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Wilhelm Voigt der Hauptmann von Köpenick Der Hauptmann von Köpenick

Full text: Meine Klienten / Bahn, Walter

Der Hauptmann von Köpenick.

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Wer dann durch sein späteres Leben den Beweis erbringt, daß er die alten Sünden bereut, müßte mit dem gleichen Matze gemessen werden, wie ein Unbestrafter.

Wozu ihn wegen eines unbesonnenen Jugendstreiches hetzen, wie ein wildes Tier.

Voigt wandte sich nun an die Mecklenburger Behörde, um einen Paß zu erhalten und dann den vaterländischen Staub von den Füßen zu schütteln.

Er erhielt ihn nicht.

Ebenso lehnten die Polizeibehörden von Rawitsch, Tilsit und Posen es ab, ihm einen Paß auszustellen.

Der „Verein für entlassene Strafgefangene", dessen Aufgabe es ist, für das Fortkommen dieser Unglücklichen zu sorgen, versagte ihm eine Empfehlung und sorgte dadurch für sein Fortkommen, wenn auch in anderer Weise, als es der Humanität entsprochen hätte.

Solche Vereine dürfen nicht zu sehr von Moralität durchsetzt sein.

Trotz alledem fand Voigt Arbeit in Berlin, er verlobte sich und wollte demnächst heiraten.

Da wies ihn der Berliner Polizeipräsident durch die nachfolgende Verfügung vom 17. August 1906 aus, die ich ihrer kriminalhistorischen Bedeutung als Großstadtdokument wegen wörtlich wiedergebe.

Sie lerntet:

5)61 fI0Jtlu!,^rvibent Berlin C. 25, den 17. August 1906

8	*	Alexanderstr. 3-6.

Tageb.-Nr. 5637 V. 12/06.

Es wird ersucht, bet etwaigen Eingaben in vorliegender Angelegenheit die obige Tagebuchnummer anzugeben.

Ausweislich der mir vorliegenden Akten sind Sie wiederholt wegen Urkundenfälschung und Diebstahls bestraft worden, mithin als eine für die öffentliche Sicher»

6*
        
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