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IV. Lesbische Liebesbriefe

Full text: Die Tribadie Berlins / Hammer, Wilhelm

IV. Lesblsche Liebesbriefe.	43

fccumt wurde, überschütteten mich die Pfleglinge mit ähnlichen Erinnerungszeichen. Auf der Außenseite des blauen Umschlages auf weißem Schilde stehen die Worte:

Cc—		
	Tagebuch	
	Vorname. Zuname.	
	(Unterstreichender Schnörkel.)	
v-			— -9

Die erste Seite beginnt mit einem Gedicht:

I.

Berl., d. (Datum).

Ich möchte heim, mich zieht's dem Elternhause dem Mutterherzen zu.

Fort aus der Welt verworrenen Gebrause zur stillen tiefen Ruh.

Mit tausend Wünschen bin ich ausgegangen

Heim kehr ich mit bescheidenem Verlangen

Jetzt hegt mein Herz dem einem Wunsch allein ich möchte heim.

II.

Ich möchte heim sah ich in sel'gen Träumen Ein schöneres besseres Vaterland Dort ist mein Teil in ewig lichten Aäumen Hier hat die Seele keinen Stand.

Der Lenz ist hin die Schwalbe schwingt die Flügel

Der Heimat zu weit über Thal und Hügel

Sie hält kein Iägergarn kein Vogelleim ich möchte heim.

III.

Ich möchte heim das Schifflein sucht den Haven

Das traute Büchlein läuft zum Meer

Das Kindlein legt in Mutterarmen sich schlafen.

Mein müder Leib will auch nicht mehr.

Mit tausend Wünschen bin ich ausgegangen

Heim kehr ich mit bescheidenem Verlangen

Die Seele hegt der letzten Hoffnung keim ich komme heim.
        
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