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Kapitel V. Liebeszigeunertum in der Lyrik. - Neurotiker -. Sadismus und Mänadentum. Der Zwang der Mode. Das "dritte Geschlecht". Spielen die Homosexuellen eine Rolle in der Frauenbewegung?

Full text: Bilderstürmer in der Berliner Frauenbewegung / Mensch, Ella

Energischer Protest gegen Dr. Hammer.	75

konnten, die Hauptführerinnen, weil das Urningtum die Tendenz zur Einsamkeit hat und sich nicht gerne an das Allgemeine hingibt. Und überdies existiert das „dritte Geschlecht" doch nicht etwa erst in der modernen Welt. Die Anwälte der Homosexuellen berufen sich in ihren Plaidoyers mit Vorliebe aus die Zeiten der Sappho und des Sokrates. Der neueste Roman Wilhelm Walloths „Eros" siedelt sich auch wieder aus diesem Boden an. Die schlappen, nervösen und launenhaften Ästheten, welche das Leben dieses Buchs ausmachen, sind alles, nur keine „Kulturkämpfe^.

Ebensowenig haben wir solche in den Kreisen der lesbischen Liebe zu suchen. Die Beispiele, die Dr. Hammer gibt, sind auch am wenigsten dazu angetan, uns zu überzeugen, daß diese Minderwertigen eine Rolle in der Frauenbewegung spielen Könnten. Über zweitausend Jahre hat das „dritte Geschlecht" Zeit gehabt, eine Kulturbewegung zugunsten der Unterdrückten ins Leben zu rufen. Es hat dazu nicht die geringste Neigung verspürt; sein Charakter ist ein durchweg passiver. Und nun soll die „Urninde" plötzlich in der Frauenbewegung dominieren! Das ist grundfalsch!
        
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