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IV. Lesbische Liebesbriefe

Full text: Die Tribadie Berlins / Hammer, Wilhelm

42 Großstadt-Dokumente Bd. 20. Die Tribadie Berlins.

Ein anderer Kassiber, den eine Näherin einer andern zuschob, enthielt nur vier Worte mit der Nähnadel in Papier gestochen:

Diese kurzen Proben lesbischer Liebesbriefe zeigen, daß der weibweiblichen Liebe auch unter Dirnen die edlen Empfindungen nicht gänzlich fehlen. Zuweilen überwiegen sie, während die grobe Sinnlichkeit ganz zurücktritt.

Daß der sapphistischen Liebe auch die gröbsten Be-tätigungen nicht mangeln, werde ich an anderer Stelle zeigen.

Eine ausführlichere Schilderung der ersten Mannesliebe und der weibweiblichen Liebesempfindung einer meiner Kranken habe ich in Jahrgang III der Monatsschrift für Harnkrankheiten und sexuelle Hygiene veröffentlicht:

Tagebuch eines Erriehurrgshäftlings.

Selbstbekenntnisse eines sinnlichen Mädchens über ihre erste Mannesliebe und über ihre weibweib-liche Liebesempfindung.

Tagebücher, Gedichte, Briefe enthalten nicht selten seelische Ergüsse, die für den ärztlichen Forscher von Bedeutung sind. Besonders auf jenen weiten Gebieten des Empfindungslebens, also bei Feststellung der Gefühlstöne, sind wir ausschließlich auf mittelbare Beobachtungen und auf Selbstschilderungen angewiesen.

' Das folgende — mit den Schreibfehlern abgedruckte Tagebuch — stellt ein Oktavheftchen von zweiundzwanzig Seiten Inhalt dar. Es wurde mir bei meinem Ausscheiden aus dem Berliner FröbelKranKenhause von einem Erziehungshäftlinge eingehändigt. Als mein Abgang be-
        
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