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IX. Gleichgeschlechtliche Frauenliebe und Strafgesetz

Full text: Die Tribadie Berlins / Hammer, Wilhelm

IX. Gleichgeschlechtliche Frauen-liebe und Strafgesetz.

Während die Larolina weibweibliche grobsinnliche Liebesbetättgung mit den: Feuertode bedroht, während der Codex juris Bavarici noch 1751 diese Liebesbetättgung mit Enthauptung und nachheriger Leichenverbrennung bestraft wissen will, kennt das deutsche Reichsstraf-gesetzbuch die gleichgeschlechtliche Frauenliebe nicht. Die Unzucht zwischen Männern wird mit Gefängnis geahndet (§ 175).

Diese Ungleichheit ist vielleicht aus die Annahme zurückzuführen, die weibweibliche grobsinnliche Liebe sei eine sehr seltene Erscheinung. Vielleicht wollte man auch die gleichgeschlechtliche Frauenliebe weniger hart treffen, weil vielen Frauen die Möglichkeit, ohne erhebliche Nachteile mit einem Manne zu verkehren, fehlt, während die polizeilich beaufsichtigte Einrichtung des Dirnentums fast allen geschlechtsreifen Männern zur Verfügung steht, ohne daß sie durch diese Art der Auslösung gesellschaftlich geschädigt werden.

Zur Zeit werden neue Änderungen des § 175 in zwei Richtungen erstrebt.

Ein Teil der Bevölkerung wünscht Ausdehnung des Paragraphen auf Frauen, manche ersehnen die Zuchthausstrafe als Verschärfung.

Andere wiederum erblicken in der völligen Beseitigung dieses Paragraphen einen Fortschritt.

Da ich in dieser Schrift nur die weibweibliche Liebe behandle, kommt an dieser Stelle nur der erste Vorschlag
        
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