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Wilhelm Voigt der Hauptmann von Köpenick Der Hauptmann von Köpenick

Full text: Meine Klienten / Bahn, Walter

Der Hauptmann von Köpenick.

Der Geächtete fand in Wismar ein Heim, bis ihn eine wohlweise Obrigkeit von dort vertrieb.

Warum? Fragt man sich vergeblich! Er führte sich ohne Tadel, verwaltete sogar die Kasse seines Meisters und hatte einen eigenen Kirchenstuhl in der Hauptkirche.

Der müde Wanderer wurde wieder gezwungen, zum Stabe zu greisen, er wurde aus Mecklenburg ausgewiesen!

Die Polizei hatte dabei ganz übersehen, daß sie überhaupt kein Recht besaß, einen solchen Ausweisungsbefehl zu erlassen.

Zum näheren Verständnis und weil diese Frage noch immer im Flusse ist und sicher gesetzgeberisch geregelt werden wird, will ich das bestehende deutsche Ausweisungsrecht mit wenigen populären Strichen skizzieren.

Man muß zwei Klassen von Ausweisungen unterscheiden.

Die eine richtet sich gegen Ausländer und hat mit der gegen Inländer möglichen nichts zu tun.

Wenn der Ausländer sich „lästig gemacht" hat, wie der schöne technische Ausdruck lautet, so kann er über die Grenze gebracht werden, ganz gleich, ob er sich etwas hat zuschulden kommen lassen oder nicht.

Er kann sich schon lästig dadurch machen, daß er seine Gläubiger nicht bezahlt oder ein Mädchen schwängert.

Die Gründe zur Ausweisung sind zahllos, obwohl anerkannt werden muß, daß die Polizei von ihren
        
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