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IV. Stand und Beruf der unehelichen Mütter

Full text: Uneheliche Mütter / Marcuse, Max

22 Großstadt-Dokumente Bd. 27. Uneheliche Mütter.

große Rolle spielen. Die Verhältnisse liegen hier selbstredend ähnlich wie bei den prostituierten. —

Lines Kommentars bedarf auch der auffallend niedrige Prozentsatz der A u f w a r t e f r a u e n. Er wird ohne weiteres damit erklärt werden dürfen, daß Auf-	#

wartefrauen meist schon vorgerückten Alters sind, und die Chance einer unehelichen Schwängerung und Niederkunft für sie nur gering zu fein pflegt. Mir müssen uns vergegenwärtigen, daß in beiden Tabellen die Berufsangaben der unehelichen Mütter sich auf die Zeit der Entbindung beziehen; im Laufe der späteren Zeit ändert sich der Beruf der unehelichen Mutter nicht selten — in der Regel im Sinne" eines sozialen Niederganges, vor allem aber auch in Anpassung an das vorrückende Alter.

Gegenüber den beiden Gruppen: Gesinde und gewerbliche Arbeiterinnen liefern alle übrigen, d. h. die ökonomisch besser gestellten und sozial höher stehenden verhältnismäßig niedrige Zahlen. Dn etwas größerem Umfange sind dagegen wieder die B e -r u f s l o s e n vertreten; indessen müssen wir diese Gruppe, die zu wenig charakterisiert ist, und in welche die denkbar verschiedensten sozialen Elemente einbegriffen sein werden, füglich aus unserer Betrachtung in diesem Zusammenhange ausscheiden. Daß Haustöchter und private in ihr nur einen sehr geringen Teil	j

einnehmen, gegenüber der großen Masse der zurzeit Stellungslosen, dürfen wir auf Grund allgemeiner statistischer Erfahrungen mit Sicherheit annehmen.

Die Folgerungen, die aus der verschiedenen Beteiligung der einzelnen Stände und Berufsarten an dem Kontingent der unehelichen Mütter sich ergeben, werden in einem der folgenden Kapitel erörtert werden. X^ier bedarf es nur der Feststellung, daß das Verhältnis, in welchem die verschiedenen Berufe das Material zu den unehelichen Müttern liefern, annähernd dasselbe ist, wie dasjenige, in dem sie sich an der Prostitution beteiligen.

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