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X. Weibweibliche Liebe in naturwisschaftlicher Beleuchtung

Full text: Die Tribadie Berlins / Hammer, Wilhelm

X. Die weibweibl. Liebe in naturwissenschastl. Beleuchtung. 115

strierte) Stiere, ebenso Ziegen mit Ziegen, Schafe mit Schafen, Antilopen mit Antilopen, Hühner mit Hühnern, Tauben mit Tauben (wie Aristoteles schon wußte). Äffinnen sollen nach einer von Moll gemachten Mitteilung gleichgeschlechtlich verkehren.

Leider ist bisher niemals ermittelt worden, ob sich urnische Tiere vorfinden, d. h. Tiere, die nur zum gleichen Geschlecht hinneigen. Eine treffliche Zusammenstellung der bisherigen Beobachtungen über gleichgeschlechtliche Tieresliebe lieferte Professor Dr. karsch in Dr. Hirschfelds Jahrbüchern für sexuelle Zwischenstufen.

Längere Zeit geübt, kann die lesbische Liebesbetäti-gung auch da zur Leidenschaft werden, wo früher Neigung zum Manne bestand.

Ferner erscheint der lesbische Trieb als Teilerscheinung des Reizhungers oder als Ausfluß eines durch Enthaltsamkeitszwang verwirrten Gehirns (Reihenfolge: I. Enthaltsamkeit, II. Sinnlichkeit, III. Selbstbeflek-kung, IV. Reizhunger). Ärztlich fällt die Behandlung der lesbifchen Liebe, soweit sie Teilerscheinung des Reizhungers ist, zusammen mit der Behandlung der Nervenschwäche. Hauptpunkte: Ausgabe der Selbstbefleckung, kräftigende Ernährung, Gedankenablenkung und wenn sittlich und rechtlich zulässig, regelmäßiger, nicht zu häufiger mannweiblicher Verkehr. Stärkung des Willens.

Bei Urninden heilt freundliche Zuspräche nicht den Trieb; doch dürfte eine ärztliche Klarlegung den Männerhaß zuweilen wenigstens für die Zeit der geschlechtlichen Nüchternheit einschränken.

Schläge endlich dürften nur in Verbindung mit bester Ernährung bei vorsichtiger Anwendung Nutzen stiften, vielleicht noch am ehesten in Form einer Drohung. Die geschlagenen Kinder sollen das Erinnerungsbild festhalten: Wenn ich so etwas tue, gibts Schläge, die sind peinlich.
        
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