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6. Wanda Sinnlich, Fürsorgezögling. (Nr. 36 meiner Akten)

Full text: Die Tribadie Berlins / Hammer, Wilhelm

70 Großstadt-Dokumente Bd. 20. Die Tribadie Berlins.

„Ich habe Milch ausgetragen. Ein anderes Mädchen, die mit austrug, nahm mich mit nach der Passage; es war nachmittags sechs Uhr. Ein Herr hat uns dort angesprochen, ob wir mitkommen wollten. Wir gingen nach Lass . .. in der . . . straße. Die Freundin war auch nicht älter. Am sieben Uhr begaben wir uns zu... in der .. . straße. Der Herr zahlte mir etwa 175 Mark. Bei der Umarmung habe ich ein bißchen geschrien. Das Geld haben wir alles vernascht" (drei Freundinnen).

Wanda raucht „mit sehr großer Leidenschaft" seit dem vierzehnten Lebensjahre. Mit vierzehn Zähren ging sie auf den Strich. Zunächst wohnte sie noch bei ihrer Mutter. Sie ging auf der Friedrichstraße, „verdiente täglich zehn Mark".

Ein reicher Herr ließ nun durch eine Frau Arbeiterinnen suchen, die über vierzehn Zahre alt feien. Die Frau sagte, sie solle Modell stehen.

Wanda wurde angenommen und erhielt ein Fächerkleid.

Dann kam sie in Hast wegen Diebstahls und ins Krankenhaus wegen Unterleibsleidens.

Daraus kam sie in ein Stift. „Da haben sie mir rausgeschmissen, weil ich so frech war." Zunächst ging sie zu ihrem Vormund und zu ihren Eltern.

Dann verkehrte sie mit einer Freundin „als Vater" und am Kreuzberg mit „erwachsenen Zungens". Mit zwanzig Jahren war sie „Vater" im Krankenhause an der Fröbelstraße.

Sie erhielt neun Monate Gefängnis wegen Diebstahls, fünfzehn Monate wegen Beischlafdiebstahls. Schon mit vierzehn Zähren verübte sie in Kastans Panoptikum einen Veischlafsdiebstahl.

Sie war ferner Geigenspielerin (kalter Schlag) in einen: Tingeltangel für acht Mark wöchentlich und Essen,
        
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