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Theodor Berger Die Schuldfrage

Full text: Meine Klienten / Bahn, Walter

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Großstadt-Dokumente Bd. 42. Meine Klienten.

eine Person verdächtigt und als der „vermutliche Täter" bezeichnet.

So ist es auch im Mordprozesse Berger gegangen.

Am Tage nach dem Morde, als der Rumps der Lucie Berlin in der Spree gefunden wurde, lenkte sich der Verdacht aus „zwei junge Männer, die am Donnerstag mit drei kleinen Mädchen zusammen in der Ackerstraße gesehen wurden." (Bericht eines vielverbreiteten Berliner Blattes.)

Es wird dann ausführlich, natürlich aus Grund polizeilicher Informationen auseinandergesetzt, warum diese Leute allein als Täter in Frage kommen.

Auch ihre Persönlichkeiten werden genau beschrieben.

Drei Tage daraus hatte die Polizei einen gewissen Lenz verhaftet, welcher nunmehr in einem Teil der Presse als sehr verdächtig bezeichnet wurde.

Das obengenannte Blatt schreibt: „Die Kriminalpolizei ist mit der Zusammenstellung der Verdachtsmomente gegen den gestern verhafteten .Agenten' Otto Lenz beschäftigt.... Belastend sind die Aussagen zweier Mädchen, die ihn als krankhaft veranlagt bezeichnen...."

Inzwischen richtete sich der Verdacht auf Berger, welcher bis dahin in der Mordsache der Polizei sogar Vigilantendienste geleistet hatte.

Auch über ihn wurde nun berichtet, daß er der mutmaßliche Täter wäre, daß er zwar hartnäckig leugne, daß aber die Indizien außerordentlich gravierende wären.

Das mehrfach zitierte Blatt schreibt unter anderem: „Bei seinen täglichen Verhören tritt Berger lange nicht

mehr so sicher aus, wie der Polizei gegenüber "

Und einige Tage daraus: „Nunmehr ist es geglückt, des letzten Beweisstückes habhaft zu werden, um den verhafteten Berger der Ermordung der kleinen Lucie Berlin überführen zu können."
        
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