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6. Wanda Sinnlich, Fürsorgezögling. (Nr. 36 meiner Akten)

Full text: Die Tribadie Berlins / Hammer, Wilhelm

6. Wanda Sinnlich, Fürsorgezögling.	71

täglich 6—11 Uhr, und gleichzeitig Tänzerin in einem Etablissement für sechzig Mark monatlich von 11—2 Uhr abends.

In dem Tingeltangel erhielt sie von den Bierpreisen Prozente.

Zum Beispiel kostete ein Iosty 60 Pf., sie erhielt 25 Ps. Eine Limonade kostete 100 Ps., sie erhielt 25 Ps. Von einem Porter erhielt sie ebenfalls 25 Ps.

Als Kostümtänzerin tanzte sie Cancan, (Serpentin. Es kam hauptsächlich aus das „Beinewerfen an", wie sie angibt.

In einem andern Lokale trat sie als Lhinesin auf und als Statistin. Dort erhielt sie 70 Mark monatlich. Sie hatte die Stelle sechs Wochen lang.

Mit sechzehn Jahren kam sie unter polizeiliche Kontrolle.

Da ließ sie der Vormund wegbringen. So lebte sie in verschiedenen Stiften bis zu ihrem zwanzigsten Jahre.

Die Erziehungshaft hat sie nicht wankend gemacht in ihrem Entschlüsse, auf Freiheit das begonnene Leben fortzusetzen. Ich bin im Besitze zweier Schreiben von ihrer Hand.

Das erste Schreiben lautet:

„Ich möchte gern raus uub mein Leben genießen. Ich mach mir nichts aus meiner Freundin, ich möchte gern einen recht hübschen jungen Mann haben, ich bin ganz verrückt, ich weiß gar nicht, was ich ansangen möchte, mal wissen, ob ich bis Mittwoch rauskommen. ... Ich möchte nach Brüssel fahren. Und dann die ganze Welt durchreisen ich möchte alles in klunp schlagen, ich möchte einmal einen Menschen zerschneiden sehn, weil ich mich furbar
        
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