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IV. Lesbische Liebesbriefe

Full text: Die Tribadie Berlins / Hammer, Wilhelm

52 Großstadt-Dokumente Bd. 20. Die Trtbadte Berlins. 
Nach zweiundeinhalbjährigem Schulbesuche wurde sie 
derjenigen Gemeindeschule zugewiesen, die sie bis zum 
Ende ihrer Schulzeit besucht hat. Hier kam sie nach der 
fünften Klasse der sechsklassigen Gemeindeschule und sie hat 
es in dieser Schule nicht weiter gebracht als bis zur dritten 
Klasse der alten sechsklassigen Gemeindeschule (der neuen 
vierten Klasse). Sie hat demnach nicht ein einziges Mal 
die Jahresarbeit einer Klasse in der vorgeschriebenen Zeit 
erledigt. In ihrer Schulzeit brachte sie es bis zur dritten 
(der neuen vierten) Klasse der Gemeindeschule. 
Bei ihrer Entlassung hatte sie die Betragensnote: 
Befriedigend. 
Der Schulbesuch wird als „ziemlich regelmäßig" be¬ 
zeichnet. 
Der Fleiß war „noch nicht genügend". 
Religion: noch nicht genügend. Schreiben: genügend. 
Deutsch: noch nicht genügend. Zeichnen: genügend. 
Rechnen: ungenügend. Singen: gut. 
Geschichte: genügend. Turnen: ungenügend. 
Erdkunde: ungenügend. Handarbeiten: noch 
Naturkunde: ungenügend. nicht genügend. 
Geometrie: — 
Sie hat also in Religion kaum die Bibelsprüche und 
biblischen Erzählungen aufgenommen, im Deutschen hat sie 
kaum die für die Mittelstufe erstrebte Lesefertigkeit und 
das nötige Leseverständnis, das sich durch den angemessenen 
Leseton und Leseausdruck kundgibt, erreicht. Im Rechnen 
hat sie Münzen, Maße und Gewichte und einfache Rech¬ 
nungen mit benannten und unbenannten Zahlen nicht ver¬ 
standen, Bruchrechnung, Regeldetri, Zins- und Gesellschafts¬ 
rechnung hat sie überhaupt nicht kennen gelernt, da diese 
erst in der Oberstufe behandelt werden. Im Geschichts¬ 
unterrichte genügte sie den Anforderungen; sie konnte dem¬ 
nach einige Lebensbilder hervorragender Männer in sich 
aufnehmen. 
Hingegen hat sie in der Erdkunde für die Lage und 
Bedeutung Berlins, seiner näheren Umgebung und der Pro¬ 
vinz Brandenburg nicht hinreichendes Verständnis gehabt, 
dasselbe Mädchen, das wiederholt wegen unregelmäßigen 
Schulbesuchs offenbar infolge Neigung zum Herumtreiben 
getadelt wurde.
        
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