Path:
Kapitel V. Liebeszigeunertum in der Lyrik. - Neurotiker -. Sadismus und Mänadentum. Der Zwang der Mode. Das "dritte Geschlecht". Spielen die Homosexuellen eine Rolle in der Frauenbewegung?

Full text: Bilderstürmer in der Berliner Frauenbewegung / Mensch, Ella

72 Großstadt-Dokumente Bd. 26. Bilderstürmer.

bettet, tüte Kraut und Rüben alles burd)einctnbertoirft, in einem Sltcnt „Mitleid" und dann wieder „Bewunderung" für das „dritte Geschlecht" fordert, bald von den „Enterbten des Liebesglücks" faselt, bald hervorhebt, daß zu diesem Geschlecht die bedeutendsten Erscheinungen der Geschichte zählen.

Solch mixtum compositum verbreitet dann nicht „Aufklärung", sondern ist nur eine Spekulation auf die ungesunde Neugier denkfauler Massen.

Soeben verläßt eine Schrift die Presse, welche die weibweibliche Liebe behandelt, die sog. „Tribadie" welche der Arzt Dr. Hammer in zum Teil monographischer Meise an zehn Lebensläufen gleichgeschlechtlicher Frauen erörtert. Ich habe hier zunächst keine Kritik über das Heft zu schreiben. Das behalte ich mir für eitte andere Gelegenheit vor. Ich möchte nur auf ein Kapitel eingehen, dem nicht energisch genug widersprochen werden kann, weil es möglicherweise geeignet sein dürfte, Böswilligen und Gedankenlosen trübes Wasser aus ihre Mühle zu liefern. Dr. Hammer möchte nämlich einen Zusammenhang zwischen der modernen Frauenbewegung und den homosexuellen Anlagen vieler Frauen feststellen. Hammer drückt sich da ja gewissermaßen noch vorsichtig aus. Er wird Nachfolger finden, die seine „Vermutungen" mit zynischem Behagen zu Tatsachen umprägen. Dr. Hammer sagt: „Es ist klar, daß die Frauenbewegung nicht ausschließlich ausgeht in den Forderungen der Urninden. Denn jede Bewegung der Jungfrauen, ihre rechtliche, gesellschaftliche und wirtschaftliche Lage zu verändern, Erde einen Teil der Frauenbewegung ausmachen. Andrerseits können wir von vornherein vermuten, daß der urnische Teil der weiblichen Bevölkerung eine besondere Neigung haben wird, die Stellung der Frau zu verändern."
        
Top of page

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.