgungslage	älterer	Menschen	mit	Migrationshintergrund	konnten	Herausforderungen	und	Schlussfolgerungen	für	künftig	sinnvolle	Maßnahmen	abgeleitet	werden.	Nicht	abschließend	 geklärt	werden	konnte	die	Frage,	inwiefern	ein	Zusammenhang	zwischen	Maßnahmen	zur	interkulturellen	Öffnung	und	der	Nutzung	der	Angebote	durch	ältere	Migrantinnen	und	Migranten	besteht.	 Im	vorliegenden	Kapitel	sollen	zunächst	die	wichtigsten	Ergebnisse	zusammengefasst	werden.	Hierauf	 au�bauend	werden	Wünsche	und	Empfehlungen	der	Befragten	selbst,	die	für	die	weiterführende	Diskussion	relevant	sind,	zusammengestellt	und	mögliche	künftige	Maßnahmen	skizziert.	 8.1	Prozess	der	interkulturellen	Öffnung	in	den	befragten	Organisationen Ambulante	und	stationäre	Einrichtungen	im	Bereich	der	P�lege

Die	befragten	ambulanten	und	stationären	Einrichtungen	im	Bereich	der	P�lege	beschränken	sich	häu�ig	 nicht	nur	auf	p�legerische	Aufgaben,	sondern	betreiben	auch	andere	Dienste,	wie	z.	B.	im	Beratungsbereich.	P�legeeinrichtungen	werden	hauptsächlich	von	Bewohnerinnen	und	Bewohnern	des	eigenen	 Stadtteils	genutzt	oder	sind	auf	einen	relativ	großen	Einzugsbereich	ausgerichtet.42	Zum	Stand	der	interkulturellen	Öffnung	in	P�legeeinrichtungen	lassen	sich	folgende	Ergebnisse	zusammenfassen: •	 Zielgruppenorientierung:	Migrantinnen	und	Migranten	sind	zwar	nicht	die	Hauptzielgruppe	der	befragten	P�legeeinrichtungen,	stellen	aber	auch	einen	Teil	ihrer	Klientel:	Fast	alle	Einrichtungen,	von	 denen	uns	Antworten	vorliegen,	werden	auch	von	älteren	Migrantinnen	und	Migranten	genutzt;	in	 70%	der	Fälle	stellen	ältere	Migrantinnen	und	Migranten	aber	nur	weniger	als	10%	der	Klientel.	 •	 Personelle	Ausstattung:	Die	angespannte	Personalsituation	im	P�legesektor	führt	zu	einer	erhöhten	 Beschäftigung	von	Personal	mit	Migrationshintergrund.	Allerdings	liegt	die	Zahl	der	fest	angestellten	Migrantinnen	und	Migranten	nach	Einschätzungen	der	befragten	Einrichtungen	eher	im	niedrigen	Bereich.	Über	die	Hälfte	der	befragten	P�legeeinrichtungen	beschäftigt	keine	Ehrenamtlichen.	 Alle	 Einrichtungen,	 die	 Ehrenamtliche	 beschäftigen,	 gaben	 aber	 im	 Durchschnitt	 an,	 dass	 zwölf	 Ehrenamtliche	für	sie	tätig	sind,	hierunter	ein	Viertel	mit	Migrationshintergrund.				 •	 Angebotsnutzung:	Der	überwiegende	Anteil	der	von	älteren	Migrantinnen	und	Migranten	genutzten	 Regelangebote	von	P�legeeinrichtungen	bezieht	sich	auf	P�lege	und	Betreuung,	aber	auch	Beratung,	 Unterstützung	und	Freizeitgestaltung.	Einrichtungen	mit	speziellen	Angeboten	für	diese	Zielgruppe	 bieten	 mehrsprachiges	 Informationsmaterial	 bzw.	 machen	 Beratungsangebote	 in	 verschiedenen	 Sprachen.	Einrichtungen,	die	für	Migrantinnen	und	Migranten	keine	speziellen	Angebote	entwickelt	 haben,	begründen	dies	in	erster	Linie	mit	fehlendem	Bedarf	oder	fehlender	Zeit.		Andere,	wenn	auch	 seltener	angegebene	Gründe	waren	kein	Geld,	kein	Personal,	keine	Idee	und	kein	Interesse.
	Aufgrund	der	Anonymität	der	Befragung	kann	hier	jedoch	nicht	zwischen	stationären	und	ambulanten	P�legeeinrichtungen	 unterschieden	werden.
42

85

2	Erhebung:	8.	Resümee	und	Schlussfolgerungen

Einrichtungen	der	offenen	Altenhilfe	und	Migrationsdienste

•	 Maßnahmen	 zur	 interkulturellen	 Öffnung:	 Knapp	 ein	 Fünftel	 aller	 befragten	 P�legeeinrichtungen	 gibt	an,	sich	bewusst	für	eine	interkulturelle	Öffnung	entschieden	zu	haben.	18	Einrichtungen	veranstalten	Fort-	und	Weiterbildungen	zum	Thema	„Interkulturelle	Kompetenz“	für	ihr	Personal	und	 führen	unterstützende	Maßnahmen	durch,	die	dem	Team	dabei	helfen,	interkulturelle	Öffnung	zu	 re�lektieren.	Hierzu	gehören	vor	allem	Fortbildung	und	Schulung	sowie	Supervision	und	Re�lektion,	 aber	auch	kollegiale	Beratung	in	Teamsitzungen,	Gespräche	mit	Patienten	und	die	Förderung	von	 Kontakten	 zu	 landesspezi�ischen	 Gruppen.	 Zehn	 Einrichtungen	 organisieren	 Informationsveranstaltungen	oder	Fortbildungen	zum	Thema	„Arbeit	in	multikulturellen	Teams“.	 •	 Pläne	zur	Erweiterung	ihres	Angebots	für	ältere	Migrantinnen	und	Migranten:	Diese	wurden	von	 gut	 einem	Viertel	 der	befragten	Einrichtungen	 genannt.	 Konkret	 fallen	 hierunter	 die	 Einrichtung	 von	Wohngemeinschaften,	mehrsprachiges	Informationsmaterial	und	Personal,	gezielte	Beratungsangebote,	Informationsveranstaltungen,	Mitarbeiterschulungen	und	zusätzliche	Angebote	im	Bereich	Betreuung,	Freizeit	und	Tagesp�lege.	

Bei	 Einrichtungen	 der	 offenen	 Altenhilfe	 und	 Migrationsdiensten	 wurde	 partiell	 eine	 getrennte	 Auswertung	vorgenommen.	Auch	sie	werden	in	der	Regel	entweder	von	Bewohnerinnen	und	Bewohnern	 des	eigenen	Stadtteils	genutzt	oder	haben	einen	Einzugsbereich,	der	sich	über	mehr	als	vier	Stadtteile	 erstreckt.	Zum	Stand	der	interkulturellen	Öffnung	liegen	folgende	Ergebnisse	vor: •	 Zielgruppenorientierung:	 Die	 überwiegende	 Mehrheit	 der	 Einrichtungen	 wird	 auch	 von	 älteren	 Migrantinnen	 und	 Migranten	 im	 Alter	 zwischen	 56	 und	 75	 Jahren	 aufgesucht.	 Nur	 wenige	 Besucherinnen	und	Besucher	sind	jünger	oder	älter.	Migrantinnen	und	Migranten	stellen	nur	in	einer	 Einrichtung	der	offenen	Altenhilfe	die	vorrangige	Klientel.	 •	 Personelle	Ausstattung:	Der	Anteil	des	Personals	mit	Migrationshintergrund	unterscheidet	sich	in	 Einrichtungen	der	offenen	Altenhilfe	und	Migrationsdiensten	sehr.	Vor	allem	die	Migrationsdienste	 berichteten	 davon,	 dass	 sich	 ihr	 Personal	 mehrheitlich	 aus	 Personen	 mit	 Migrationshintergrund	 zusammensetzt;	 bei	 zwei	 Dritteln	 der	 befragten	 Einrichtungen	 der	 offenen	 Altenhilfe	 liegt	 der	 Prozentsatz	unter	10%.	Ein	gutes	Drittel	der	befragten	Einrichtungen	der	offenen	Altenhilfe	und	 Migrationsdienste,	 also	 deutlich	 weniger	 als	 P�legeeinrichtungen,	 hat	 keine	 Ehrenamtlichen.	 Einrichtungen,	die	Ehrenamtliche	einsetzen,	haben	im	Durchschnitt	zehn	freiwillige	Helferinnen	und	 Helfer.	 Über	 zwei	 Drittel	 dieser	 Ehrenamtlichen	 hat	 einen	 Migrationshintergrund.	 Darunter	 sind	 auch	ältere	Migrantinnen	und	Migranten	aktiv,	wobei	die	Hälfte	der	älteren	Ehrenamtlichen	für	Migrationsdienste	eingesetzt	wird. •	 Angebotsnutzung:	 Leistungen	 aus	 der	 allgemeinen	 Angebotspalette	 der	 befragten	 Einrichtungen	 der	offenen	Altenhilfe	und	Migrationsdiensten,	die	auch	von	älteren	Migrantinnen	und	Migranten	 genutzt	werden,	sind	vor	allem	Freizeit-	und	Bildungsangebote.	Neben	der	Nutzung	dieser	allgemeinen	Angebote	wurde	von	insgesamt	157	speziellen	Angeboten	für	ältere	Migrantinnen	und	Migranten	berichtet,	meist	in	den	Bereichen	Freizeitgestaltung,	Beratung	und	Unterstützung.	Drei	Viertel	 der	Angebote	werden	von	den	Migrationsdiensten	organisiert.	Die	Einrichtungen,	die	für	Migrantinnen	und	Migranten	keine	speziellen	Angebote	entwickelt	haben,	nennen	als	Gründe	hierfür	vor	 allem	„keinen	Bedarf“,	„keine	Zeit“,	„kein	Personal“	und	„kein	Geld“;	vergleichsweise	selten	liegen	 die	Gründe	in	fehlenden	Ideen,	mangelndem	Interesse	oder	in	nicht	vorhandenen	Quali�izierungsangeboten. 86

2	Erhebung:	8.	Resümee	und	Schlussfolgerungen

Migrantenorganisationen	und	religiöse	Zuwanderergemeinden

•	 Maßnahmen	zur	interkulturellen	Öffnung:	Mehr	als	die	Hälfte	der	befragten	Einrichtungen	-	einschließlich	 neun	 Migrationsdiensten	 -	 bestätigt,	 dass	 sie	 bereits	 praktische	 Maßnahmen	 zur	 interkulturellen	 Öffnung	 und	 Kultursensibilität	 getroffen	 haben.	 Zu	 den	 bereits	 umgesetzten	 Maßnahmen	gehören	die	Information	und	Quali�izierung	zum	Thema	„Interkulturelle	Kompetenz“	und	 „Arbeit	in	multikulturellen	Teams“	in	beiden	Einrichtungstypen.	Teamsitzungen	und	multikulturelle	 Gespräche	sind	weiterhin	in	Einrichtungen	der	offenen	Altenhilfe	verbreitet,	während	Supervision	 und	Re�lexion	in	Migrationsdiensten	erfolgen. •	 Pläne	 zur	 Erweiterung	 des	 Angebots	 für	 ältere	 Migrantinnen	 und	 Migranten:	 Fast	 die	 Hälfte	 der	 befragten	Einrichtungen	nannte	Pläne	zur	Erweiterung	ihres	Angebots	für	ältere	Migrantinnen	und	 Migranten.	Von	den	zwölf	Einrichtungen,	die	noch	keine	interkulturelle	Öffnung	betreiben,	wollen	 sechs	Einrichtungen	in	Zukunft	entsprechende	Maßnahmen	umsetzen.

Häu�iger	 als	 mit	 den	 Begriffen	 „Migrantenselbstorganisation“	 oder	 „religiöse	 Zuwanderergemeinde“	 wird	das	Selbstverständnis	der	befragten	Organisationen	mit	„Kulturverein“	erfasst.	Die	Anzahl	ihrer	 Mitglieder	variiert	stark;	der	mittlere	Wert	liegt	bei	120.	Die	Mitglieder	kommen	meist	aus	ganz	Frankfurt,	oft	auch	aus	anderen	Städten.	Aufgrund	ihrer	Spezialisierung	auf	religiöse	Gemeinschaften	oder	 Herkunftsgruppen	spielt	die	direkte	Nachbarschaft	eine	geringere	Rolle	hinsichtlich	ihres	Einzugsgebiets.	Hinsichtlich	ihrer	derzeitigen	Rolle	in	der	Bereicherung	der	Angebotsstruktur	für	ältere	Migrantinnen	und	Migranten	in	Frankfurt	am	Main	liegen	folgende	Ergebnisse	vor: •	 Zielgruppenorientierung:	 Die	 Zusammensetzung	 der	 Mitglieder	 ist	 vorwiegend	 generationsübergreifend.	Bei	über	der	Hälfte	der	Organisationen	machen	Besucherinnen	und	Besuchern	über	55	 Jahren	25	bis	50%	aus. •	 Personelle	Ausstattung:	Jede	dritte	befragte	Migrantenselbstorganisationen	bzw.	religiösen	Zuwanderergemeinden	hat	kein	fest	angestelltes	Personal,	arbeitet	also	auf	rein	ehrenamtlicher	Basis;	bei	 den	verbleibenden	Organisationen	variieren	die	Angaben	zwischen	einer	und	300	Personen. •	 Angebotsnutzung:	 	 Die	 befragten	 Migrantenselbstorganisationen	 und	 religiösen	 Zuwanderergemeinden	sind	allgemein	in	erster	Linie	in	den	Bereichen	Beratung	und	Unterstützung,	Freizeitgestaltung	und	kulturelle	Arbeit	tätig.	Unter	den	insgesamt	154	speziellen	Angeboten	für	Mitglieder	 ab	 55	 Jahren	 dominieren	 Freizeit-,	 Beratungs-,	 Unterstützungsangebote	 und	 Bildungsangebote	 sowie	religiöse	Aktivitäten.	Zehn	Organisationen	planen,	ihre	Angebote	im	folgenden	Jahr	für	ältere	 Menschen	zu	erweitern,	teilweise	auch	mit	generationsübergreifender	Ausrichtung. •	 Pläne	zur	Erweiterung	des	Angebots:	Ein	knappes	Drittel	der	Organisationen	planen,	ihre	Angebote	 im	folgenden	Jahr	für	ältere	Menschen	zu	erweitern.	 8.2	Anregungen	und	Empfehlungen Aus	den	oben	genannten	Ergebnissen	geht	hervor,	dass	sich	neben	den	Migrationsdiensten	auch	viele	 Einrichtungen	der	ambulanten	und	stationären	P�lege	sowie	der	offenen	Altenhilfe	mit	dem	Thema	interkulturelle	 Öffnung	 beschäftigen.	 Zudem	 werden	 zahlreiche	 Anstrengungen	 erkennbar,	 die	 Bedarfe	 älterer	Migrantinnen	und	Migranten	zu	berücksichtigen.	Beeindruckend	ist	auch	das	Ausmaß,	in	dem	 Migrantenselbstorganisationen	und	religiöse	Zuwanderergemeinden	auf	Wünsche	und	Interessen	ihrer	 älteren	Mitglieder	reagieren	und		entsprechende	Angebote	ausbauen. 87

2	Erhebung:	8.	Resümee	und	Schlussfolgerungen

Dennoch	bietet	eine	Versorgungslage,	die	von	den	befragten	Einrichtungen,	Vereinen	und	Gemeinden	 mehrheitlich	als	„mittelmäßig“	beurteilt	wird,	deutliches	Verbesserungspotenzial.	Im	Folgenden	werden	Anregungen	zusammengetragen,	die	von	den	Adressaten	der	Erhebung	genannt	wurden.	Im	letzten	 Schritt	werden	eigene	Schlussfolgerungen	für	mögliche	Maßnahmen	gezogen	und	aufgeführt.	 Die	befragten	Einrichtungen	aus	den	Bereichen	P�lege,	offene	Altenhilfe	und	Migrationsdienste	sind	sich	 einig,	dass	Kooperation	und	Vernetzung	Schlüsselaspekte	in	der	Erhöhung	der	Nutzungsfrequenz	sind.	 Hierzu	gehört	insbesondere	die	Zusammenarbeit	mit	Wohlfahrtsverbänden,	Beratungsstellen,	Migranten-Communities,	Migrantenselbstorganisationen	und	mehrsprachigen	Ärzten. Praktische	Hinweise	beziehen	sich	sowohl	auf	die	„Bringschuld“	der	Einrichtungen	als	auch	auf	die	Förderung	von	Eigeninitiative: •	 multikulturelle	Teams	und	mehrsprachiges	Personal, •	 nahräumige	Angebote, •	 muttersprachliche	Angebote,	 •	 Sprachkurse, •	 gemeinsame	Angebote	für	Menschen	mit	und	ohne	Migrationshintergrund, •	 gezielte	Informationsveranstaltungen, •	 mehrsprachiges	Informationsmaterial, •	 aufsuchende	Arbeit, •	 der	Einsatz	von	Multiplikatorinnen	und	Multipliktoren, •	 die	Zusammenarbeit	mit	Netzwerken, •	 die	Etablierung	einer	Willkommenskultur, •	 die	Förderung	der	Selbsthilfe.

Migrantenselbstorganisationen	 und	 religiöse	 Zuwanderergemeinden	 weisen	 darüber	 hinaus	 darauf	 hin,	dass	Angebote	für	ältere	Migrantinnen	und	Migranten	kostengünstig,	generationsübergreifend	und	 zielgruppenspezi�isch	 ausgerichtet	 sein	 sollten	 und	 zusätzliche	 Angebote	 zur	 Information,	 Beratung	 und	Unterstützung,	wie	beispielsweise	zur	Hilfe	bei	Behördengängen	oder	ärztlichen	Versorgung	und	 Angebote	von	Fahr-	und	Bringdiensten,	zu	schaffen	wären.

Alle	befragten	Einrichtungen	sowie	die	Migrantenselbstorganisationen	und	religiösen	Zuwanderergemeinden	formulieren		einen	erheblichen	Unterstützungsbedarf.	Dieser	bezieht	sich	vor	allem	auf	Ressourcen,	wie	Personal	und	Räumlichkeiten	sowie	Finanzierungshilfen	generell.	Aber	auch	Information,	 Beratung	und	Fortbildung	wären	willkommen.	Das	Fehlen	von	Übersetzerinnen	und	Übersetzern	in	der	 Arbeit	von	Einrichtungen	im	Bereich	der	P�lege	und	offenen	Altenhilfe	wird	genannt.	Eine	Migrantenselbstorganisation	wünscht	sich	die	Einrichtung	eines	Fahr-	und	Bringdienstes.

In	einer	Synthese	der	Untersuchungsergebnisse	lassen	sich	neben	den	Anregungen	der	Befragten	selbst	 folgende	Empfehlungen	ableiten: •	 Unterstützung	bei	der	Vernetzung:	Das	Erreichen	eines	Sättigungsniveaus	in	der	Vernetzung	der	für	 ältere	Migrantinnen	und	Migranten	relevanten	Einrichtungen	in	Frankfurt	am	Main	kann	noch	nicht	 angenommen	werden.	Vor	dem	Hintergrund,	dass	interkulturelle	Öffnung	auch	den	Charakter	eines	 Prozesses	hat,	der	umso	besser	gelingt,	wenn	ein	Austausch	mit	anderen	Organisationen	gep�legt	 88

2	Erhebung:	8.	Resümee	und	Schlussfolgerungen

wird,	ist	in	dieser	Hinsicht	noch	ein	gewisser	Handlungs-	und	Unterstützungsbedarf	anzunehmen. •	 Fachlicher	Austausch:	Im	Rahmen	der	interkulturellen	Öffnung	ist	der	fachliche	Austausch	in	teilweise	interdisziplinären	Arbeitskreisen	und	Foren	förderlich	und	kann	dazu	beitragen,	eigene	Probleme	besser	zu	formulieren	und	gemeinsam	Lösungen	zu	erarbeiten. •	 Förderung	 des	 Dialogs:	 Dialoge	 zu	 kontrovers	 diskutierten	 Fragen	 sollten	 angeregt	 werden,	 beispielsweise	dazu,	dass	spezielle	Angebote	zu	Abgrenzung	führen	können,	der	Integrationswille	von	 Migrantinnen	und	Migranten	ausgehen	sollte,	die	interkulturelle	Öffnung	zu	einer	Überlastung	des	 Personals	 sowie	 zu	 Ansprüchen	 führen	 könnte,	 die	 im	 Zusammenleben	 mit	 der	 Mehrheitsgesellschaft	nicht	vertretbar	seien.	 •	 Förderung	 des	 bürgerschaftlichen	 Engagements	 von	 Migrantinnen	 und	 Migranten:	 Die	 Erhöhung	 der	 Zahl	 der	 Ehrenamtlichen	 mit	 Migrationshintergrund	 in	 P�legeeinrichtungen	 sowie	 Einrichtungen	der	offenen	Altenhilfe	–	auch	in	der	Funktion	von	Multiplikatorinnen	und	Multiplikatoren	 –	könnte	zur	nachhaltigen	Verbesserung	der	Situation	führen.	Dafür	braucht	es	gezielte	Maßnahmen,	die	ihnen	das	Verständnis	einer	„Ehrenamtskultur“	näher	bringt. •	 Stärkung	 der	 Verbraucherrechte	 älterer	 Migrantinnen	 und	 Migranten:	 Viele	 ältere	 Menschen	 mit	 und	ohne	Migrationshintergrund	sind	nicht	ausreichend	über	Rahmenbedingungen,	die	stationäre	 P�legeeinrichtungen	jenseits	ihrer	Kernaufgaben	bieten,	informiert.	 •	 Konzepte	für	spezi�ische	Problemlagen:	Als	wichtigste	zukünftige	Herausforderungen	bei	der	Versorgung	älterer	Migrantinnen	und	Migranten	gelten	Sprachbarrieren,	fehlende	Information,	Ängste	 und	 Misstrauen,	 Integrationsprobleme,	 Isolation,	 Altersarmut	 und	 der	 steigende	 Anteil	 von	 Demenzkranken	unter	Migrantinnen	und	Migranten.	Für	sie	sollten	eigene	Konzepte	und	Maßnahmen	 entwickelt	werden.	

89

2	Erhebung:	9.	Literaturverzeichnis

9.	Literaturverzeichnis	

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