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Zion

Full text: Sekten und Sektierer in Berlin / Buchner, Eberhard

70 Großstadt-Dokumente Bd. 6. Sekten und Sektierer in Berlin.

Die Form der Heilung ist bei der Zionsgemeinde offenbar eine andere als bei den Scientisten. Die Scientisten muffen sich „konzentrieren", um die Heilkraft ausüben zu können, und auch der zu feilende bedarf, wie sie sagen, der „Konzentration". Für beide Teile bedeutet der Prozeß eine äußerste Willensanstrengung. Line hochgradige Suggestion ist im Spiel. Line Suggestion, die mehr und mehr zur Autosuggestion des Patienten führen muß. Der Patient soll, das ist unbewußt das Ziel der ganzen Methode, zum Glauben an seine Gesundheit gelangen; und dieser Glaube an die Gesundheit führt eben zur Gesundung. Ls liegt auf der Hand, daß sich tatsächlich viele Krankheiten auf diese weise heilen lassen. Uebrigens ist das ja nichts Neues, wir haben schon heute Aerzte genug, die bei ihren Auren die Suggestion zu Hilfe rufen, und in wenig Jahren wird sich ihre Zahl verdoppelt haben. So weit der Scientismus wirkliche Lrfolge aufzuweisen hatte, sind dies eben Lrfolge der Suggestionsbehandlung gewesen, und darin liegt das ganze Geheimnis. Der Scientismus hat mit Religion an und für sich gar nichts zu tun. Uebrigens braucht man nur einen Blick in die verworrenen Schriften Miß Lddys zu werfen, um zu erkennen, wie künstlich und geschraubt die Zusammenhänge sind, die der Scientismus zwischen seinem Dogma und seiner Methode hergestellt hat.

Bei der „Allgemeinen christlichen Kirche in Zioii" kann man von einem Teilsystem dagegen kaum reden. Das suggestive Moment, das Miß Lddys Methode noch einigen Sinn und verstand gibt, wird ganz fallen gelaffen und aufs schärfste verworfen. Nicht Konzentration, sondern der Glaube heilt, der Glaube an Christus den heiler. Auf vierfache Art kann sich die Heilung selbst vollziehen:

(ich citiere wörtlich aus einer der mir zur Verfügung stehenden Schriften) „Durch das direkte Gebet des Glaubens ohne Beistand der Aeltesten in der Kirche, wie der Haupt-mann zu Jesus betete im Evangelium nach St. Mattheus Kap. 8, 5—\2;

2. durch das vermittelnde Gebet zweier Gläubigen, wie
        
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