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Wilhelm Voigt der Hauptmann von Köpenick Der Hauptmann von Köpenick

Full text: Meine Klienten / Bahn, Walter

Der Hauptmann von Köpenick.	89

zu bewundern sind.

Kurz und bündig zeigt Voigt, der kein Freund unnützer Redereien ist, die Zustellung der Anklage durch das Schreiben vom 18. November 1906 an:

An

MS*" ®“6n Berlin bei. 18. R-w-mb-r 1906.

Berlin.

ich habe am 17 b. M. Abends die Anklage erhalten und bitte Sie deshalb sich gütigst zu mir bemühen zu wollen.

Hochachtungsvoll.

Wilhelm Voigt.

Über die Vorbereitung der Hauptverhandlung äußert er sich im Schreiben vom 25./11. 1906:

An

Herrn Rechtsanwalt Bahn	Berlin,	den 25. 11./1906.

Wohlgeboren.

Berlin

Geehrter Herr Rechtsanwalt! ich habe gestern Abend die Vorladung zur Hauptverhandlung (1 Dezember) erhalten sehe aber zu meinem Erstaunen daß die von mir beantragten Zeugen nicht geladen worden sind. Ist das übersehn worden oder wie hängt es sonst zusammen? ich wäre ja dadurch der Möglichkeit mich erfolgreich zu vertheidigen überhaupt beraubt. Bitte darum um Ihren baldigen Besuch.

in dankbarer Hochachtung

Wilhelm Voigt

Rührend ist der nachfolgende Brief an seine treue Schwester, Frau Bertha Menz zu Rixdors, welche ihm eine feste Stütze im Unglück war! Die Voigtsche Eigenart, seine abgeklärte Resignation ist wundervoll in diesen Zeilen ausgedrückt.

Herzliebe Schwester! es wird mir sehr schwer heute nach all diesen Aufregungen an Dich zu schreiben, unmöglich jedoch ist es mir, die Gefühle die ich für dein Handeln an mir in dieser Geschichte empfinde
        
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