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III. Uneheliche Mütter und Konfession ***

Full text: Uneheliche Mütter / Marcuse, Max

III. Uneheliche Mütter und Konfession. 
malischer.und viel mehr unter Hintansetzung aller 
übrigen Rücksichten aus dieses Aiel hin. Unb das Zinnen 
und Trachten der jüdischen Mädchen selbst ist viel b e - 
w u f; t e r aus die künstige Versorgung hin gerichtet als 
bei den Christinnen, viel mehr als bei letzterem leidet 
nun diese Chance bei den Jüdinnen durch eine etwaige 
uneheliche Mutterschaft eine erhebliche Einbuße. Christ¬ 
innen werden trotz eines unehelichen Rindes nicht selten 
gleichwohl glückliche Ehefrauen; bei den jüdischen 
Freiern steht die physische Jungfräulichkeit schon an und 
für sich in denkbar größtem Werte, und wenn sie nun 
gar in so offenkundiger Weise verloren gegangen 
ist, so wird das Hindernis für sie fast unüberwindlich. 
Daß selbst solche 3uden, die sich bei der Wahl ihrer künf¬ 
tigen Stau nur oder fast nur von materiellen Gesichts¬ 
punkten leiten lassen, die körperliche virginitat als selbst¬ 
verständliche und unerläßlichste Bedingung betrachten, 
braucht nicht wunderzunehmen, da bei dem erotischen 
Gefühlsleben des ZTionnes gerade ideelle Beweggründe, 
vor allem eine starke Ciebe, am ehesten imstande sind, die 
nicht erhaltene Jungfräulichkeit vergessen zu lassen Die 
Jüdinnen wissen, daß ihr Wert als Heiratsobjekt in ent¬ 
scheidender weise durch ihre äußerliche Unberührtheit 
bedingt wird, und so hüten sie sich, dieses Wertes ver¬ 
lustig zu gehen, hierzu sind sie nun wiederum sehr viel 
mehr befähigt als Christinnen, da ihnen das der jüdi¬ 
schen Nasse eigentümliche kühl-berechnende Erwägen 
selbst noch im letzten Augenblick zustatten kommt. Und 
für das kindlich-unbefangene Sich-Ljingeben in reiner 
Unschuld, wodurch so viele Mädchen dem Verführer zum 
Opfer fallen, fehlen bei den meisten Jüdinnen die psy¬ 
chologischen Voraussetzungen ebenfalls. Dieses Heber- 
wiegen des rein berechnenden Verstandes ist für die 
Jüdinnen so sehr als Norm zu betrachten, daß man in 
denjenigen Fällen, die hiervon abweichen, entweder auf 
ganz eigenartige Umstände oder auf eine fast patholo¬ 
gische Veranlagung schließen darf. Diese Auffassung be- 
steht meines Erachtens zu Recht, trotzdem auch für mich
        
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