Path:

Full text: Meine Klienten / Bahn, Walter

Die Vertrauensperson.	9W

zügen Verdacht aus Fräulein X. geworfen, was ein Schutzmann der Polizei sofort meldete.

Ahnungslos ging Fräulein X. inzwischen umher. Unterdes ermittelte die „Vertrauensperson", daß, wie es im Polizeibericht heißt, „die unverehelichte . . . (das ist Fräulein X. im amtlichen Stil) vor zirka 14 Tagen in einem Zigarrengeschäft vormittags 11 Uhr am Telephon mit einem Herrn Z. (das ist der heimliche Freund) ein Gespräch geführt habe, wonach die ,Sache' 100 M. koste" und verdächtige Äußerungen fielen, welche aus ein bestimmtes Verbrechen schließen ließen.

Es heißt dann weiter im Bericht: „ Die X. (Fräulein X. im amtlichen Stil) ist der Vertrauensperson persönlich bekannt, da Wohnung derselben und das Geschäft, von wo telephoniert wurde, in demselben Hause liegen und deshalb von der Vertrauensperson telephonische Gespräche mit Herrn Z. gehört werden können."

Die Vertrauensperson setzte sich nun wie ein Bluthund aus die Führte der unglücklichen X.

Der amtliche Bericht würdigt ihre Tätigkeit folgendermaßen:

„Die Vertrauensperson hat seit dem telephonischen Gespräch die X. scharf im Auge gehabt.

Sie sah, daß sie am 26. 6. 06 das Haus . . . straße, wo die Hebamme %. wohnt, frisch betrat und elend wieder verließ."

Eine weitere Masche des Netzes war hierdurch geknüpft, welches der Armen über den Kopf geworfen werden sollte.

Die Vertrauenspersoll ging nunmehr gerade auf ihr Ziel los.

Sie brach den Hausfrieden und schlängelte sich an die Dienstmädchen der Familie X. heran.
        
Top of page

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.