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Modekultur

Full text: Neu-Berlin / Edel, Edmund

Modekuttur.

Es ist noch nicht lange her, da kannte der Berliner nur seinen Frack als außergewöhnliches Festtagskleid. Und ins Theater ging er in seinem Kontorrock, und wenn es hoch kam, drehte er die losen Manschetten um und markierte damit den Lebemann. Es ist auch noch nicht lange her, daß der Fremde, der aus den anderen Großstädten kam, mitleidig die Achseln zuckte sowohl über die Männerkleidung, als auch über die Damentoiletten, die er in unserem Berlin zu sehen bekam. Und ein Berliner fiel ebenso wie jeder andere Deutsche im Aus-lande durch eine gewisse nachlässige Geschmacklosigkeit sofort unangenehm aus. Das Iägerhemd mit der herausfallenden Troddel wurde geradezu ein Eharakteristikum des Deutschen und dieses wollene Iägerhemd gehört jetzt sogar zum eisernen Bestandteil aller Witzblätter der Welt.

Aber die Zeiten haben sich geändert. Der Berliner von heute ist so gut angezogen wie jeder internationale Mitmensch, und eine Mode, die gestern in London oder in Amerika das Licht der Welt erblickt, wird sofort und umgehend bei uns eingeführt. Es ist erfreulich, daß mit dem zunehmenden Reichtum auch der Geschmack an den Äußerlichkeiten gewachsen ist. Die Formen haben sich abgeschliffen und die Oberhemden werden nicht mehr so

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