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VII. Unterschied zwischen der Zahl der unehelichen Mutterschaften und der unehelichen Schwängerungen *****

Full text: Uneheliche Mütter / Marcuse, Max

36 Großstadt-Dokumente Bd. 27. Uneheliche Mütter.

selten der Anklage und Verurteilung. Es wurden im IZahre \8ty2 im Deutschen Reiche nur 330 perfonert wegen Abtreibung verurteilt, davon in Berlin ^8!! Dagegen wurden in Hamburg einmal in einem einzigen Prozeß mehr als 100 Frauen der Abtreibung angeklagt; daß es sich hierbei so gut wie ausschließlich um uneheliche schwangere gehandelt hat, dürste unzweifelhaft sein. was nun die Zunahme der Abtreibungen und der Anwendung empfängnisverhütender ZTiittel speziell in Preußen betrifft, so gewinnen wir davon eine Vorstellung aus folgenden Tatsachen: Die Zahl der unverheirateten weiblichen perforiert irrt Alter vom 16. bis zum ^5. Lebensjahre hat nach Hans Ferdy *) von 1898 bis 1902 alljährlich um rund 23 900 Köpfe im Durchschnitt zugenommen. Die absoluten Zahlen der lebend geborenen unehelichen Kinder dagegen gestalten sich so:

irrt	3afor	I898	93 320,

„	„	1899	9124K,

„	1900	89 ^5,

„	V)0l	89 563,

„	1902	88 0^8, .

„	1903	85 6^0,

„	190^	88 310.

Die wachsende Zahl von unverheirateten weiblichen Personen, aus denen die unehelichen Mütter sich rekrutieren, liefert ein abnehmendes Produkt an unehelichen Geburten! Daß diese merkwürdige Erscheinung nur damit zu erklären ist, daß im unehelichen Verkehr Fruchtabtreibungen und Vorbeugungsmittel enorm an Umfang zunehmen, liegt auf der Hand. ©der liegt die Ursache etwa in einer erfreulichen Zunahme der preußischen Sittlichkeit?? — fragt Hans Ferd v.**) —

*) „Mutterschutz". Ztsch. f. Reform d. sex. Ethik. I, p. H77.

**) a. a. G.
        
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