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Full text: Bilderstürmer in der Berliner Frauenbewegung / Mensch, Ella

26 Großstadt-Dokumente Bd. 26. Bilderstürmer.

Damenhospitierens, das merkwürdigerweise als „Versuch" und „Übergang" aufgefaßt wurde, zu steuern.)

Früher hätte es ihr genügen müssen, in diesem oder jenem Fach „Privatstunden" zu nehmen. Nun erzielt sie diese Fortbildung weit wohlfeiler und „steht dabei doch noch ganz anders da".

Die „Modestudentin", die im Universitätsbesuch nichts anderes als eine Art neuen Sports sieht, blickt mit unsäglicher Verachtung auf das herab, was „höhere Töchterschule heißt. Sie hat sich zwar nie das Pensum derselben zu eigen gemacht, ist aber tief davon durchdrungen, daß es für die „modernen" Bedürfnisse nicht ausreicht.

Die Vortragsdilettantin.

Zum Auftreten in der Öffentlichkeit, zur „Rednerin", besitzt sie nicht die mindeste Veranlagung, glaubt aber, daß sie es ihrem lebhaften Interesse an der Frauensrage schuldig sei, sich zu einer solchen auszubilden.

„Alles redet", warum sollte sie zurückbleiben. And es ist ja nicht so schwer, die Technik loszubekommen!

„Vor allem wählt mir eine Spezialität." Vielleicht:

Alkoholfrage oder Reformkleid?

Ie einseitiger, desto besser. Man bekommt in der „Bewegung" dann gleich seine bestimmte Note und wird richtig etikettiert.

Im Rahmen ihres einzigen Vortragsgebiets erscheinen der „Vortragsdilettantin" sehr bald alle anderen Lebenserscheinungen und sozialen Verhältnisse.

Da sie aber weder „Überblick" noch Gründlichkeit besitzt, um in ihrer Spezialität, in ihrer Einförmigkeit eine gewisse Tüchtigkeit zu erlangen, tröstet sie sich mit der Redensart, sie wolle ja auch nur „populär" sprechen. Wissenschaftlich und populär sind für sie Gegensätze, denn sie ahnt nicht, welche wissenschaftliche Beherrschung
        
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