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10. Marta Wechsel, Fürsorgezögling. (Nr. 85 meiner Akten)

Full text: Die Tribadie Berlins / Hammer, Wilhelm

110 Großstadt-Dokumente Bd. 20. Die Tribadie Berlins.

Mark monatlich. Ich habe bei den Eltern gewohnt, zehn Mark abgegeben. Zehn Mark hatte ich für mich. Auch die Kleidung haben die Eltern bezahlt."

Das Mädchen raucht seit seinem siebzehnten Lebensjahre, hat keine Freude am Trinken.

Die erste Regel hatte Marta mit fünfzehn Jahren.

Den ersten Verkehr mit sechzehneinhalb Jahren.

„Es war ein Lithograph, ein Verhältnis aus gegenseitiger Liebe".

„Drei Monate hatte ich nur mit diesem Verkehr. Da lernte ich das Mädchen kennen et sensi illam rem meliorem („schöner") esse. Antea cum viro coäunti vehementes dolores mihi erant."

Den zweiten Herrn hatte sie schon aus dem Strich. „Mit siebzehn Jahren ging ich aus den Strich, weil ich zu Hause nicht mehr bleiben wollte. Das Leben gefiel mir besser. Ein paar Mädchen aus dem Geschäft gingen auch. Um diese Zeit kam ich von der Sittenpolizei hier 'rein (ins Fröbelkrankenhaus).

Ich erhielt in einem Bries die Freundschaft angetragen, ich habe den Kassiber mit „Ia" zurückgesandt. Dann war ich sechs Monate „Mutter" und bin für . . . (ebenfalls ein Mädchen des Dirnenkrankenhauses) auf den Strich gegangen. Dann war ich „Vater". Das habe ich im . . . Stift kennen gelernt."

Marta hat nie wieder gearbeitet, war zweimal sechs Monate in einem Stift, dann in einem andern Stift drei Monate — „versetzt wegen Freundschaften."

Wer ihre Absichten äußerte sie: „Zunächst gehe ich wieder nach . . . (einem Stift, dessen Erziehungshaft sie zwangsweise überwiesen war). Wenn ich aus dem Stift rauskomme, will ich dasselbe, was ich bisher getan habe, tun."
        
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