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6. Wanda Sinnlich, Fürsorgezögling. (Nr. 36 meiner Akten)

Full text: Die Tribadie Berlins / Hammer, Wilhelm

6. Wanda Sinnlich, Fürsorgezögling.

(Nr. 36 meiner Akten.)

Zwanzig Jahre alt, evangelischen Bekenntnisses, ehelicher Abstammung.

Vater lebt, war Töpfermeister, ist jetzt Musiker.

Mutter lebt, handelt mit Blumen.

Eine vierzehnjährige Schwester lebt in einem kleinen Orte der Mark, wohin sie vom Waisenhause aus gebracht wurde.

Zwei Brüder und eine Schwester starben in jugendlichem Alter.

Vom sechsten bis zum vierzehnten Lebensjahre besuchte sie verschiedene Berliner Gemeindeschulen. „Entlassen wurde ich von der zweiten Klasse aus. Ich bin oft sitzen geblieben, wie oft, weiß ich nicht."

„Als Kind wurde ick mächtig geschlagen von Mutter und Vater. habe bet Geld immer vernascht, wenn ick wat einholen sollte. Desto bockiger war ick."

Seit ihrem vierzehnten Lebensjahre geht sie „aus den Lebenswandel" (gewerbsmäßig!).

„Vater war nicht mehr bei uns. Vater soff. Den haben wir rausgeschmissen, als ick sechs Jahre alt war."

Vormund war ein Restaurateur.

Warum gingen Sie aus den Lebenswandel?

„Ick habe ja keen Arbeitsbuch gekriegt." Sie sagt, sie sei zu ihrem Vormund gegangen und habe ihm gesagt: „Ich mutz ein Arbeitsbuch haben. Wenn nicht, muß ich eben auf den Lebenswandel gehen."

Erste Regel mit sechzehn Jahren.

Erster Verkehr: „Dreizehn Jahre war ick da erst."
        
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