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4. Paula Takt, Klavierlehrerin

Full text: Die Tribadie Berlins / Hammer, Wilhelm

38 Großstadt-Dokumente Bd. 20. Die Tribadie Berlins.

Als die Mutter einmal verreist war, setzte es die Klavierlehrerin durch, in dem Hause ihrer Geliebten zu schlafen. Das Verhältnis fand mit der Hochzeit des jungen Mädchens ein Ende. Die Dame beschenkte ihre Geliebte reichlich; sie blieb jedoch der Hochzeitsseier fern.

Zur Beurteilung halte ich folgende Punkte für wichtig: Paula hätte wohl sicherlich einen Mann zum Verkehre bringen können. Sie verliebt sich jedoch in ein Mädchen. Falls sie, wie anzunehmen ist, stets weib-liebend war, würde es sich um Uranismus handeln. Die Urninde ist oft künstlerisch begabt. Die Liebe ist nicht nur grobsinnlich, sondern ebenso wie die mannweibliche Liebe aus feinen und gröberen Zügen gemischt. Hervorzuheben ist, daß die Geliebte keine Urninde, nicht einmal Lesbierin ist.

Die als lasterhaft geltenden Liebesbetätigungen haben ihre Ideale nicht nur, wenn es sich um vorwiegend eingeborene, sondern auch dann, wenn es sich um vorwiegend erworbene Triebabweichungen handelt.
        
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