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Theodor Berger Das Zuhältertum

Full text: Meine Klienten / Bahn, Walter

46 Großstadt-Dokumente Bd. 42. Meine Klienten.

habe ich mir imme klein gemacht, und jetzt komme ich durch ihre angaben ins Gefängnis wegen Mord, jetzt soll ich ein Kind in der Liebetrut Ihre Wohnung ermordet haben, welches ich nicht mal kenne, das bringt mir noch um den Verstand, ganz gescheut bin ich schon nicht mehr. Komme von einen Gedanken aus den anderen, oder höre plötzlich beim erzählen auf, bin nicht mehr im Stande zusammenhängend zu sprechen Seid alle vielmals Gegrüßt, bitte Antwort. Grüße an Schultzens

Theodor Berger.

Das die Liebetrut ihren Lohn bekommt, glaube ich nicht blos, sondern bin fest davon überzeugt.

Ein wahres Sittenbild und keins, wie es die Phantasie von Sensationsschriftstellern erzeugt, ist der unten abgedruckte Brief vom 20.11.04, in dem Berger mir Informationen erteilt gegenüber einer Anklage wegen Zuhälterei, die vor dem Mordprozch gegen ihn erhoben wurde und zwar in der unverkennbaren Taktik der Staatsanwaltschaft, ihn vor aller Öffentlichkeit als Zuhälter zu brandmarken.

Von der Anklage, die in Breslau gegen ihn erhoben wurde, ist er Ende 1906 freigesprochen worden.

Er sollte an einer gewissen Clara Eulig einen Notzuchtversuch im Keller gemacht haben.

In der Hauptverhandlung wegen Mordes wurde ihm diese angebliche Tat vorgehalten und die Staatsanwaltschaft suchte darin einen Beweis für sexuelle Gewaltstriebe bei Berger!

Als ich ihn 1906 in Breslau in der Gefangenenzelle besuchte, küßte er mir beide Hände und beteuerte sofort ohne jede Einleitung seine Unschuld an dem Tode der Lucie Berlin.

Meine Überzeugung von seiner Schuldlosigkeit, auf die ich am Schluß komme, wurde durch dies spontane Aufflammen seiner Empfindungen noch gefestigt.
        
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