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VIII. Soziale Ursachen der unehelichen Mutterschaft

Full text: Uneheliche Mütter / Marcuse, Max

VIII. Soziale Ursachen der unehelichen Mutterschaft

Ls ist schon mehrfach im Verlaufe dieser Arbeit darauf hingewiesen worden, daß die uneheliche Mutterschaft im wesentlichen eine Folgeerscheinung sozialer Einflüsse darstellt, und wir haben bereits an einem Zahlen-beispiel nachweisen können, daß wenigstens die Lj au fi g-k e i t unehelicher Mutterschaften von sozialen Faktoren mit abhängt. Den auffallend hohen Prozentsatz der unehelichen Geburten in Schweden glauben wir mit Aschaf -f e n b u r g *) auf die Besonderheit der dortigen Gesetzgebung zurückführen zu sollen. Aehnliche Einflüsse legislatorischer Faktoren auf die unehelichen Geburten können wir auich sonst mit Sicherheit erkennen. IZn B a i e r n hatten bis zum Jahre 1(868 die Gemeinden gegen die verehelichung von Personen, die sich nur auf Lohnerwerb ansässig machen wollten, ein unbedingtes Veto ohne jegliches Beschwerderecht von feiten der Betroffenen. Die Folge war, daß — wie Rrose **), dem ich diese tatsächlichen Feststellungen entnehme, ausführt — unverhältnismäßig viele ihr ganzes Leben hindurch unverheiratet blieben oder erst in vorgerücktem Alter in die Ehe traten. So waren in Batem von Mitte der 30 er Jahre bis zum IZahre ^868 55 % der Bräutigame und 58 % der Bräute bei der Eheschließung über 30 Jahre alt, in manchen altbaierischen Bezirken fanden sich unter den über 50 3ahr alten personell bis zu 39 %, die überhaupt ehelos geblieben waren. Während dieser Zeiten betrug der Prozentsatz der Unehelichen in Baiern 22,2 %
        
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