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IV. Lesbische Liebesbriefe

Full text: Die Tribadie Berlins / Hammer, Wilhelm

46 Großstadt-Dokumente Bd. 20. Die Tribadie Berlins.

geliebte Strolch wohnte ich frug ihr ganz kindlich wo denn die Zimmer wären wo der Geliebte wohnte sie wollte mir den Wunsch nicht erfüllen aber auf bitten und betteln gelang (te ich endlich in) zwei Hochschicke Zimmer ein Schlaf-und Wohnzimmer was mir großartig gefiel ich sah mich in Wohnzimmer um und bewunderte alles sie zeige mir das Schlafzimmer nein so was hochschickes habe ich sobald noch nicht gesehn auf dem Nachtisch stand ein goldenes Eigarettenetwie mit schöner Verzierung was mir sofort ins Auge fiel als ich dann mir das Schlafzimmer genug an-gesehn hatte träte ich dann wieder im Wohnzimmer und sah auf dem klavir ein bildschönes bild welches (ich) Gotterlich bewunderte und es stundenlang abküßte und Sie sagte zu mir ob ich denn bei Ihr bleiben möchte und bei ihr wohnen was ich nicht abneigte und es gefiel mir sehr gut Essen und trinken gab sie mir herzlich gerne trotzdem ich doch fremd war damals war ich noch ein Kind und war vor allen Dingen niedlich und jedermann hatte mich liebgewonnen ohne zu schmeicheln damals war ich noch wirklich unschuldig und hatte vorläufig ans lieben noch nicht gedacht. (An) denselben Abend ging ich fort und wie es mir so trieb fuhr ich zur Friedrichstatt und ging spazieren und zufällig führte mich der Weg zu . . . straße zum . . . teater und wartete unwillkürlich bis schluß alle kamen heraus auch der Strolch mit einem Weibe was mich furchtbar erboßte ich ihm immer nach er hatte sich auch paar mal herumgekuckt er hat aber nicht geahnt das Er verfolgt und wahnsinnig geliebt wird. Er ging mit dem, Weib nach den . . . (Wein)stuben wo ich ihm natürlich verfolgte er kam wieder mit dem Weib heraus und setzte sich in ner Droschke ich natürlich auch und verfolgte ihm ich habe gedacht er wird noch wo einkehren aber es kam anders was eigendlich sehr lieb war. Er fuhr mit dem Weibe zu Hause am liebsten hätte ich ihr durchboren können angelangt stieg sie aus und ich natürlich doch auch ich hatte doch auch einen Hausschlüssel er ging mit dem Weib die Treppe hinauf und ich sagte ihm guten Abend er grüßte auch muß mich aber nicht erkannt haben — er schloß auf und (ich) sagte zu der Frau Mutti der Strolch ist mit einem Weibe zu Hause gekommen worüber ich bitterlich weinte sie beruhigte mich und sagte (ich) sollte
        
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