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II. Über eingeboren gleichgeschlechtliche Frauenliebe (weiblicher Uranismus, Paradoxia homosexualis uranica muliebris)

Full text: Die Tribadie Berlins / Hammer, Wilhelm

II. Nber eingeboren gleichgeschlechtliche Frauenliebe

(weiblichen Uranismus, Paradoxia homosexualis uranica muliebris).

Die beiden Fälle, die ich bisher schilderte, handeln von einer gleichgeschlechtlichen Frauenliebe, die niemals von einer Liebe zum männlichen Geschlechte abgelöst oder verdrängt wurde. Beiden, der Fabrikarbeiterin und der vornehmen Dame, hat es an Gelegenheit zum Verkehre mit Männern nicht gefehlt; dennoch liebten sie nur das gleiche Geschlecht. Es ist einleuchtend, daß es sich hier um eine vorwiegend eingeborene Erscheinung handeln dürste. Namentlich im ersten Falle ist die Einwirkung irgendwelcher äußeren Umstände, die als Arsache für das Verhalten der Dame angesprochen werden könnten, nicht wahrscheinlich. Eine Schwester ist für Männer eingenommen, wie die überwiegende Mehrzahl der Mädchen. Auch im zweiten Falle hatte die Dame Gelegenheit, die Liebe ihres Bruders, die Schwärmereien ihrer Mitschülerinnen zu beobachten. Sie setzte sich in Gegensatz zu ihren Alters-genoffinnen, in Gegensatz zu all' dem, was sie in ihren Büchern gelesen hatte von der Liebe, in Gegensatz auch zu ihrer nächsten Umgebung. Auch im zweiten Falle ist eine eingeborene Abweichung mit an Gewißheit grenzender Wahrscheinlichkeit anzunehmen.

Während über mannmännliche Empfindung von Magnus Hirschfeld und dem wissenschaftlich-humanitären Komitee zahlenmäßige Ermittlungen angestellt sind, sind die entsprechenden Erscheinungen des weiblichen Ge-
        
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