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IV. Lesbische Liebesbriefe

Full text: Die Tribadie Berlins / Hammer, Wilhelm

48 Großstadt-Dokumente Bd. 20. Die Tribadie Berlins.

leid aber ich hatte Ihm zu lieb schreg rüber wohnte meine Tante und ich sah unbewußt zum Fenster hinaus und sah zu meinen Schrecken das meine Mutter am Fenster stand und ich bildete mich ein sie hätte mich gesehn als Mein

-------------(männlicher	Vorname) des Abends vorn Geschäft

kam erzählte ich Ihm alles was ich am Tage erlebt hatte er sprach es ist besser ich mite dich wo anders ein Zimmer damit du nicht in Angst leben sollst ich war auch mit einverstanden natürlich war es nicht ausgeschlossen das ich bummeln ging ich wurde gesucht und man holte mich eines Morgens als ich so recht süß schlief kamen zwei Beamte und holten mich heraus ach ich war da zu unglücklich als Sie mich auf der Polliezei brachten wurde zu Hause an-telegrfiert das ich endlich gesunden wäre wer war glücklicher (als) meine Mutter sie hatte gedacht man hatte mich verschleppt und hatte mich schon für tot betrauert. Als ich zu Hause kam fragte mir meine Mutter wo ich mich aufgehalten hätte und (ich) habe gesagt man hätte mich verschleppt natürlich war es nicht ausgeschlossen das ich schlüge bekam sie hatte an demselben Tage zu mir gesagt ich lasse dich nicht mehr alleine. Natürlich konnte dieses meine Mutter nicht lange durchsetzen weil sie täglich aus dem Hause schneidern ging natürlich war ich wieder alleine überlassen und konnte schalten und walten. Nachmittags ging ich fort und ging auf den Bummel natürlich passe ich mir die Zeit und war immer zu der Zeit zu Hause das es meine Mutter nicht merkte. Ich hatte eine

Freundin.................(Vorname	Zuname)	die	in	mein Alter

war eines Tages sagte sie zu mir . . . (Vorname) ich will dir einen guten Vorschlag machen wir wollen zu meiner Schwester fahren natürlich war ich mit einverstanden und wir fuhren mit der Stadtbahn nach . . . (Vorort) angelangt öffnete uns ein Mädchen die uns

(Hier ist das Tagebuch unterbrochen durch ein neues Datum — das zehn Tage später liegt als das erste Datum — und den Anfang eines Gedichtes:)

j	Berlin, d. (Datum).

Kein Menschenherz geht schmerzlos durch dies Leben,

Doch einmal wohl hatt's eine Blütezeit,

An die es denkt, in der Erinnerung Stunden

Vergessend jedes gegenwärt'ges Leid.
        
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