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Epilog Das Sumpfhuhn

Full text: Neu-Berlin / Edel, Edmund

82	GroMadt-Dokurnente	Bd.	50. Neu-Berltn.

worden sind, zerfließen in Nichts innerhalb dieser luxuriös eingerichteten Klubräume.

Und vorn Spiel zur Liebe.

Zwar verfügen wir in Berlin noch nicht über Fürstinnen der Liebe, über Königinnen des Bettes wie in Paris. Wir werden niemals dorthin kommen, weil unsere Hetären ihre Waschsrauenprovenienz auch in Spitzenhoschen und in echt vergoldeten Barockmöbeln nicht verleugnen können.

Aber unsere Kokotten sind mit der Entwicklung Berlins gewachsen. Wie unsere Nachtlokale und unsere großen Ballhäuser zeigen sie sich in herrlichem Aufputz. In den internationalen Toiletten, die den schönen Frauen der ganzen Welt von Paris aus geliefert werden. Und das Material, das diese Kleider bedecken, ist prachtvoll und gutgewachsen und die hochbusigen Gestalten locken mit der blonden und schwarzen Haarfülle und mit diesen eigentümlich kalten Augen, die eine heimliche Sinnlichkeit verraten, den armen Nachtwandler.

In einem anderen Buche dieser Großstadt-Dokumente ist über Berlins Nachtleben ausführlich gesprochen worden. Wenn ein Mensch Nerven genug hat und die blaue Morgenluft liebt, wenn er über genügend Geld verfügt und am Tage nichts zu tun braucht, wird er mit Vergnügen Berlins Nachtleben feiern.

Ich will aber meine Berliner in Schutz nehmen. Sie lieben gar nicht die blaue Morgenluft, trotzdem sie eiserne Nerven haben. Und manche verfügen auch sogar über das nötige Geld. Aber das Nachtleben ist für sie dasselbe Schauspiel, wie irgend eine Aufführung in irgend einem Theater. Alle paar Wochen oder Monate vielleicht nach einem lustigen Diner macht der Großstädter eine Bummelfahrt
        
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