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IV. Lesbische Liebesbriefe

Full text: Die Tribadie Berlins / Hammer, Wilhelm

IV. Lesbische Liebesbriefe. 49 
n. 
Auch dir versagte viel des Schicksals Strenge, 
(Hier schließt das Zwischenspiel und die Schreiberin 
fährt in ihrem Berichte fort:) 
antwortete das ihre Schwester nicht hier wäre wier warteten 
und unverhoft kam Sie natürlich war Sie gleich sehr nett 
zu mir und wir plauderten einige Stunden als der Abend 
nahte um auf zu brechen sagte sie zu uns beiden das wir 
bei Ihr die Nacht bleiben sollen natürlich sträubte ich mir 
erst aber nach langen zureden blieb ich doch noch was Sie 
damit bezwecken wollte wußte ich nicht wir aßen dann 
rechtgemütlich Abendbrodt und plauderten zusammen als 
es zum schlafen ging näherte Sie sich immer mehr und 
mit einemmal küßte Sie mich (. Ich) wußte immer noch 
nicht was das auf sich hatte. (weiblicher Vor¬ 
name) hatte mir wohl erzählt daß Sie für Weiber ein¬ 
genommen wäre aber daß Sie mit mir pussieren that habe 
(ich) wirklich nicht geglaubt, na es kam mit dem nach 
Hause gehen nicht so draus an den ich ging nicht zu Schule 
wir hatte frei. Das Mädchen machte das Schlafzimmer 
recht behaglich und zur (weiblicher Vorname) 
war sie auch sehr lieb sie fing mich auszukleiden (an) und 
(ich) sagte ihr das ich es auch alleine könnte (da antwortete 
sie) es ist doch viel schöner wenn man ausgezogen wird. 
nach und nach gewannte ich Ihr auch lieb und ich wurde 
zu sagen was heute dr größte Sport ist Schwul, natür¬ 
lich wollte ich es auch mal selber probieren geht übers 
studieren meine Mutter ging früher aus dem Hause 
schneidern natürlich war ich den ganzen Tag alleine über¬ 
lassen un so kam (Vorname der oben erwähnten 
Freundin) öfters zu uns. Wir hatten beide uns sehr lieb 
und waren was man heute sagt schwul. Das meine Mutter 
natürlich nicht wissen durfte. Eines Tages rückte ich aus 
und lernte ein Weib kennen für die ich gerne auf den 
Strich ging. damals war ich noch ein Kind heute könnte 
mir so etwas nicht mehr passieren, meine Mutter meldete 
mich dr poliezei und ich wurde schwer gesucht nach langer, 
langer Zeit fanden sie mich und man brachte mich nach 
der Mittelwache wo mich meine Mutter abholte. 
Großstadt-Dokumente Bd. 20. 4
        
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