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Die Heilsarmee

Full text: Sekten und Sektierer in Berlin / Buchner, Eberhard

ICK» Großstadt-Dokumente Bd. 6. Sekten und Sektierer in Berlin.

Momenten tritt der ganze Fanatismus der Heilsarmee so recht in die Erscheinung.

Dann wieder ruhigere Töne. Man kehrt sich wieder denen zu, auf deren Rettung man noch hoffen darf. „Mir werden nun noch einmal Jesum tun Seeleu bitten, uud so lauge wir beten, werden die Türen geschlossen sein, damit niemand dem Gebet aus dem Wege gehen kann. Nachher sollen sie wieder offen stehen." Und malt betet uud singt. Auch während des Gebets sieht man überall eifrige Saluüsten an der Arbeite

«Line Mffizierin spricht mit einer Hotte junger Mädchen, die ihr frech uud gerneiu ins Gesicht lachen. Aber sie lägt sich nicht einschüchtern. Sie bittet und fleht und preist in bewegten Tönen die Seligkeiten der Gotteskinder.

vor mir eine andere Gruppe. Ein starker Mann in den besten Jahren, ein sauber gekleideter Arbeiter. Liebevoll spricht ihn ein höherer Mffizier an. „Sind Sie gerettet?"

„Nein. Trage auch gar kein verlangen danach."

„Aber bedenken Sie doch, es ist eine ernste Frage, die ich an Sie richte. Sehen Sie, das Heil in Christo ist für jedermann da. Nehmen Sie es an. Es kostet nur einen energischen Entschluß."

„Aber ich will nicht." Und ärgerlich wendet er sich zur Seite.

Manch einer mochte ausreißen, sobald sich ihm der Ve-fehret naht. Er benutzt die erste Gelegenheit, zu entschlüpfen.

„Und sind Sie denn ohne Sünde?" fragt hinter mir eine sonore Frauenstimme. „3ch habe mir meine Sünden vergeben lassen, nun bin ich rein, nun bin ich frei," lautet die Antwort.

Ueberall ein Drängen und Merben, für das alle und jede Mittel erlaubt scheinen. Fast mit Gewalt werden die Leute schließlich zur Vußbauk geschleppt, manche ganz verwirrt von der Fülle überwältigender Eindrücke, die auf sie einstürmen, und unfähig, sich über ihre Gefühle und Entschlüsse klare Rechenschaft abzulegen. Ueberrumpelte, die sich dem überlegenen Feind auf Gnade und Ungnade ergeben.
        
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