Path:
6. Wanda Sinnlich, Fürsorgezögling. (Nr. 36 meiner Akten)

Full text: Die Tribadie Berlins / Hammer, Wilhelm

72 Großstadt-Dokumente Bd. 20. Die Tribadie Berlins.

für solche Sachen Irrtresiere. ^^h möchte gern ein weiches Herz haben aber ich habe keins."

In diesem ersten Schreiben sind die stark liegenden Buchstaben mit Verschmierungen der Haarstriche, also die Zeichen der Sinnlichkeit, stark ausgeprägt.

Das zweite Schreiben, einige Monate später versaßt, lautet:

„Wenn ich jetzt transportiert werde, dann suche ich mir meine Freiheit und will dann erst das Leben genießen recht süß schlafen gehen und meine Wollust nach Herzenslust außlassen und zwar mit [9Tcmte der Freundin). Die suche ich ganz bestimmt aus ich liebe sie ganz Wahnsinnig."

Die Buchstaben liegen in diesen Zeilen noch stärker, weit unter 45°. Die Verschmierungen sind noch immer vorhanden.

Zwischen beiden Schreiben liegen einige Wochen der erzwungenen Enthaltsamkeit in einem Stift, in dem den Mädchen der lesbische Verkehr sehr erschwert wurde.

Zur Beurteilung:

Wanda ist eine geborene Verbrecherin. Sie hatte auch eine Schädelbildung, die diese Annahme stützte. Ihr ganzes Leben ist eine Kette von Nichtsnutzigkeiten.

Die Erziehungshast steigerte ihre Sinnlichkeit bis zu Vlutgelüsten und zum Sapphismus.

Ihre sinnliche Unersättlichkeit zeigte sich auch „auf Freiheit" außerhalb des Stiftes, wo sie gleichzeitig eine lesbische Freundin und Herrenverkehr hatte.

Ein nicht geringer Teil der Lesbierinnen unserer Erziehungsanstalten betätigt sich auch außerhalb der Anstalt weibweiblich und zugleich mannweiblich.
        
Top of page

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.