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8. Willy Mädchenjäger, Kontrollmädchen

Full text: Die Tribadie Berlins / Hammer, Wilhelm

96 Großstadt-Dokumente Bd. 20. Die Tribadie Berlins.

Rosen der Schwindsucht auf den Wangen, den Rest des Lungenkatarrhs in der Brust. Ihre Schrift ist geschlecht-los, der Namenszug vielfach verziert. Für einen Mädchenkuß gab sie schon zehn Mark aus, für eine „Schiebung" (lesbischer Verkehr, auch „68" oder „69" genannt) zwanzig.

Sittesrei will sie nur werden, wenn ihr Vater ihr regelmäßig Geld gibt. „Das kommt jetzt auf meinen Vater an. Wenn mein Vater für mich bezahlt, kann ich auch ins Geschäft gehen. Wenn ich heute im Geschäft bin, habe ich den Sonntag und die ganze Nacht; da kann ich doch machen, was ich will."

Zur Beurteilung: Das hier geschilderte Mädchen ist meines Erachtens eine prostituierte Urninde. Die Preisgabe ihres Körpers an Männer macht ihr nicht das Unbehagen, das andere Umtoben oft in solcher Lage empfinden. Das verdiente Geld verwendet sie, um sich die Vergnügungen der bezahlten urnischen Frauen-liebe zu verschaffen. Sie erinnert in dieser Hinsicht an Soldaten eines im Westen unserer Hauptstadt gelegenen Männerstriches, die sich Männern preisgeben und das verdiente Fünfmarkstück oder den verdienten Taler sofort mit Mädchen verjubeln, ihren Freunden auf diese Weise nicht unerhebliche Qualen bereitend.
        
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