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7. Carola Metzger, Fürsorgezögling. (Nr. 35 meiner Akten)

Full text: Die Tribadie Berlins / Hammer, Wilhelm

78 Großstadt-Dokumente Bd. 20. Die Tribadie Berlins. 
gehalten. Da zog sie vor, nicht mehr nach Hause zu 
gehen. Sie wohnte im Norden Berlins bei einer Re- 
staurateurfrau, ging auf den Strich, wurde arretiert wegen 
Unfugs aus der Straße und Veamtenbeleidigung. Sie 
war angeheitert gewesen. 
Nun wurde telephonisch angeklingelt, ob die Eltern 
sie wieder aufnehmen wollten. 
Zehn Tage lang war sie bei den Eltern. Dreimal 
wurde sie in dieser Zeit zur Vernehmung nach dem 
Polizeipräsidium verbracht. Der Vater kam jedesmal 
mit. Sie sollte untersucht werden. „Der Vater hat ge¬ 
fragt, ob das nicht zu Hause ginge. Er erhielt zur Ant¬ 
wort, seine Tochter sei bereits viermal arretiert. Darum 
ginge das nicht." 
Nach der Untersuchung kam sie nach dem Fröbel- 
krankenhause aus etwa einen Monat, dann in den Zellen- 
gewahrsam des Polizeipräsidiums, von dort nach dem 
Arbeitshause in Rummelsburg. Nach drei Monaten kam 
sie in ein Rettungshaus für gefallene Mädchen. „Diese 
Bekehrerei, das ist ja zum Verrücktwerden. Diese 
Frömmigkeit ist doch nichts für mich. Ich bin ein Welt¬ 
kind." Vier Wochen war sie im Stift. Dann meldete 
sie sich krank und kam ins Krankenhaus. Dort machte 
sie drei Schmierkuren und Alaunspülungen. 
Erste Regel hatte sie mit dreizehn Jahren. 
Ersten männlichen Verkehr: mit sechzehn Iahren. 
„Wir sind in Karlshorst zum Vergnügen gewesen. 
Mein Vater verkehrt auf der Rennbahn. Da war in 
einem Restaurant ein Buchmacher. Vater hat sich ver¬ 
abschiedet. Ich bin dageblieben. Ich hab' gesagt, ich 
fahr nach Hause. Ich bin nicht mehr nach Hause gegangen, 
sondern mit diesem Herrn in ein Hotel. Den Herrn habe 
ich nicht wiedergesehen. Ich nahm eine Wohnung mit 
Kost [int Norden Berlins) für acht Mark täglich bei
        
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