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Theodor Berger Das Zuhältertum

Full text: Meine Klienten / Bahn, Walter

Das Zuhältertum.

Theodor Berger ist mir einer meiner interessantesten Klienten gewesen.

Ich kenne nicht den pharisäerhaften Abscheu der Leute, welche den Verteidiger nicht begreifen, der in die Zelle geht und sich mit einem „solchen Subjekt" überhaupt unterhält.

©efy? häufig ist der Verbrecher ein ungemem fesselndes

psychologisches Objekt.

Denn der normale Spießbürger pflegt den Weg der Tugend nicht zu verlassen, sondern solche Leute, welche in andern Zeitläuften, wie z. B. im dreißigjährigen Kriege oder in Revolutionsepochen eine große Rolle gespielt hätten, die aber in unserer engbrüstig eingeschnürten Zeit kein Feld für ihre überquellenden Neigungen finden.

Gewiß war Berger ein Zuhälter und dieser Umstand allein hat ihm auch das Genick gebrochen, aber der Zuhälter ist nicht das, was man sich gewöhnlich darunter vorstellt, nämlich ein Mensch mit karierter Mütze und Halstuch, einem Bulldoggengesicht und einem Totschläger in der Hand.

Es gibt allerdings auch solche, aber, ein Schrecken für die Frauenzimmer, als deren „Verhältnisse" sie fungieren, sind sie nicht mehr, seitdem die sogenannte lex Heinze eine Herrschaft der „Dirnen" über die

„Ludewigs" herbeigeführt hat.

Jede Dirne kann ihren Beschützer sofort „alle werden lassen", sobald sie seiner überdrüssig geworden
        
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